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Liebe Userinnen und User! Wichtige Informationen zu den Meine-Kleine-Weblogs

Herzlichen Dank, dass Sie unser Weblog-Service in den vergangenen Jahren intensiv und hoffentlich zu Ihrer Zufriedenheit genutzt haben. Leider ist es uns nicht länger möglich dieses Angebot technisch mängelfrei zur Verfügung zu stellen, weswegen wir auch auf eine Wartung der bereits bestehenden Blogs und Statistiken verzichten müssen. Wir hoffen, Ihnen in absehbarer Zeit eine attraktive Alternative in diesem Bereich anbieten zu können.

Mit der Bitte um Ihr Verständnis,

Das Team von Kleine Zeitung Digital

von multimedia am: 05.06.2009, 15:36 Uhr

Öffentliches Aufsehen ist die Leitwährung des freien Marktes, insbesondere in der Unterhaltungsbranche. Dafür hat der TV–Sender RTL reichlich gesorgt, noch bevor dort  die Doku-Soap „Eltern auf Probe“ begonnen hat. Die Sendung – eine Erfindung der BBC – dreht sich um Teenager mit Kinderwunsch, denen zur Probe ein fremdes Baby übergeben wird. In der solcherart simulierten Eltern-Praxis können die Jugendlichen testen, wie sie mit eigenem Nachwuchs zurande kämen. Und die Kameras waren immer dabei.

Es gab schon im Vorfeld hitzige Diskussionen und sogar Anzeigen. Obwohl das Produkt wenig spektakulär ausgefallen ist, hat das Projekt einen widerlichen Geschmack:  Unterhaltung auf Kosten von Wesen, die das Geschehen nicht selbst mitbestimmen können, ist geschmacklos. Das gilt im Übrigen auch für Tiere, siehe Zirkus oder Military-Reiten.

Der Sender rechtfertigt seine Säuglings-Show als „Test für Familienkompetenz und Verantwortung“. Sogar ein Beitrag gegen fahrlässig herbeigeführte Teenager-Schwangerschaften soll es sein. Da lachen die Hühner. Es gab Zeiten (und vermutlich sind sie auch nicht vorbei), da hätte RTL am liebsten die Entstehung von Teenagerschwangerschaften live übertragen, wäre dies erlaubt gewesen.

Nein, es geht um Quote, um das so genannte Werbeumfeld, sprich: um ein Programm, mit dem man dem Publikum möglichst viele Werbespots möglichst wirksam unterjubeln kann.

Bleibt die Frage, was die Eltern der kleinen Käfer motiviert, selbige der stressbeladenen Situation eines Fernsehstudios auszuliefern. Die Medizin hat längst nachgewiesen, dass Kinder im zarten Alter von ein paar Monaten diffuse Ängste entwickeln, die nur durch haptische und visuelle Geborgenheit zu mindern sind. Sicher wird Geld eine Rolle gespielt haben. Aber mehr noch vielleicht der exhibitionistische Selbstdarstellungsdrang, dessen Bühnen vor allem die Web-Sites Facebook, YouTube etc. sind.

An diesem nascht das gute alte Fernsehen halt auch mit. Ehekrachs, unverhoffte Wiedersehen, Schuldbekenntnisse etc. sind die Substanz vieler Talkshows. Selbstentblößungen im Dschungel ebenso. Die Devise lautet:  Ich werde öffentlich, also bin ich. Vielleicht nehmen es die Babys ja mit Humor, wenn sie sich zehn, fünfzehn Jahre später in der Windel-Revue sehen. Vielleicht auch nicht.

Frido Hütter

fernseher    medien    tv
1 Kommentar   Kommentieren
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Kommentare
nicht so schlimm
von chat am: 13.07.2009, 14:44 Uhr
persönlich finde ich dieses projekt nicht so schlimm ... das einzige was ein wenig angst bereitet ist wenn sich die "eltern" über säuglinge kümmern müssen - da kann viel passieren
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