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von musikblog am: 09.10.2008, 18:32 Uhr

Interpret: Ben Folds

Album: Way to Normal

Erschienen am: 28.09.2008

Ben Folds, der immer noch viel zu unbekannte klasse Pianist aus den USA, ist mit seiner 3ten Solo LP zurück.

Der Opener Hiroshima ist für alle Fans des gepflegten Piano-Rock (ob es dieses Genre gibt weiß ich nicht, aber anders kann man Ben Folds nicht einordnen) ein Ohrenschmaus. Gemeinsam mit dem Live-Mitschnitt der Fans, der super Ergänzung von Gitarre und Klavier, und die Streicher die wir auf diesem Album nicht das letzte Mal hören, machen den Song zum echten Ohrwurm. 

Dr Yang kann das auf Hiroshima-Potenzial leider nicht mehr halten. Der Klavierteil wirkt zu bekannt, das Klaviersolo zu simpel und zwanghaft, der Refrain ist von lärmenden Gitarren untermalt. Es geht und ging schon viel besser. Wie z.B. mit The Frown Song, auch wenn hier das Klavier stark an die Songs von "Songs for the Silverman" erinnert, ist er doch sehr eigenständig und hat wieder das typisch mitreißende Ben Folds Feeling.

Auf You Don't Know Me featured Ben Folds, Regina Spektor und es gelingt ihm endlich einen neuen Sound zuschaffen der doch unverkennbar Ben Folds ist aber trotzdem nicht genaus gut von den vorherigen Alben, oder von seiner Zeit bei den Ben Folds Five sein kann. Cologne ist wieder typisch Ben Folds. Die 4/4 Klavier anschläge mit meist -7(z.B. C7) oder -9(C9) Variatioen des Grund Akkordes. Die melancholisch leichte ja traurige Klavierbegleitung gibt der Nummer aber einfach unheimlich viel mit. Eine der Besten Nummern auf diesem Album, und eine der besere Balladen der Ben Folds Zeit. 

Mit Errang Dog und Free Coffee zerreisst die Stimmung von Cologne leider wieder. Vor allem Free Coffee klingt sehr seltsam, sehr alternativ, sehr elektronisch, sehr lärmend. Sehr lustig ist allerdings der gesprochene Text am ende des Songs. "my son ask many men same question all over the world why has relationship failed, each man each time will give same simple answer..."

The Bitch went Nuts, lautet die Antwort die jeder Man auf der Welt auf die Frage warum die Beziehung zu Brüche ging, antwortet. The Bitch went Nuts lautet die Antwort auf die Frage nach dem Besten Song des Albums. Da ist der Rock wieder zu dem Piano dazugestoßen. Auch wenn ihm dieser Song wieder das Prädikat "Parental Advisory" einbrachte, wie immer geniales Klavier, ein Song der natürlich zum Mitsingen, aber für Ben Folds ungewöhnlich auch zum Mittanzen einladet.

Brainwascht führt das ständige Auf und Ab auf dem Album wieder fort. Sicher kein schlechter Song, aber etwas unscheinbar und nicht wirklich packend oder mitreißend. Mit Effington einer Hymne ans seine Geburtsstadt geht es wieder Steilbergauf. Der Pianist zeigt wieder mehr als nur Akkord-Zerlegung und die Solos bilden eine Einheit, der Refrain und das Ende das immer weiter bis zur musikalischen Explosion steigert machen die Nummer wieder zu einem Höhepunkt

Den Abschluss macht Kylie From Connecticut eine Ballade die an dagewesen Balladen(aus früheren Jahren) zwar bei weitem nicht herankommt aber doch einen guten Abschluss für ein recht durchwachsenes Album macht.

Fazit: Dieses Album wird Ben Folds in Österreich, oder Mitteleuropa wahrscheinlich auch nicht bekannter machen. Es sind Songblüten dabei, große Klaviermusik, die nichts mit Klaviermusik im herkömmlichen Sinn zu tun hat. Leider sind 2,3 Nummern dabei die höchstens als B-Seiten taugen. Auch mit seinem 3ten Album gelingt es ihm nicht den Ben-Folds-Five-Einheitsbrei zu durchbrechen. Für Ben Folds Fans, und Pianisten (die auch gern mal Rock hören) trotzdem eine unbedingte Kaufempfehlung.

***(von 5)

 Tipp: Zu Empfehlen ist auch das Way To Normal Fake Album das im Internet kursiert. Starke Songs die in einer Night Session in Dublin entstanden sind. Ich habe nach dem Album kauf, das gefakte Album heruntergeladen. Und bin wirklich begeistert, für dass das es extra als Fake und Strafe für alle Downloader aufgenommen wurde wirklich Klasse!

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