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Herzlichen Dank, dass Sie unser Weblog-Service in den vergangenen Jahren intensiv und hoffentlich zu Ihrer Zufriedenheit genutzt haben. Leider ist es uns nicht länger möglich dieses Angebot technisch mängelfrei zur Verfügung zu stellen, weswegen wir auch auf eine Wartung der bereits bestehenden Blogs und Statistiken verzichten müssen. Wir hoffen, Ihnen in absehbarer Zeit eine attraktive Alternative in diesem Bereich anbieten zu können.

Mit der Bitte um Ihr Verständnis,

Das Team von Kleine Zeitung Digital

Album "Politik"
von oitzinger am: 21.04.2007, 23:20 Uhr

Samstag, den 21. April 2007
(noch immer Klimaerwärmung, was zur Folge hat, dass die Ölpreise wieder steigen, obwohl der Dollar eher schwächelt, was jetzt etwas unlogisch erscheint und ich deshalb auch nicht erklären kann.

Ich hege ja schon seit langem den heimlichen Verdacht, dass diese Ölmagnaten eigentlich nur viel, viel, viel Geld verdienen wollen und in Wirklichkeit gar keine Begründungen brauchen, damit das Öl teurer wird. Im Mittelalter nannte man das Wucher und man wurde gehängt, heute nennen wir es Kapitalismus und man wird steinreich oder in Österreich erhält man zumindest den Titel Kommerzialrat)



oitzinger:

Halli – Hallo Tagebuch.

Tagebuch:Na heute sind wir mal fröhlich.

oitzinger:

Na klaro, ist ja immerhin:
’Wochenend’ und Sonnenschein und dann…’

Tagebuch:Na, krieg Dich wieder ein.
Erzähl mir lieber was so vorgefallen ist.

oitzinger:

Na ja, ich weiß nicht, eigentlich nichts Besonderes.
Außer, das mit dem Prägratener Bürgermeister.

Tagebuch:Prägratener Bürgermeister?

oitzinger:

Ja, Prägraten, dass ist eine kleine Osttiroler Gemeinde im Virgental.

Tagebuch:Und?

oitzinger:

Nun die Geschichte ist die folgende, der besagte Bürgermeister möchte den bisher so genannten Mullwitzkogel, ein bisher praktisch unbedeutendes Berglein, den Namen einer Wiener Wurstfirma vergeben.

Tagebuch:Du machst Witze!

oitzinger:

Nein wirklich!
Ich dachte auch dass das ein verspäteter Aprilscherz sei, aber der Gemeinderat in Prägraten meint es ernst.

Tagebuch:Na Ihr habt aber kuriose Gemeinderäte in Osttirol.

oitzinger:

Gut, die machen das auch nur nebenberuflich, da kann so etwas schon mal passieren.

Tagebuch:Na wenn das Schule macht. Jetzt ist das nur eine kleine Wurstfirma, stell Dir mal vor, finanzkräftigere Konzerne würden solche Ideen verwirklichen wollen.

oitzinger:

Das könnte ganz skurrile Formen annehmen.

Tagebuch:Ja zum Beispiel fragt Dich einer nach dem Weg zur nächstgelegenen Schutzhütte, dann müsste er über die H & M-Scharte, schlägt den Pampers-Pfad ein über den General-Motors-Grat links an der KTM-Kehre vorbei, den Schweppes-Spitz muss er links liegen lassen und wenn er den Coka Cola – Kofel erreicht hat, dann ist er zu weit gegangen. Am besten er kehrt bei der Mautner-Markhof-Markierung um und hält sich rechts an die Mc Donalds Gebirgskette …

oitzinger:

Ja, ja. Jetzt übertreibst Du wieder einmal.

Tagebuch:Na Ihr in Osttirol habt ’s vielleicht Sorgen. Und was verspricht man sich davon?

oitzinger:

Nun äh Werbung für die Wurstfirma und Werbung für Prägraten.

Tagebuch:Keinen Mensch interessiert so was.

oitzinger:

Doch die Filmteams von den diversen Fernsehsendern sind schon da, Pro Sieben, Kabel 1 und was weiß ich wer noch alles.

Tagebuch:Das glaub ich nicht.

oitzinger:

Doch, stand heute in der Kleinen Zeitung.

Tagebuch:Sonst noch was vorgefallen, was sich jenseits des Kabarett-Milieu befindet?

oitzinger:

Hmm? Jetzt hast Du mich zu schnell gefragt. Äh – doch diese wie heißt sie gleich noch mal Griss, nein Riess-, ja jetzt hab ich’s, die Riess-Passer, die ehemalige Bundesparteiobfrau der FPÖ, also die Nachfolgerin von Jörg Haider, die hat den Prozess gegenüber der FPÖ gewonnen.

Tagebuch:Um was ist es da gegangen?

oitzinger:

Ich glaub’ die FPÖ wollte ca. 600.000 Euro von ihrer ehemaligen Kollegin.

Tagebuch:Warum denn das?

oitzinger:

Keine Ahnung, die Riess-Passer hat sich eine Gucci-Tasche, Schuhe und eine Geburtstagsfeier geleistet. Aber nur zu Zwecken der Repräsentation.

Tagebuch:Was war denn DAS für eine Geburtstagsparty?

oitzinger:

Ich weiß nicht, mich hat man wieder einmal nicht eingeladen.
Vielleicht … vielleicht haben sie Luftballons gehabt.

Tagebuch:Luftballons?

oitzinger:

Ja so ein paar Luftballons mit Helium, die gehen gleich ins Geld.

Tagebuch:Um 600.000 Euro kannst Du eine Menge Luftballons aufpusten, selbst wenn Du sie mit Edelgas füllst.

oitzinger:

Ich denke eine Torte wird es wohl auch noch gegeben haben.

Tagebuch:Vielleicht mit Kerzen.

oitzinger:

Ganz bestimmt!
Da kommt doch etwas zusammen.
Ich meine eins zum anderen.

Tagebuch:Mann bist Du naiv!

oitzinger:

Was heißt naiv, diese Riess Passer muss schon was drauf haben, sonst wäre sie ja nicht so weit gekommen.

Tagebuch:Weißt Du eigentlich wie Politik wirklich läuft?

oitzinger:

Äh, irgendwie demokratisch … oder war das jetzt neutral?
Die Begriffe verwechsle ich ständig.

Tagebuch:Oh Gott, bei Dir muss ich ja ganz von vorne anfangen, aber heute nicht, ein anderes Mal.

oitzinger:

Na schön, dann
Gute Nacht, Tagebuch.

Tagebuch:Gute Nacht, oitzinger.
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von oitzinger am: 22.04.2007, 21:11 Uhr
oitzinger:Hallo Tagebuch!
Tagebuch:Servus oitzinger.
oitzinger:Du wolltest mir erklären wie Politik wirklich funktioniert.
Tagebuch:Ja stimmt, allerdings bei Dir müssen wir da wohl sehr behutsam und langsam vorgehen.
oitzinger:Ich habe einen Energy-Drink getrunken, ich bin geistig voll bei Dir.
Tagebuch:Na, dann wollen wir das mal mit Koffeins Hilfe hoffen. Stellen wir uns mal irgendeine kleine Gemeinde vor. Zum Beispiel bleiben wir am besten bei der von Dir gestern erwähnten Riess-Passer. Weißt Du wo die eigentlich geboren ist?
oitzinger:Hmm … ich glaub’ in Braunau.
Tagebuch:In Braunau!!!!?
Du machst jetzt Witze oder?
oitzinger:Nein, wieso? Laut Wikipedia ist es Braunau.
Tagebuch:Ach nichts. Nun …äh wirklich in Braunau???
oitzinger:Jaaa!
Tagebuch:Das würde ja einiges erklären, aber lassen wir das. Im Grunde genommen gilt das für fast alle Politiker. Sie starten ihre Karriere irgendwo im Gemeinderat, werden entweder Bürgermeister oder kommen gleich in den Landtag und / oder werden Landesräte. Wenn man jemanden nicht mag oder loswerden möchte, befördert man diesen Politiker in den Bundesrat und die anderen werden Nationalräte oder gar Minister. Hast Du das verstanden?
oitzinger:Ein bisschen. Die müssen aber ganz schön viel können.
Tagebuch:Ach geh. Ein bisserl reden ja, aber sonst läuft alles über die so genannte Freunderlwirtschaftschiene ab. Ein bisserl so wie bei diesen Star-Shows, wo nicht die gewinnen, die gut singen können, sondern, die die einen großen Freundeskreis haben. Nehmen wir Dich her, Du bist ja so etwas wie ein Bürogehilfe?
oitzinger:Ja, so könnte man es sagen.
Tagebuch:Könntest Du Eure Heizung reparieren?
oitzinger:Nein, natürlich nicht, wozu auch die funktioniert ja bestens.
Tagebuch:Das ist nicht der Punkt, was ich sagen wollte, ist, dass Politiker austauschbar sind. Heute kann ein Politiker Verkehrsminister sein und morgen ist er schon Bildungsminister.
oitzinger:Geht das?
Tagebuch:Was heißt hier geht das, natürlich geht das. Sieh Dich doch einmal in der Politik um.
oitzinger:Hmm? Da könntest Du Recht haben …
Tagebuch:Aber das ist noch lange nicht alles.
oitzinger:Nein?
Tagebuch:Nein, denn Politiker sind gierig.
oitzinger:Alle?
Tagebuch:Na vielleicht nicht alle, aber die meisten. Das liegt wohl in der Natur des Menschen. Wenn jemand 1.000 Euro verdient, dann beneidet er denjenigen der 2.000 Euro verdient und dieser wiederum denjenigen der 4.000 verdient und so weiter. Sie sind eigentlich immer unzufrieden.
oitzinger:Und der, der 4.000 Euro verdient, der beneidet den der 8.000 Euro kassiert.
Tagebuch:Ja genau, Du hast es verstanden.
oitzinger:Und der, der 16.000 Eu…
Tagebuch:Jaaa, lass gut sein, ich weiß, dass Du es kapiert hast. Nun hat der Politiker zwei Aufgaben im Sinn. Die eine ist, sofern er wieder gewählt werden will, muss er seine Klientel befriedigen.
oitzinger:Befriedigen?
Tagebuch:Ja, seine Klientel zufrieden stellen.
oitzinger:Verstehe und die andere Aufgabe?
Tagebuch:Und die andere Aufgabe ist die, dass er dafür Sorge zu tragen hat, dass es ihm nach seiner Politikerkarriere gut geht.
oitzinger:Wie macht er das?
Tagebuch:Bleiben wir zuerst bei der ersten Aufgabe. Die Roten, also die Sozialdemokraten finden den Großteil ihrer Stammwähler bei den Arbeitern. Die Schwarzen, also die ÖVP oder man nannte sie auch die Christlich Sozialen …
oitzinger:Wieso nannte man die christlich sozial?
Tagebuch:Das weiß ich jetzt auch nicht, muss wohl historisch so gewachsen sein. So wo war ich jetzt stehen geblieben?
oitzinger:Bei den Christlich Sozialen.
Tagebuch:Ach ja, genau, also diese Christlich Sozialen, heutige ÖVP hat ihre Stammwähler in der Wirtschaft, den Bauern und den reichen Leuten.

Die Grünen haben ihre Stammwähler bei den Naturschützern, wobei Du diesen Begriff ja erst vor kurzem, am 12. April diesen Jahres ziemlich zerfleddert hast, aber das ist ja Deine Meinung.
oitzinger:Echt, hast Du Dir das gemerkt?
Tagebuch:Natürlich ich bin ja Dein Tagebuch.
oitzinger:Und was ist mit der FPÖ?
Tagebuch:Bei den Freiheitlichen wird’s etwas komplizierter. Die haben nun mal die Nationalen …
oitzinger:Was sind Nationale?
Tagebuch:Also die Nationalen oder vielleicht besser ausgedrückt Deutschnationalen sind … sind …
oitzinger:Du meinst das sind Ausländer?
Tagebuch:Nein, sie legen nur großen Wert auf das Deutsche.
oitzinger:Aber es sind Österreicher? Ich frag’ Dich nur weil Deutsche doch Ausländer sind.
Tagebuch:Natürlich sind es Österreicher, nur halt Deutsch-Österreicher.
oitzinger:Und was sind dann wir? Österreich-Österreicher?
Tagebuch:Wir sind Österreicher, die … die … keine Ahnung, vergessen wir die Sache mit dem Deutschnationalen, da kommen wir nicht weiter.
oitzinger:Na schön.
Tagebuch:Jedenfalls hat jede Partei eine Art Stammwählerschaft und diejenigen, die noch keine haben oder eine zu kleine, müssen sich auf die Suche machen.
oitzinger:Nach was?
Tagebuch:Na, nach einer neuen Wählerschaft.
oitzinger:Und wie soll das funktionieren?
Tagebuch:Bleiben wir bei der FPÖ. Vor einigen Jahren wurde die Promillegrenze für Autofahrer von 0,8 auf 0,5 herabgesenkt.
oitzinger:Das wird auch gut sein.
Tagebuch:Nun nicht für jeden. Die Gastronomie und Bierbrauer befürchteten finanzielle Einbußen und die Alkolenker waren auch nicht gerade erfreut.
oitzinger:Verständlich.
Tagebuch:Also setzte sich die FPÖ für diese Klientel ein und wehrte sich gegen die Senkung der Promillegrenze. In der Hoffnung, dass die davon betroffenen Personen die FPÖ wählen werden. Verstehst Du? Sie erweiterten Ihre Wählerschaft.
oitzinger:Vielleicht fahren Politiker selber auch gerne alkoholisiert Auto.
Tagebuch:Das ist möglich, beziehungsweise um genau zu sein es hat ja schon genügend derartige Vorfälle mit Politikern dieser Art gegeben.
oitzinger:Und was geschieht mit diesen dann?
Tagebuch:Im Grunde genommen nichts. Entweder sie schaffen es zu vertuschen oder wie es in Tirol geschah, stellt man die Kompetenz der Polizei in Frage und schaltet gleich ein paar Rechtsanwälte ein und dann hört man nichts mehr davon.
oitzinger:Habe ich Dir eigentlich schon die Geschichte mit diesen Osttiroler Bürgermeister erzählt, der sich furchtbar aufgeregt hat, weil ein Kollege aus der Opposition ständig betrunken ist und wie mir dieser Politiker diesen Sachverhalt erläuterte, bemerkte ich, dass er selbst einen mächtig in der Krone hatte?
Tagebuch:Nein, diese Geschichte hast Du mir noch nicht erzählt, aber bleiben wir jetzt bei der Funktionsweise der Politik.
oitzinger:Gut.
Tagebuch:Also anhand dieses Beispiels hast du gesehen, dass hier der klassische Politiker gleich zwei Fliegen mit einer Klappe erschlagen hatte.
oitzinger:Und welche wären dies?
Tagebuch:Nun, einerseits haben sie Wählervolk geködert, Alko-Lenker, die Gastronomie …
oitzinger:… und die Politiker selbst …
Tagebuch:… na ja meinetwegen und andererseits haben sie ihre zweite Aufgabe erfüllt, nämlich, dass sie nach ihrer Karriere in der Politik versorgt sind, in dem sie zum Beispiel irgend einen nichts sagenden aber gut dotierten Vorstandsjob in einem Bierbrauereikonzern erhalten.
oitzinger:Aber ist das nicht unmoralisch. Ich meine, wenn man sich für mehr Alkohol am Steuer einsetzt, dann … dann … können ja dadurch Menschen getötet werden.
Tagebuch:Ja, schon, aber Du darfst Politiker nicht an mitfühlenden Menschen messen. Wenn Du Politiker sein willst, dann musst Du über Leichen gehen und das meine ich jetzt nicht nur im übertragenen Sinn.
oitzinger:Das ist aber eine harte Aussage. Außerdem ist es eine gewisse Form von Korruption doch auch, zwar gehen sie nicht mit dem schwarzen Köfferchen durch die Gegend, aber wenn sie einen Vorstandsjob bekommen …
Tagebuch:Natürlich ist das Korruption, aber ich erwähnte bereits, dass Moral und Politik nicht zusammenpassen.
oitzinger:Auch nicht bei den Christlich Sozialen?
Tagebuch:Dieser Name ist veraltet. Natürlich hatte er und hat auch noch heute die Funktion, vermeintliche Christen als Wählervolk zu lukrieren mit dem dezenten Hinweis, dass sie, die Christlich Sozialen, die einzig wahre Partei sind, die die christlichen Werte noch verteidigen. Und Zack - schon hat man wieder 10.000 fromme Wähler. Ob sie christliche Werte dann wirklich umsetzen sei dahin gestellt. Das interessiert die frommen Christen dann auch nicht wirklich, so lange sie ihren Rosenkranz rauf und runter beten können.
oitzinger:Also wenn Jesus Christus leben würde, würde er dann die Christlich Sozialen wählen oder der Partei beitreten?
Tagebuch:Da bin ich jetzt überfragt.
oitzinger:Also ich weiß nicht, ich könnte mir Jesus Christus nicht als Wirtschaftskammerpräsident vorstellen. Nichts gegen Herrn Leitl.
Tagebuch:Nein, nein er hat ein sehr interessantes Lächeln, aber schweifen wir jetzt nicht ab, obwohl eigentlich ist es schon wieder Zeit für das Bett, morgen ist immerhin ein harter Arbeitstag.
oitzinger:Das stimmt. Aber Du erklärst mir doch noch weitere Dinge, wie Politik funktioniert.
Tagebuch:Natürlich, mal sehen, wir Tagebücher sind ja auch nur … äh Bücher.
oitzinger:Gute Nacht, Tagebuch.
Tagebuch:Gute Nacht, oitzinger.
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von oitzinger am: 23.04.2007, 21:25 Uhr

Montag, den 23. April 2007

(Boris Jelzin ist gestorben, Frankreichs Wahlkampf geht in die zweite Runde: Sarkozys, Royal)


oitzinger:

Hallo Tagebuch – ich bin’s wieder.

Tagebuch:Ach so, Du schon wieder.

oitzinger:

Du wolltest mich doch in die Geheimnisse der wahren Politik einweihen.

Tagebuch:Ja, das stimmt.
Und hast Du Dir auch alles brav gemerkt von gestern?

oitzinger:

Aber natürlich.

Tagebuch:Na, dann wiederhol mal.

oitzinger:

Nun, äh, dass die Politiker durch Freunderlwirtschaft emporkommen.

Tagebuch:Und wie machen Sie das?

oitzinger:

Äh, das haben wir aber gestern nicht durchgemacht.

Tagebuch:Na, denk doch mal selber nach.

oitzinger:

Ich weiß nicht, sie sind ganz lieb zu den anderen.

Tagebuch:Streng Dich ein bisschen an!

oitzinger:

Sie … sie laden sich alle zum Geburtstag ein.

Tagebuch:Da wären wir wieder bei Riess-Passer, nein im Ernst, es gibt verschiedenste Möglichkeiten viele ‚Freunde’ zu gewinnen. Das hängt einmal von der politischen Gesinnung ab. Rote zum Beispiel finden sich in Fußballclubs, Grüne bei Protestkundgebungen, die ÖVPler und / oder FPÖler treffen sich zum Beispiel in sogenannten Verbindungen, Zirkeln, Burschenschaften und so weiter. Ich kenn’ mich da auch nicht so aus. Meistens haben diese Verbindungen irgendeinen lateinischen Namen und alle tragen witzige Käppis. Der Papst ist übrigens auch Mitglied bei derartigen Verbindungen. Alle Mitglieder helfen sich untereinander, wie es für Freunde sich so gehört.

In Westösterreich gibt es noch die Alternative bei den Schützen oder bei der Feuerwehr Mitglied zu werden.

oitzinger:

Und was ist, wenn man nicht studiert hat und kein Vereinsmensch ist?

Tagebuch:Tja, dann hast Du schlechte Karten, um in die Politik zu kommen, dann darfst Du höchstens zu Wahlkampfzeiten Wahlplakate kleben.

Was habe ich Dir gestern noch beigebracht?

oitzinger:

Dass Politiker sich für die Wählerschaft  und für ihre spätere Zukunft kümmern müssen.

Tagebuch:Gut aufgepasst, oitzinger.
Jetzt ein kleiner Test.

oitzinger:

Aber bitte nicht zu schwer!

Tagebuch:Stichwort: Versicherung. Was tust Du um einen Job bei einer Versicherung zu erhalten?

oitzinger:

Ich verfasse ein Bewerbungsschreiben.

Tagebuch:Nein, stell’ Dir vor Du wärst Politiker.

oitzinger:

Ach so, ja dann … dann … verfass ich auch ein Bewerbungsschreiben?

Tagebuch:oitzinger streng Dich doch ein bisserl an!

oitzinger:

Ich hab keine Ahnung.

Tagebuch:Damit Du einen guten Job bei einer Versicherung erhältst musst Du doch für die auch etwas tun.

oitzinger:

Eine Versicherung abschließen?

Tagebuch:Mit Dir mach ich was mit!
Du bist Politiker – wovon lebt eine Versicherung?

oitzinger:

Vom Abschluss von Versicherungen?

Tagebuch:Na, also.
Du stellst Dich vor das Wahlvolk und sagst, dass es mit den Renten leider zukünftig nicht so toll aussieht und Du rätst Deinem Wahlvolk eine private Pensionsvorsorge abzuschließen und quasselst noch etwas von Verantwortung und so weiter und so fort.

oitzinger:

Ja, das stimmt ich habe auch so eine Pensionsvorsorge abgeschlossen. 9,5% wenn das keine Rendite ist.

Tagebuch:Tja, dann bist Du auch auf diesen Schmäh hereingefallen, was mich ja nicht wirklich wundert.

oitzinger:

Wieso denn das?

Tagebuch:Na, weil diese 9,5% Prämie sich nicht auf das gesamte angesparte Kapital auswirken, sondern nur auf den eingezahlten Betrag. ‚Bei schlechter Entwicklung der Aktienmärkte kann nach zehnjähriger Laufzeit ein mickriger Betrag von 1,6 Prozent herausschauen’ so beschreibt dies die Arbeiterkammer.

oitzinger:

Das ist ja eine Schweinerei, das ist ja Betrug!

Tagebuch:Willkommen in der Welt der Politik!

Zigtausende, so wie Du auch, haben diesen Vertrag abgeschlossen und die verantwortlichen Politiker kriegen einen Spitzenjob bei den Versicherungen.

oitzinger:

Wer?

Tagebuch:Keine Ahnung, aber ich nehme es mal an, dass der eine oder andere davon profitierte. Für heute machen wir Schluss und morgen gibt es schon wieder die nächste Frage.

oitzinger:

Na, dann gute Nacht Tagebuch, obwohl, ein wenig beginne ich mich schon vor Politikern zu fürchten.

Tagebuch:Aber, aber lieber oitzinger,
wer wird sich denn gleich fürchten,
obwohl andererseits hast Du auch allen Grund dazu.

Äh … trotzdem eine Gute Nacht, oitzinger,
und träum' was Schönes.
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von oitzinger am: 24.04.2007, 21:31 Uhr

Dienstag, den 24. April 2007

(Sonne machte kurze Pause, allerdings blieben auch die Niederschläge aus)


Tagebuch:Guten Abend, oitzinger.

oitzinger:

Tagebuch:oitzinger!!

oitzinger:

Tagebuch:OITZINGER!!!

oitzinger:

Jaaa, entschuldige, ich bin heute etwas unausgeschlafen. Ich hab’ ziemlich unruhig geschlafen.

Tagebuch:Alpträume?

oitzinger:

Ich träumte, dass Politiker die Weltherrschaft übernehmen.

Tagebuch:Hm? Interessanter Ansatz. Ich bin zwar kein Traumdeuter, aber Dein Traum könnte gar ein Körnchen Wahrheit enthalten.

oitzinger:

Meinst Du?

Tagebuch:Ja, schon, was haben wir gestern durchgemacht?

oitzinger:

Du hast mir erklärt, wie man als Politiker einen Spitzenjob bei einer Versicherung erhält.

Tagebuch:Ja, genau. Der Nachteil bei diesem Beispiel ist der, dass man zwar als Politiker für seine Zukunft vorgesorgt hat, aber man hat komplett auf die Wählerschaft vergessen, die darin nicht unbedingt einen Vorteil sieht. Die Königsklasse des Politikerdaseins ist allerdings sowohl der Wählerschaft, als auch sich selbst zu dienen. Fällt Dir dazu ein aktuelles Beispiel ein?

oitzinger:

Hm, lass mich mal nachdenken. Nöö, ich wüsste keines zu nennen.

Tagebuch:Ein kleiner Tipp „Bowling for Columbine.“ Na schnallts jetzt?

oitzinger:

Ah, ja ich sah diesen Film von Michael Moore vorgestern im Fernsehen. Genial. Es geht um die Waffenverliebtheit der Amerikaner oder besser gesagt dem Geschäft mit der Angst.

Tagebuch:Das hast Du richtig erkannt. Angst ist überhaupt ein sehr beliebtes Mittel für Politiker. Kannst Du mir jetzt anhand der Waffenpolitik die beiden Hauptaufgaben der Politiker erörtern.

oitzinger:

Hm? Ich glaub’ das müsste ich zusammenbekommen.

Also die amerikanischen Politiker setzen sich für die Freiheit des Waffentragens ein. Jedes Mal wenn ein derartiges Unglück, also ein Amoklauf, geschieht, schauen sie alle ganz traurig drein, um dann sofort zu erklären, dass sie selbstverständlich keinesfalls an dem liberalen Waffengesetz rütteln werden.

Tagebuch:Gut und wem nützt das?

oitzinger:

Den Waffenkonzernen.

Tagebuch:Ja und wem nützt das noch?

oitzinger:

Den bösen Waffenbesitzern.

Tagebuch:Na, na oitzinger, da muss man aber schon etwas differenzieren. Nicht jeder der eine Waffe trägt ist automatisch ein Bösewicht.

oitzinger:

Nein?

Tagebuch:Nein, man kann zwischen seriösen und unseriösen Waffenbesitzern unterscheiden.

oitzinger:

Und wer ist wer?

Tagebuch:Nun da wären einmal die Seriösen, wie zum Beispiel Jäger, Sportschützen, Polizei, Bundesheer … und … und dann gibt es noch die unseriösen Waffenträger, wie zum Beispiel Jäger, Sportschützen, Polizei, Bundesheer und sonstige Waffennarren und Psychopathen. Die freuen sich natürlich, wenn man möglichst leicht zu Waffen kommt. Und wer profitiert noch von dieser Politik?

oitzinger:

Hm? Ich weiß nicht.

Tagebuch:Mensch oitzinger konzentrier' Dich doch ein wenig!

oitzinger:

Ich sagte doch schon, dass ich heute total übermüdet bin.

Tagebuch:Du hast die Waffenindustrie erwähnt und die Waffenliebhaber, wer profitiert noch davon!

oitzinger:

Der … der Politiker?

Tagebuch:Jaaaa. Na endlich. War doch nicht so schwer.

oitzinger:

Der Politiker … weil … weil er von den Waffenfreaks gewählt wird und vielleicht bekommt er zukünftig auch einen Vorstandsjob in irgendeinem Waffenkonzern.

Tagebuch:Na also, geht doch. So langsam verstehst Du wie Politik funktioniert. Übrigens es muss nicht immer ein Vorstandsjob sein. Für kleine Gefälligkeiten darf der Politiker eine Rede halten und kassiert dafür eine beträchtliche Gage. Das nennt sich dann auf Neudeutsch Consulting.

oitzinger:

Ach so funktioniert das. Glaubst Du dass, das auch die Hintergedanken vom Strache von der FPÖ waren, als er nach dem Massaker in den USA ein liberales Waffengesetz in Österreich forderte?

Tagebuch:Keine Ahnung, aber eines muss man der FPÖ lassen, die verstehen es zum richtigen Zeitpunkt, das … das … irgendetwas zu sagen.

oitzinger:

Und beide Aufgaben wurden wieder erfüllt.

Tagebuch:Ja richtig, allerdings gelingt das nicht immer. Manchmal ist es auch nur einlastig. Zum Beispiel das Auto ist ein Liebkind der populistischen Politiker, aber das hast Du ja auch schon in Deinem Beitrag vom 12. April richtig erkannt.

oitzinger:

Du hast ein gutes Gedächtnis.

Tagebuch:Danke, natürlich kann man aus dieser Autoverliebtheit politisches Kleinholz schlagen. Du kannst Dich sicherlich an die 160 km/h Aktion des BZÖ erinnern? Der Splitterpartei von der FPÖ.

oitzinger:

Ja, kann ich mich, aber verstanden hab’ ich das nicht. Jetzt wird die ganze Zeit von Feinstaub, NOx-Emissionen geredet und von der Gefährlichkeit der Geschwindigkeit und dann … und dann das …

Tagebuch:Nicht doch oitzinger, kapier’ doch endlich Politik geht über Leichen.

oitzinger:

Aber es gibt doch Untersuchungen und Statistiken …

Tagebuch:Jeder Politiker hat für solche Anschuldigungen die entsprechenden Textbausteine parat. Zum Beispiel verweist ein Journalist auf Statistiken dann sagt der geübte Politiker: „Glauben Sie nur an Statistiken, die sie selber gefälscht haben – Ha-ha-ha.“ Jeder Politiker glaubt, dass er der erste ist, der diesen Spruch verwendet. Der ungeübte Journalist vergisst dann nochmals nachzuhaken.

oitzinger:

Und was hat der Politiker davon?

Tagebuch:Na ganz klar, Politiker haben erkannt, dass viele Österreicher kleine Komplexerln sind und das mit Tempoüberschreitungen kompensieren und da keiner gerne Strafe zahlt, kommt diese Gesetzesänderung vielen Österreichern gerade gelegen.

oitzinger:

Aber sollte es da zu einem Unfall kommt, da gibt’s keine Überlebende.

Tagebuch:Das ist für Politiker nur gut so. Denn wer tot ist, kann sich nicht mehr aufregen.

oitzinger:

Und die Angehörigen?

Tagebuch:Die Angehörigen sind am Boden zerstört und haben keine Ambitionen bei der Politik mitzumischen. Aber reg’ Dich ab, oitzinger, die Tempo 160 – „Test-Strecke“ wurde ja mittlerweile abgeschafft.

oitzinger:

Schon, aber jetzt verlangt das BZÖ auf allen Autobahnen freie Fahrt.

Tagebuch:Tatsächlich! Mann sind die zäh. Diese FPÖ / BZÖler überraschen mich immer wieder auf das neue. Was schon so spät?
Da müssen wir morgen weiter machen. Ich hätt’ gar nicht gedacht, dass sich das so lange hinzieht.

oitzinger:

Geht in Ordnung, ich muss ohnehin ins Bett.

Tagebuch:Lass Dir in der Zwischenzeit ein Beispiel einfallen, wo die Politiker beide Aufgaben erfüllen.

oitzinger:

Ich werde es versuchen, Gute Nacht Tagebuch.

Tagebuch:Gute Nacht, oitzinger,

 

und diesmal keine Alpträume von Politikern, ha-ha-ha … ach er is’ schon weg … na dann … dann lass ich es auch sein.

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von oitzinger am: 25.04.2007, 21:59 Uhr

Mittwoch, den 25. April 2007

(Sonnenschein; Siemens-Chef Kleinfeld geht, angeblich wegen Schmiergeldzahlungen an den Betriebsrat, russischer Mafia-Bo … äh Oligarch beteiligt sich mit einem Drittel an der STRABAG, österr. Langläufer von Olympia-Aktivitäten ausgeschlossen, der Rest der Bevölkerung hat sich nichts zu Schulden kommen lassen, abgesehen von den Politikern …)  

oitzinger:

Hi Tagebuch!

Tagebuch:Hi? Immer diese Anglizismen – kannst Du denn nicht in der schönen deutschen Sprache grüßen?

oitzinger:

Jetzt tu doch nicht so oberlehrerhaft nur weil Du mir Politik beibringen willst. Du hast wohl wieder zu lange im Internet in den Burschenschaftsseiten herumgeschmökert. Also denn:
Einen wunderschönen guten Abend, liebes Tagebuch.
Servus die Maderln, servus die Buam …

Tagebuch:Ja, ist schon genug der Österreichquote.
Hast Du wenigstens die Hausaufgaben gemacht?

oitzinger:

Ja, leider.

Tagebuch:Was heißt hier leider?

oitzinger:

Soll ich Dir sagen, was mir heute passiert ist?

Tagebuch:Wenn’s sein muss.

oitzinger:

Ich komm’ grad mit dem Fahrrad von der Arbeit und wollte bei der Unterführung beim Gemeindeamt Debant unten durchfahren.

Tagebuch:Logisch bei einer Unterführung fährt man überwiegend unten durch … und?

oitzinger:

Schießt, um nicht zu sagen, fliegt da nicht ein Moped mit zwei so jungen Rotzbuben links von diesem Seitenweg mit Karacho, ohne Rücksicht auf Vorrang, daher, dass ich nur mehr mit aller Gewalt abbremsen konnte. Wäre ich nur eine Sekunde früher an diesem Ort gewesen, hätten die mich knallhart abgeschossen.

Die sollte man mal in ein Arbeitslager stecken, mit … mit … schweren Eisenketten, wo sie einen ganzen Tag nur Steine klopfen, dass sie am Abend vor Müdigkeit tot umfallen, dann würden ihnen diese Spaßetteln schon vergehen.

Tagebuch:Jetzt krieg Dich aber wieder ein.

oitzinger:

Na hör mal, die hätten mich beinahe über den Haufen gefahren. Wenn ich die krieg, die … die … die … Links und Rechts verstehst Du?

Oh, ich bin so wütend und weißt Du was …?

Tagebuch:Nein.

oitzinger:

Erst gestern oder war es vorgestern, las ich einen Artikel in der Zeitung, dass sich die Mopedunfälle versechsfacht haben, hast Du verstanden? VERSECHSFACHT!!!
Mich wundert gar nichts mehr, wenn solche 15Jährigen Schwachheinis den Schein bekommen.

Tagebuch:Ich versteh’ ja, dass du verärgert bist, aber …

oitzinger:

… Links und Rechts, verstehst Du, und das ist noch zu gut für die.

Ich hab’ mir mal den Artikel aus der Kleinen Zeitung nochmals rausgesucht.

Tagebuch:Und was steht da.

oitzinger:

Die Zahl der Mopedunfälle hat sich versechsfacht. Siehst Du, da steht es schwarz auf weiß. Seit 2002 wurde der Zugang zum Mopedführerschein erleichtert. In Österreich sind 5200 Mopedfahrer verunglückt. 38 sind gestorben und 1.378 Unfalllenker waren erst 15 Jahre alt. Und wenn ich die Politiker krieg, die für einen derartigen Gesetzesentwurf zuständig sind, dann … dann … aber

Tagebuch:Was dann … dann aber?

oitzinger:

Dann aber Links und Rechts! Die können sich in einer Reihe bei mir anstellen, dann gibt’s aber ein Watschenkonzern.

Tagebuch:Ich dachte, Du wärst jemand der Gewalttätigkeit verabscheut?

oitzinger:

Ja, tu ich auch, aber hier hört sich der Pazifismus auf.

Tagebuch:So jetzt kriegt sich der oitzinger wieder ein und wir analysieren die Thematik „Mopeds“ ganz sachlich, wie es sich für Erwachsene geziemt.

oitzinger:

Gut, ich werde mich bemühen.

Tagebuch:Ganz eine einfache Frage, weshalb glaubst Du, wurde ein solches Gesetz entworfen?

oitzinger:

Weil diese Verbrecher von Politiker …

Tagebuch:oitzinger!

oitzinger:

Ja ich weiß schon, ich soll sachlich bleiben. Nun einmal soll es eine Erleichterung für 15Jährige sein zum Mopedschein zu gelangen.

Tagebuch:Gut und weiter – Profiteure?

oitzinger:

Ganz eindeutige Profiteure sind die Wirtschaft und die Politiker. Die Wirtschaft, weil sie viel mehr Mopeds verkaufen kann und die Politiker, weil sie nach ihrer Politikerkarriere Vorstandsjobs in den Mopedfirmen erhalten.

Tagebuch:Ja, das mit den Vorstandsjobs war ja nur eines von vielen Beispielen, sie könnten zum Beispiel noch …

oitzinger:

Reden halten und fette Gagen bekommen …

Tagebuch:Bravo oitzinger, gut geler …

oitzinger:

… das nennt man dann Consulting.

Tagebuch:Ich bin schwer beeindruckt. Du mauserst Dich zu einem unsympathischen Streber. Gibt es noch welche Profiteure?

oitzinger:

Hm, da tue ich mir jetzt etwas schwer. Eigentlich wären es ja die 15Jährigen Mopedfahrer, wenn man mal von jenen 1.378 absieht, die verunglückten oder starben. Das könnte ein paar Kritikpunkte von der Bevölkerung einbringen … und von uns Radfahrern.

Tagebuch:I wo, einen Profipolitiker lässt das kalt.

Ein sehr probate Antwort wäre in diesem Fall, dass die Wirtschaft dadurch gestärkt wird und ganz besonders wirkungsvoll der dezente Hinweis, dass dadurch Arbeitsplätze für Jugendliche geschaffen werden.

Der erfahrene Politiker lässt sich noch mit einem Jugendlichen im Blaumann ablichten. Am besten der Politiker krempelt sich auch noch die Hemdsärmel hoch und das Wahlvolk weiß sofort Bescheid: Das ist einer der nicht nur redet, sondern es auch versteht richtig anzupacken.

oitzinger:

Geht’s der Wirtschaft gut, geht’s den Politikern gut. Ich habe mir dann noch überlegt, wenn 15Jährige gerne Moped fahren und wenn sie wählen könnten, dann würden sie jener Partei, ihre Stimme geben, die es ihnen ermöglicht Moped zu fahren. So betrachtet müsste man das Wahlalter auf 15 senken.

Tagebuch:Du redest schon wie ein Politiker. Was ich noch erwähnen wollte, manchmal profitiert nicht nur ein einzelner Politiker von solchen Entscheidungen, sondern die ganze Partei.

oitzinger:

Das wird aber schwierig mit dem Schmiergeld?

Tagebuch:Überhaupt nicht, da gibt es genügend Hintertürl.

oitzinger:

Und wie sehen die aus?

Tagebuch:Damit ’s nicht zu anstrengend wird, nenne ich Dir nur eines: Bleiben wir am besten bei Deinem Beispiel. Nehmen wir an, diese Mopedfirma möchte sich für diese politische Entscheidung bei der gönnerhaften Partei pekuniär bedanken.

oitzinger:

Pekuniär? Pekuniär bedanken?

Tagebuch:Ja in Form von Geld, ich wollte das nicht so direkt sagen.

oitzinger:

Ach so, Du darfst hier so auf lateinisch oder französisch den Stenz machen, aber wenn ich ‚Hi’ sage, dann sei das verwerflich. So jetzt möchte ich, dass Du hier in deutscher Klarheit sprichst.

Tagebuch:Ja, ist schon recht oitzinger, die Mopedfirma will also der behilflichen Partei ein paar Scheine zukommen lassen.
Wie glaubst Du, wird sie das machen?

oitzinger:

Hm? Lass mich mal nachdenken. Man könnte Lobbyisten einschalten und diese sollten den Ehepartnern der Parteifunktionäre ein nettes Sümmchen auf ’s Giro überweisen. Und sollte es auffliegen, dann hat keiner eine Ahnung, was die Ehefrau oder der Ehemann da getan hat.

Tagebuch:oitzinger, oitzinger!
Du hast vielleicht eine seltsame Phantasie.
Wo nimmst Du immer nur diese schrägen Ideen her? Du solltest wirklich weniger fernsehen.
Dass, das keine Korruption wäre, würde wohl kein normaler Mensch abnehmen.

oitzinger:

War ja nur so eine Überlegung.

Tagebuch:Nein es gibt da elegantere Möglichkeiten. So hat zum Beispiel jede Partei eine eigene Zeitung.

oitzinger:

Und?

Tagebuch:Nun, eine Zeitung lebt unter anderem davon, dass sie Werbeinserate schaltet. Also schaltet die Mopedfirma eine doppelseitige Werbeanzeige in der jeweiligen Parteizeitung und …

oitzinger:

Entschuldige, dass ich Dich hier unterbrechen muss, aber ich hab’ grad’ eine Klausur in Betriebswirtschaftslehre hinter mir und da kann ich Dir mit Bestimmtheit sagen, dass es vollkommener Schwachsinn ist, ein zweiseitiges Inserat in einer Parteizeitung zu schalten.

Wer liest denn schon eine solche Zeitung?

Oder wie wir Betriebswirtschaftler dies zu benennen pflegen:
Bei der Feststellung des außerökonomischen Werbeerfolges wird besonderes Augenmerk auf die Werbeberührung, Werbebeeindruckung und Werbeerinnerung gelegt.

Und bei einer Parteizeitung kommt es schon kaum zu einer Werbeberührung, geschweige denn zu einer Werbebeindruckung und demzu…

Tagebuch:oitzinger, oitzinger!

Ich glaub’ Dir ja, dass Du fleißig BWL gebüffelt hast, aber wir haben hier nicht eine BWL-Vorlesung, sondern eine Politikstunde.

Die Firma verfolgt durch die Inseratschaltung, doch keinen Marketingplan oder Werbefeldzug.

oitzinger:

Nein? Was denn dann?

Tagebuch:Na, das was sie macht, ist eine kleine feine doppelseitige regelmäßige Parteienspende.

oitzinger:

Du meinst es geht ihr gar nicht um die Werbung?

Tagebuch:Nein, natürlich nicht.

oitzinger:

Ahaaaa, jetzt versteh’ ich. Dann ist es eigentlich völlig egal, ob jemand diese Werbung liest?

Tagebuch:Na, jetzt hast Du es geschnallt, etwas schwer vom Begriff, aber immerhin.

oitzinger:

Genial!

Die sind vielleicht gewieft. Und so kann ihnen keiner was anhängen, dass hier so etwas wie Korruption vorliegt.

Tagebuch:Du hast es erkannt und weil Dich diese Erkenntnis dermaßen erschöpft hat, beschließen wir für heute auch schon wieder unsere Politikstunde und ich wünsche Dir eine gute Nacht, oitzinger.

oitzinger:

Mann sind die schlau, richtig durchtrieben, äh …

Gute Nacht, Tagebuch

… richtig fies, diese Politiker und schlau … das hätt' ich denen gar nicht zugetraut.

 
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von oitzinger am: 26.04.2007, 23:35 Uhr

Mittwoch, den 25. April 2007
(Sonnenschein, Trockenheit, Dürre,
Das heisere Lachen der Schakale ertönt aus den Orangenhainen ringsum … (gestohlen von Kishon))



oitzinger:

Halli – Hallo Tagebuch.

Tagebuch:Hallo, oitzinger.
Sind wir heute besser gelaunt.

oitzinger:

Nun, ja bis Du mich wieder mit diesen Politikunterricht in die Depression stürzt, schon.

Tagebuch:Du darfst Dich nie zu sehr in diese Dinge hineinversetzen, sonst machst Du Dich noch ganz fertig, Du nimmst das alles fiel zu persönlich.

oitzinger:

Ja, vielleicht hast Du Recht.
Wie Wissenschaftler wollen wir das Thema Politik sezieren.

Tagebuch:Genau.

oitzinger:

Hin und wieder darf wohl eine sarkastische Bemerkung erlaubt sein.

Tagebuch:Ja, meinetwegen.

oitzinger:

Um was geht es denn heute?

Tagebuch:Um das Thema ‚Drogen’.

oitzinger:

Ui. Da kenn’ ich mich sogar ein bisserl aus. Das ist aber ein endlos langes Thema.

Tagebuch:Wir müssen uns ja nicht gleich alle Drogen vornehmen.

oitzinger:

Aber bevor Du anfängst hätte ich doch noch eine Frage.

Tagebuch:Bitte schieß los.

oitzinger:

Also wir haben den Mechanismus von politischen Entscheidungen nun schon ein paar Mal durchgenommen. Es folgt ja immer nach dem gleichen Schema. Wer profitiert davon, wer verliert. Natürlich immer die Politiker und die Wirtschaft.

Tagebuch:Das mag zwar sehr einfältig klingen, aber um die Politik klar zu beurteilen, sollte man dieses Schema immer wieder anwenden.

oitzinger:

Aber wo ist ein eigentlich das Volk? Wir wissen wie viele Politiker verlogen agieren, aber wieso kommt da nicht einmal einer aus dem Volk daher und deckt dieses Lügengebäude mal auf?

Tagebuch:Nun, wie soll ich Dir das erklären? Hm. Hast Du schon einmal einen Brief an eine Partei oder Politiker geschrieben?

oitzinger:

Ja, schon mehrere.

Tagebuch:Nenn, mal ein Beispiel.

oitzinger:

Hm? Im Rahmen einer Recherche betreffend Gewaltprävention bin ich auf eine ausgesprochen brutale Kampfsportart gestoßen, die in vielen Ländern auf Grund ihrer furchtbaren Brutalität verboten ist. Nicht so in Österreich. In Österreich wurde sie unter anderem von einem gewissen Stefan Helmreich, einen ÖVP-Funktionär praktisch etabliert. Ich schrieb also der ÖVP ein E-Mail, mit dem Hinweis, wie derartige Brutalo-Veranstaltungen mit den christlichen Werten, die die ÖVP stets ostentativ vor sich herträgt, vereinbar sind?

Tagebuch:Und was haben sie Dir geantwortet?

oitzinger:

Nichts. Ich war eigentlich erschüttert, dass man derartiges zulassen darf. Selbst dieser komischer DJ Ötzi ist ein Fan von dieser Kampfsportart. Was muss man eigentlich für einen perversen Charakter haben, wenn man sich daran amüsiert, wenn sich Menschen gegenseitig malträtieren? Und wenn einmal eine nackte Frauenbrust herumhängt, dann echauffieren sich die Herren und Damen ÖVPler gerne. Ich find’ das schlichtweg verlogen.

Tagebuch:Ich versteh’.

oitzinger:

Na, wenigstens einer:

Tagebuch:Immerhin bin ich Dein Alter Ego.

oitzinger:

Ach so, dann zählt ’s ja nicht.

Tagebuch:Also Du hast keine Antwort von der ÖVP erhalten?

oitzinger:

Nein, wahrscheinlich deshalb, weil diese Frage wohl kaum mit Argumenten zu entkräften gewesen wäre.

Tagebuch:Stimmt.
Und deshalb ist das Schweigen von Parteien ein probates Mittel.

oitzinger:

Na gut, aber was ist mit den Medien, was ist mit der Kirche?

Es schweigen eigentlich alle. Zuerst wird einem in der Schule Demokratie und Meinungsfreiheit eingetrichtert und dann schweigen sie alle.

Tagebuch:Apropos Demokratie: Unsere Politiker quasseln doch die ganze Zeit, wie wichtig die wäre, nicht wahr?

oitzinger:

Ja?

Tagebuch:Insbesondere bei Gemeinderatswahlen. Würdest Du China als eine Demokratie einstufen?

oitzinger:

Nein, nicht wirklich – bei einer Partei is’ das schon ein wenig dürftig.

Tagebuch:Würdest Du Taiwan als Demokratie einstufen?

oitzinger:

Ja, natürlich, dort gibt es ja auch reguläre Wahlen. Oder?

Tagebuch:Somit würdest Du Taiwan auch als eigenständigen Staat anerkennen?

oitzinger:

Natürlich. Ist er das nicht? Ich weiß, zwar dass China, das nicht tut und dass die immer ihre Manöver vor der Küste Taiwans abhalten, was ich persönlich abscheulich finde, aber deshalb ist Taiwan doch ein eigenständiger Staat?

Tagebuch:Jetzt lies mal das durch: Eine Antwort-E-mail vom Außenministerium vom 29. März 2005:
Österreich bekennt sich in Übereinstimmung mit der Europäischen Union zur Ein-China Politik. Wir unterhalten wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen zu Taiwan, aber keine offiziellen diplomatischen Beziehungen.“

oitzinger:

Ich bin etwas verwundert.

Tagebuch:Und warum glaubst Du reagiert die EU und natürlich auch Österreich so?

oitzinger:

Weil China ein wichtiger Wirtschaftspartner für die EU ist.

Tagebuch:Siehst Du, das ist alles Bla Bla, was unsere Politiker von sich geben, wenn irgendwo mit Scheinen gewunken wird, dann gibt es keine Demokratie und keine Menschenrechte mehr.

Dafür beschränken sich die Frauenrechtlerinnen mit dem Erstellen von Broschüren über Gender-Mainstreaming und die Politiker geiseln Dich, wenn Du statt Frau Doktorin nur Frau Doktor sagst oder schreibst.

oitzinger:

Ich bin schockiert.

Tagebuch:Interessant ist noch zu wissen, dass der Vatikan der einzige Staat in Europa ist, mit dem Taiwan offizielle diplomatische Beziehungen pflegen kann.

oitzinger:

Ich bin jetzt eigentlich nicht gerade ein Kirchenfreund, aber in dieser Beziehung ziehe ich meinen Hut vor dem Vatikan.

Tagebuch:Und wenn, dass nächste Mal ein Politiker über den Wert der Demokratie sprechen will, dann brüll’ ihm mal das ins Gesicht.

oitzinger:

Auf dieses Wissen brauch’ ich einen Whiskey. Wart mal.

Tagebuch:Das wäre eigentlich unser heutiges Thema gewesen. Na, dann machen wir das morgen durch …

oitzinger:

Sodala, da bin ich wieder. Wo ist denn jetzt … Tagebuch?! Hallo Tagebuch! Na so was lässt mich hier einfach mutterseelenallein …

 
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von oitzinger am: 30.04.2007, 22:21 Uhr
Walpurgisnacht und man könnte Hexen zu Gesicht bekommen, offenbar ist mein Kalender kaputt, denn ich sah schon an ganz anderen Tagen haufenweise Hexen und manch eine verhexte mich auch schon)  

Tagebuch:

OITZINGER!

oitzinger:

Ja, mein Gott, Dein Gebrüll wird ja zur Gewohnheit.

Tagebuch:Na, Gott sei Dank, Du lebst noch.

oitzinger:

Wieso wegen dieses E-Mails an die Stadtgemeinde Graz?

Tagebuch:Ja, natürlich.

oitzinger:

Noch hat mich der Grazer Bürgermeister nicht von den Hells Angels umbringen lassen, aber was nicht ist …

Tagebuch:Hör auf, mit solchen Sachen macht man keine Witze – diese Gruppe ist gefährlich – sieh’ Dir mal die Seite des Innenministeriums (http://www.bmi.gv.at/oeffentlsicherheit/2000/04/artikel_11.asp) an, wenn Du schon mir nicht glaubst.

oitzinger:

Ist schon in Ordnung.

Tagebuch:Du hast auch zwischenzeitlich keine E-Mails an irgendwelche Ämter, Behörden, Ministerien usw. geschickt?

oitzinger:

Neeein. Obwohl unseren Innenminister Herrn Platter hätte ich schon einmal gefragt, ob er es mit dem christlichen Glauben vereinbaren kann, dass derartige …

Tagebuch:Lass das ja sein. Außerdem hat er noch genug Sorgen bezüglich dieser Eurofighter-Geschichte.

oitzinger:

Wieso Eurofighter? Von den Freefightern zu den Eurofightern?

Tagebuch:Mann, oitzinger, ein bisschen könntest Du Dich schon für Politik interessieren. Platter war ja auch einmal Verteidigungsminister. Ich erklärte Dir doch, dass Politiker jede Art von Job annehmen können, weil sie uns gewöhnlichen Erdenbürgern geistig enorm überlegen sind.

oitzinger:

Das letzte war aber jetzt ironisch gemeint, oder?

Tagebuch:Natürlich, das hättest Du jetzt gar nicht fragen gebraucht.

oitzinger:

Da fällt mir aber jetzt etwas auf. Mir kommt praktisch eine Idee.

Tagebuch:Nein, oitzinger, lass das Denken den Pferden, die haben größere Köpfe.

oitzinger:

Wenn die Hells Angels bei diesen Brutalo Veranstaltungen dabei waren und diese von der Polizei organisiert wurden, die dem Innenministerium unterstehen und Platter ehemals Verteidigungsminister … Tagebuch! Verstehst Du worauf ich hinaus will?

Tagebuch:Nein, ich versteh’ nur mehr Bahnhof.

oitzinger:

Weißt Du von wem diese Gruppe gegründet wurde?

Tagebuch:Nein und es interessiert mich auch nicht mehr, die Sache wird mir zu heiß, lass uns endlich zum Thema Drogen kommen.

oitzinger:

… von ehemaligen Kampffliegern in einem Bombengeschwader, das sich so nannte. Kampfflieger – Eurofighter verstehst Du den Zusammenhang? Die Hells Angels und der jetzige Innenminister stecken unter einer Decke und haben den Airchief unter Druck gesetzt. Jetzt wird mir alles klar, es ist alles so einfach, so glasklar, das Puzzle ist gelöst.

Tagebuch:AUS. SCHLUSS!! Deine Phantasie geht mit Dir durch. Jetzt zum Thema Drogen:

oitzinger:

Na schön. Was willst Du mir über Drogenpolitik erklären, obwohl, da kenn’ ich mich ohnehin recht gut aus.

Tagebuch:So, so der oberg’scheite oitzinger, kennt sich bei der Drogenpolitik aus?

oitzinger:

Na, klar, weißt Du wie viel Leserbriefe ich über die Legalisierung von Cannabis schon geschrieben habe?

Tagebuch:Du willst also, dass praktisch alle mit dem Cannabis-Rauchen beginnen sollen, ich dachte Du wärst ein Gegner des Rauchens.

oitzinger:

Ja und nein. Oh Gott Du redest schon wie meine Mutter.

Tagebuch:Na, dann erzähl mir mal was über Drogen.

oitzinger:

Na, ääh … was soll ich jetzt sag …:
„Keine Macht den Drogen!“

Tagebuch:Das ist alles?
Das ist alles, was Du über Drogen weißt?

oitzinger:

Nein, einen hab ich noch:
„Drogen sind uncool!“

Tagebuch:Du solltest Drogenaufklärungsunterricht in den Schulen machen.

oitzinger:

Findest Du?

Tagebuch:Nein!!! Natürlich nicht. Da lacht Dich jedes Kindergartenkind aus, solche Sprüche bringen höchstens noch Politiker zum Vorschein.

oitzinger:

Weißt Du was mich ärgert an dieser Drogenpolitik?

Tagebuch:Nein, aber Du kannst es mir morgen erzählen.

oitzinger:

Wieso morgen?

Tagebuch:Weil wir nur 64.000 Zeichen für einen Beitrag Platz haben und Du kommst von hundersten ins Tausendste. Da wundert es mich gar nicht, dass Du in Deiner Deutschklausur nur auf ein Befriedigend gekommen bist.

oitzinger:

Was soll ich machen, meine Tinte ging zur Neige und ich musste abrupt abbrec ….

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von oitzinger am: 01.05.2007, 21:33 Uhr

Dienstag, den 1. Mai 2007
(sonnig, wolkig, regnerisch – Aprilwetter am 1. Mai, übliche 1. Mai-Randale in Deutschland,
die üblichen Parteireden, abgesehen von der FPÖ, die will Südtirol nach Österreich zurück holen, hat eigentlich jemand die Südtiroler gefragt?)



oitzinger:

Heute ist 1. Mai.

Tagebuch:Ja, ja Freundschaft oitzinger.

oitzinger:

Freundschaft! Laut Bauernkalender ist heute ein guter Tag Hanf zu pflanzen.

Tagebuch:oitzinger, oitzinger wenn Du immer solche Sachen sagst, wie soll ich erkennen, ob Du es einmal ernst meinst?

oitzinger:

Weißt Du was mich ärgert an dieser Drogenpolitik?

Tagebuch:Nein, aber Du wirst es mir jetzt gleich erzählen.

oitzinger:

Die Verlogenheit …. diese schamlose Verlogenheit dieser Pol … oh ich könnte …

Tagebuch:Jetzt gehen wir aber die Sache wieder etwas wissenschaftlicher an. Wir haben das schon mehrmals erkannt, dass die Politiker es mit der Wahrheit nicht wirklich ernst nehmen.

oitzinger:

Nicht nur Politiker, auch die Medien sind nicht ganz unschuldig.

Tagebuch:Wie meinst Du das?

oitzinger:

Na nehmen wir mal die Droge Tabak her. Wir wissen, doch ganz genau, dass das Nikotin eines der stärksten Pflanzengifte ist. Gift verstehst Du, Gift!

Tagebuch:Ja ich hab verstanden ‚Gift’ und weiter?

oitzinger:

Abgesehen von Nikotin schweben mehr als 8.000 Schadstoffe in der Luft, die Krebs verursachen können. Auch diese Schadstoffe können wir ohne schlechtes Gewissen als Gift bezeichnen.

 

Und wir wissen auch, dass die überwiegende Anzahl der Raucher süchtig sind. Das heißt sie brauchen ihren Stoff, sind total abhängig von der Tabakindustrie, die sich ins Fäustchen lächelt, was die Kundenbindung betrifft, um das mal betriebswirtschaftlich auszudrücken.

Tagebuch:Ja, das ist mir schon klar, aber worauf willst Du hinaus?

oitzinger:

Hast Du jemals in einer Zeitung gelesen, dass Raucher als ‚Suchtgiftler’ bezeichnet wurden? Ich will mit diesem Ausdruck niemanden herabsetzen oder es als Schimpfwort verwenden, aber es trifft doch in aller Deutlichkeit den Kern der Sache.

Tagebuch:Vielleicht wollen die Medien niemanden beleidigen - gemäß dieser ‚political correctness’.

oitzinger:

Niemanden beleidigen, dass ich nicht lache, wenn die Zeitungen über Cannabiskonsumenten schreiben, haben sie keine Probleme diese als Suchtgiftler zu bezeichnen. Obwohl und das weißt Du genau so wie ich an Cannabis in Österreich noch niemanden gestorben ist.

Tagebuch:Demzufolge wären ja der Pfeifenraucher Jörg Haider und der Zigarettenraucher Van der Bellen auch Suchtgiftler?

oitzinger:

Natürlich und warum tituliert man sie nicht als solche?

Tagebuch:Keine Ahnung, aber weshalb bist Du Dir so sicher, dass in Österreich noch niemand an Cannabis gestorben ist?

oitzinger:

Weil ich vor drei Jahren an das Bundesministerium für Gesundheit und Frauen geschrieben habe?

Tagebuch:Oh nein, nicht schon wieder, die haben ja nur mehr Arbeit mit Dir.

oitzinger:

Woher sollte ich sonst eine seriöse Auskunft erhalten? Von den Grünen oder von der FPÖ?

Tagebuch:Und was haben Sie geschrieben.

oitzinger:

Laut E-Mail vom Bundesministerium für Gesundheit und Frauen vom 14. Mai 2004 schreibt Herr Dr. Schopper:

Ausgehend von der alljährlich vom Bundesministerium für Gesundheit und Frauen erstellten Statistik und Analyse der suchtgiftbezogenen Todesfälle war bislang kein ursächlich auf den Konsum von Cannabis zurückzuführender Todesfall in Österreich zu verzeichnen.“

Tagebuch:Interessant.

oitzinger:

Und wie viele Leute sterben an den Folgen von Tabakkonsum jährlich in Österreich?

Tagebuch:Das weiß ich, laut WHO 14.000 Tote durch Tabakkonsum und man schätzt cirka 8.000 Tote durch Alkoholkonsum.

oitzinger:

Macht in Summe?

Tagebuch:22.000 Tote jährlich in Österreich.

oitzinger:

Wie viel Tote gab es eigentlich beim Unglück in Kaprun?

Tagebuch:Laut Internet 155 Tote.

oitzinger:

Bitte, versteh’ mich nicht falsch, ich will hier Tote nicht gegeneinander aufrechnen, aber die Dramatik sollte uns schon etwas in den Kopf gehen. Würde es sich um eine Epidemie handeln würden die Panik in Österreich ausbrechen, so stellt man das Rauchen als Normalität hin. Außerdem darf ich schon die Frage stellen, weshalb kommt man wegen Cannabis ins Gefängnis und wenn ich ein Bier trinke nicht?

Ich will hier nicht zum Konsum von Cannabis aufrufen, aber die Verlogenheit unserer Politiker ist wohl mehr als klar erkennbar.

Tagebuch:Na, das ist nun mal Politik.
Wahrheit hat mit Politik nicht viel zu tun.

oitzinger:

Jetzt kommt’s:
Die Kleinen Zeitung vom 25. November 2006 schreibt, dass es bereits 191 Drogentote gibt.

Tagebuch:Da haben sie sich aber etwas vertan, sind wir nicht auf 22.000 gekommen?

oitzinger:

Das lässt den Schluss zu, dass die Kleine Zeitung wie viele andere Journalisten auch, die Drogen Alkohol und Tabak gar nicht als das, was sie eigentlich sind, wahrnehmen.

Tagebuch:Wenn Du aber Journalisten fragen würdest, ob Tabak und Alkohol Drogen sind, würden sie es bejahen.

oitzinger:

So ist es.
Irgendwie erinnert mich dies an den Roman ‚1984’ von George Orwell in dem das System eine eigene Sprache, eben das ‚Neusprech’, erfindet.

Tagebuch:Sie messen mit zweierlei Maß.

oitzinger:

Als die Polizei in Osttirol bei einer Privatfeier Cannabis vorfanden, schrieben die Zeitungen sofort von Drogenpartys. Im Rahmen eines Leserbriefes an den ‚Osttiroler Boten’, unserer Lokalzeitung, hab’ ich versucht diese Verlogenheit klarzustellen und als ironischen Abschluss habe ich geschrieben:

„Wenn man der Wahrheit Genüge tun will, muss man auch Veranstaltungen wie die 'Oberlienzer Schnapsbauerntage' oder die 'Lienza Pfeifnracha' als 'Drogenpartys“ titulieren.“

Tagebuch:Ziemlich frech.
Und wie waren die Reaktionen?

oitzinger:

Es gab keine Reaktionen, weil die Redaktion diesen Satz gestrichen hat. Soviel zur Redefreiheit in Österreich.

Tagebuch:Wer sind eigentlich diese „Lienzer Pfeifenraucher“?

oitzinger:

Nun es geht eigentlich darum, wer am längsten eine Pfeife rauchen kann. Wenn Zeitungen darüber berichten, sind sie aber selten darüber bestürzt, ist das nicht verdächtig? In meiner Nachbarschaft lebte eine Dame, die war Mitglied in diesem Club und wurde gar Österreichische Meisterin in dieser Disziplin.

Tagebuch:Die wird aber keine Freud’ haben, wenn Du so kritisch über das Rauchen schreibst.

oitzinger:

Sie ist heuer an Lungenkrebs gestorben.

Dieses Mal wurde allerdings nicht erwähnt, dass sie Österreichmeisterin in Pfeifenrauchen war.

Warum eigentlich? Aus Pietät?

Doch kann man von Pietät sprechen, wenn die Medien eine Droge verharmlosen, an der jährlich 14.000 Menschen allein nur in Österreich sterben?

 
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von oitzinger am: 02.05.2007, 21:47 Uhr

Mittwoch, den 2. Mai 2007
(trübes Wetter, bin mit dem Auto ins Büro gefahren, also nicht direkt ins … sondern … na eh schon wissen)


Tagebuch:

Nun, lieber oitzinger, jetzt wird es aber Zeit unsere Politiklektionen zu beenden. Eigentlich wollte ich lediglich zwei Beiträge und nicht mehr mit Dir …

oitzinger:

Sind wir schon fertig?

Aber habe ich Dir schon erzählt, dass der Tabakkonzern Reemtsma regelmäßig einen Preis für die Pressefreiheit an deutsche Journalisten verleiht.

Tagebuch:Klingt etwas nach Bestechung.

oitzinger:

Zumindest hat es sicherlich die Funktion die Journalisten wohlwollend zu stimmen. Das Amüsante daran, wenn es nicht so traurig wäre, der Norddeutsche Rundfunk durfte dabei gar nicht filmen. Bei einer Veranstaltung, die im Rahmen der Pressefreiheit durchgeführt wurde, aber ich hab’ Dir ja bereits im Beitrag vom 4. April 2007 darüber berichtet.

Tagebuch:Ja, hast Du. Hast Du noch andere Beispiele parat?

oitzinger:

Nun laut ARD erhielt das deutsche Gesundheitsministerium von der Tabakindustrie Gelder zum Zwecke der Drogenaufklärung mit der Auflage, dass Raucher oder die Tabakindustrie nicht verunglimpft werden dürften. Riecht auch ein bisserl nach Schmiergeld. Findest Du nicht auch?

Tagebuch:Kann man nicht ganz abstreiten.

oitzinger:

Dann gibt es noch andere Preisverleihungen. Zum Beispiel wird der „Pfeifenraucher des Jahres“ von der Tabakindustrie an eine berühmte Person in unserer Gesellschaft verliehen. Warum glaubst Du macht dies die Tabakindustrie?

Tagebuch:Hm keine Ahnung. Vielleicht will man positive Assoziationen zum Pfeifenrauchen herstellen einerseits – und andererseits zieht man somit einen prominenten Werbeträger an Land, praktisch über das Hintertürchen, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass sich seriöse Sänger oder Schauspieler für so etwas hergeben?

oitzinger:

Du glaubst mir wohl nicht?

Tagebuch:Na, dann nenn’ mir mal welche Namen.

oitzinger:

Gut, ich leg’ Dir mal diese Liste aus Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Pfeifenraucher_des_Jahres) vor:

 

1969 – Herbert Wehner
1970 – Vicco von Bülow, alias Loriot
1971 – Hans-Joachim Kulenkampff
1972 – Gerhard Jahn
1973 – Manfred Schmidt
1974 – Günther Schramm
1975 – Helmut Kohl
1976 – Friedrich Nowottny
1977 – Siegfried Lowitz
1978 – Ernst Benda
1979 – Golo Mann
1980 – Fritz Wagnerberger
1981 – keine Vergabe bekannt
1982 – Constantin Freiherr Heereman von Zuydtwyck
1983 – Joachim Fuchsberger
1984 – Norbert Blüm
1985 – Thomas Gottschalk
1986 – Michael Ende
1987 – Wolfgang Menge
1988 – Hans Clarin
1989 – Claude Chabrol
1990 – Wolfgang Schäuble die Preisverleihung fand jedoch wegen des Attentates auf ihn nicht statt
1991 – Kurt Biedenkopf
1992 – Uffe Ellemann-Jensen
1993 – Franke Sloothaak
1994 – Bodo H. Hauser
1995 – Peter Struck
1996 – keine Preisverleihung
1997 – Rüdiger Joswig
1998 – Dieter Schulte
1999 – Franz Xaver Kroetz
2000 – Günter Grass
2001 – keine Preisverleihung
2002 – Tobias Moretti
2003 – keine Preisverleihung
2004 – Udo Nagel
2005 – Klaus Rauscher
2006 – Joachim Poß

Tagebuch:Ehrlich gesagt bin ich von diesen Menschen schon sehr enttäuscht. Manch einen, hätte ich diese freiwillige Instrumentalisierung der Tabakindustrie wohl nicht zugetraut.

oitzinger:

Nun, mir fällt noch ein, als in Innsbruck Drogentote gemeldet wurden, verkündete der ORF, dass sie an einem Drogenmix und Alkohol starben. Verstehst Du Drogenmix und Alkohol?

Tagebuch:Ja, ja ich versteh’ Alkohol ist eine Droge.

oitzinger:

Sag mal, Tagebuch, lässt Dich das alles kalt?

Tagebuch:Nein, ich bin nur etwas abgebrüht, mich regt die Verlogenheit von Politik und Medien nicht mehr auf.

oitzinger:

Dir ist aber schon klar, welche Mächte dahinter stehen?

Tagebuch:Wie meinst Du das?

oitzinger:

Na, stell’ Dir mal vor, die Mehrheit der Redakteure der österreichischen Medien, egal ob Print- oder TV, wären Raucher, wie würde die Berichterstattung ausschauen?

Tagebuch:Vielleicht etwas sehr subjektiv?

oitzinger:

Etwas ist gut. Aufgefallen ist mir das beim ORF. Du weißt ja, dass die Umstellung auf das Rauchverbot in Italien in öffentlichen Gaststätten ausgesprochen gut gelaufen ist.

Tagebuch:Ja, was ich so aus der Presse erfahren habe.

oitzinger:

Nun im Rahmen dieser Raucherdebatte schaltete Radio ORF Tirol zu einem Kollegen in Südtirol.

Tagebuch:Ja und?

oitzinger:

Na dieser Journalist schimpfte darüber, dass das Rauchverbot in Italien ein totaler Reinfall war und schlichtweg nicht funktioniert.

Tagebuch:Das ist seltsam ich habe doch ganz andere Informationen.

oitzinger:

Dachte ich mir auch und es war mir plötzlich klar, denn der Nordtiroler ORFler klärte auf, dass der Südtiroler Journalist Raucher ist. Siehst Du wie schnell Informationen auf Grund von Drogenabhängigkeit verfälscht werden können?

Tagebuch:Ja, das ist schon ein bisserl unheimlich. Aber oitzinger reg’ Dich ab, jetzt kommt in Österreich ohnehin ein etwas strengeres Rauchverbot in den Gaststätten.

oitzinger:

Ja, ja das kenn’ ich schon, dann krieg’ ich einen Platz neben der Toilette zugewiesen und der Tabakrauch bläst mir von links und der Gestank von der Toilette von rechts.

Tagebuch:Nun, die FPÖ und das BZÖ sind allerdings dagegen.

oitzinger:

Gegen was?
Gegen meinem Toilettenplatz?

Tagebuch:Ach oitzinger, nein, natürlich gegen ein strengeres Rauchverbot.

Aber das erzähl’ ich Dir morgen.

Gute Nacht, oitzinger.
oitzinger:Gute Nacht, Tagebuch.
 
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von oitzinger am: 04.05.2007, 00:29 Uhr

Mittwoch, den 3. Mai 2007
(sonnig bis trüb)


 

oitzinger:

Hey, Tagebuch, Du wolltest mir erklären, mit welcher Begründung das BZÖ sich gegen das neue Rauchergesetz in Gaststätten ausspricht?

Tagebuch:Nun, das BZÖ begründet es damit, dass die österreichische Bevölkerung reif genug ist freie Entscheidungen zu treffen und sie nicht derartige Reglementierungen und Bevormundungen benötigt.

oitzinger:

Nein, das gibt’s nicht? Ich habe doch erst letztes Jahr mit dem BZÖ diskutiert, den Konsum von Cannabis zu legalisieren. Soll das heißen, dass das BZÖ für die Legalisierung von allen Drogen sich einsetzt.

Tagebuch:Nein!

oitzinger:

Aber sie befinden doch, dass die Österreicher alle reif genug sind, freie Entscheidungen zu treffen.

Tagebuch:Ja, aber nicht reif genug für bestehende illegale Drogen.

oitzinger:

Das geht doch gar nicht, ich kann heute nicht für reif genug erklärt werden und morgen bin ich plötzlich wieder unreif.

Tagebuch:Das ist Politik! Wenn Du ein Politiker bist, darfst Du keinen Skrupel zeigen, Du musst fähig sein den Leuten zu erklären, dass der Himmel rosarot ist, selbst wenn er blitze-blau ist.

oitzinger:

Dann schickt man mich in die Irrenanstalt.

Tagebuch:Politiker genießen Immunität.

oitzinger:

Das ist doch reinster Populismus!

Tagebuch:Als Jörg Haider im deutschen Fernsehen konfrontiert wurde, dass er doch nur ein Populist sei, weißt Du was er darauf geantwortet hat?

oitzinger:

Nein.

Tagebuch:Er meinte, dass Populismus nur ein anderes Wort für Demokratie ist.

oitzinger:

Aus der Sicht der Sprachwissenschaft könnte er Recht haben, aber die Bedeutung von Populismus hat sich doch etwas geändert. Das würde ja bedeuten, dass man alles sagen darf, so ferne es der Mehrheit der Bevölkerung entspricht.

Tagebuch:Es muss nicht unbedingt die Mehrheit sein, es reicht schon, wenn es sich um eine brauchbare Minderheit handelt. Ja das ist Demokratie.

oitzinger:

Das heißt also, selbst wenn eine politische Entscheidung nicht den Werten der Vernunft, der Rationalität, der Moral entspricht, kann man es als Politiker vertreten.

Tagebuch:Es gibt ca. 2,3 Millionen Raucher in Österreich. Das ist eine ganz schöne nette Wählerschicht und für manch einen Raucher ist das Rauchen so wichtig, dass er sich womöglich dafür entschließen könnte, das BZÖ / FPÖ zu wählen. Das ist das Kalkül der BZÖ oder FPÖ.

oitzinger:

Hätte sich aus irgendwelchen Gründen, die Geschichte anders entwickelt. Zum Beispiel es würden 2,3 Millionen Österreicher Hanf rauchen und nur eine Minderheit Tabak. Dann müssten also alle, die Tabak rauchen in das Gefängnis.

Tagebuch:Ja so ist es. Politische Entscheidungen müssen keiner Vernunft zu Grunde liegen, es gilt nur eine gewisse Wählerschicht zu erhaschen – hast Du das Wortspiel bemerkt?

oitzinger:

Ja, ja schon etwas sehr tief für ein Tagebuch. Das erinnert mich an die Opiumproblematik in China Anfang des 19. Jahrhunderts, die enorme gesundheitliche und soziale Probleme mit sich brachte.

Tagebuch:Ja, wenn das BZÖ damals in China gewesen wäre, hätten sie sich für die Opiumkonsumenten eingesetzt: Jeder Chinese ist reif genug, selbst zu entscheiden, ob er Opium raucht oder nicht.

oitzinger:

Da müssen die Chinesen froh gewesen sein, dass sie noch eine Monarchie hatten.

Tagebuch:Nun ja die Opiumkonsumenten vielleicht nicht, aber das ist nun mal die Gefahr in einer Demokratie, wenn Drogensüchtige eine bedeutende Mehrheit erhalten.

oitzinger:

Und angenommen, es hätte bereits im Mittelalter Demokratie gegeben, für was wäre das BZÖ oder FPÖ eingetreten?

Tagebuch:Na ganz klar. Für Hexenverbrennungen: „Meine sehr verehrten Kameraden und Kameradinnen, wir lassen uns das von diesen Hexen nicht mehr gefallen. Ich muss Euch wohl nicht sagen, wer für dieses Unwetter, die Heuschreckenplage, die Pest und die Dürre zur Verantwortung zu ziehen ist. Unsere Partei setzt sich für die Bürger dieser Stadt ein und nicht wie die anderen Parteien für Hexen. Wenn Ihr uns wählt, wird auf jedem Hügel eine Hexe brennen. Unser Land darf nicht zum Blocksberg werden!“

oitzinger:

Ich glaube ich habe jetzt im Großen und Ganzen Politik verstanden.

Tagebuch:Bist Du Dir sicher?

oitzinger:

Ja, ich stell’ mir grad so einen typischen FPÖ-Wähler vor:
Ein alkoholisierter (0,8 Promille) nationalistischer Autofahrer, der gerade mit 160 km/h über die Autobahn brettert, eine Zigarette sich anzündet und im Handschuhfach eine Faustfeuerwaffe griffbereit hat.

Tagebuch:Hör sofort auf, oitzinger! Solche sarkastische Unterstellungen können Dir den Kopf kosten.

oitzinger:

Aber geh’, das war doch nur Spaß.

Tagebuch:Ja, ja Spaß, wart nur ab, die FPÖ / BZÖ haben gute Rechtsanwälte … und Leibwächter. Verstehst Du?

oitzinger:

….

Tagebuch:oitzinger?

oitzinger:

Das ist nur Ihre Meinung.

Tagebuch:Was?

oitzinger:

Ich hab’ Sie ausreden lassen, jetzt lassen Sie mich auch ausreden.

Tagebuch:oitzinger! Was ist los mit Dir?

oitzinger:

Jetzt ist Ihnen Ihr Taferl umgefallen.

Tagebuch:Oh Gott jetzt dreht der oitzinger gänzlich durch.

oitzinger:

Lernen Sie Geschichte!

Tagebuch:oitzinger geh’ lieber ins Bett, Du hast eine Überdosis an Politik zu Dir genommen.

oitzinger:

Unsere Partei ist gegen Drogen … Wir dürfen nicht vergessen, dass wir neutral sind, deshalb benötigen wir die Eurofighter … 70.000 Euro ... das ist doch keine Bestechung ... meine sehr verehrte Damen und Herren ... Hohes Parlament ... Ich hab Sie ausreden lassen ... Unsere Partei ist gegen Kinderschänder …

 
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von oitzinger am: 07.05.2007, 23:16 Uhr
Montag, der 7. Mai 2007  

oitzinger:

Erschossen gehörens!!

Tagebuch:Was ist denn los mit Dir oitzinger?

oitzinger:

Da lies mal!

Tagebuch:Hm, ja dieses Gumball-Rennen hat Todesopfer gefordert.

oitzinger:

Ja! Ein unschuldiger Mensch musste wegen dieser Vollkoffer sterben.

Tagebuch:Genau genommen hat es zwei Todesopfer gefordert. Die beiden Fahrer Nick Morley und Matthew Mc Conville rasten mit ihrem Porsche mit rund 200 km/h auf der falschen Seite einer Landstraße in das Auto des 67-jährigen Vladimir Chepunjoska. Herr Chepunjoska starb auf dem Weg ins Krankenhaus. Seine Frau Margarita Chepunjoska erlag am 4. Mai ihren Verletzungen.

oitzinger:

Was mich am meisten ärgert, dass man offensichtlich machtlos gegen diese Schweine ist.

Tagebuch:Nun, die Polizei hebt ja Strafen ein.

oitzinger:

Strafen! Strafen! Was sind denn das für Strafen?
Auf diese Strafen sind sie noch stolz, die sammeln diese gelangweilten Millionäre ja geradezu. Für die sind ein paar tausend Euro doch nichts. Das hält sie vom Rasen nicht ab.

Tagebuch:Nein nicht wirklich.

oitzinger:

Ich hab’s schon einmal hier gesagt und sag es noch einmal: Man muss den Autorasern, das Auto wegnehmen und öffentlich hinrichten.

Tagebuch:Die Autoraser?

oitzinger:

Die auch, aber zuerst das Auto langsam in eine Schrottpresse drücken. Ganz langsam, so dass die ehemaligen Besitzer das miterleben dürfen.

Tagebuch:Das macht den Millionären auch nichts, dann kaufen sie sich halt ein neues Auto.

oitzinger:

Ja, Himmel, Herrgott und noch einmal, wir werden doch nicht vor diesem Gesindel kapitulieren müssen!

Tagebuch:Doch, müssen wir und reg’ Dich bitte nicht so auf, denk an Dein Herz.

oitzinger:

Aber ich will mich aufregen, warum gibt es keine Haftstrafen für Autoraser?

Tagebuch:Unsere Politiker wollen das nicht wirklich. Politiker setzen sich eher für alkoholisierte geistesgestörte Autorraser ein, als für Unfallopfer. Oder warum glaubst Du, erhalten Alkolenker immer wieder ihren Führerschein?

oitzinger:

Du hast leider Recht.

Tagebuch:Du kannst ohne besondere Probleme einen Menschen in Österreich schuldhaft totfahren und Du erhältst immer wieder den Führerschein. Ein Lienzer Geschäftsmann hat mittlerweile schon bei Unfällen zwei Menschen ums Leben gebracht und er fährt noch immer.

oitzinger:

Ich krieg einen Zorn auf diese Politiker.

Tagebuch:Das solltest Du aber jetzt nach unseren unzähligen Politik-Diskussionen verstanden haben. Aber nicht nur die Politiker sind schuld an diesen Umständen.

oitzinger:

Wer noch?

Tagebuch:Na die Medien. Sieh doch mal das Deutsche Sportfernsehen an. Dort gibt es eine ganze Sendestaffel wegen des Gumball-Rennens.

oitzinger:

Wahrscheinlich sponsern sie dieses illegale Rennen?

Tagebuch:Höchst wahrscheinlich, immerhin handelt es sich mittlerweile um ein Unternehmen, das von Maximillion Cooper gegründet wurde. Er verdient damit auch einen Haufen Geld mit Merchandising.

oitzinger:

Selbst auf die Gefahr hin, dass Menschen bei dieser Raserei getötet werden?

Tagebuch:Das ist doch so einer Person völlig egal. Dann gibt es halt ein paar Tote. Na und, dann schreibt man halt, dass es einem wirklich leid tut … bla bla:
 
A Statement from Maximillion Cooper
Issued by Maximillion Cooper on behalf of The Gumball 3000 Rally - 21.30 / 03 May 2007
Following our earlier release reporting yesterday's accident - As a sign of respect we have decided that this year's Gumball 3000 Rally will not travel any further and will end in Bratislava this evening, May 3rd 2007.
As the organisers of the rally we feel that it should be stopped as a mark of respect to Vladimir Cepulyoski who died today after an accident involving one the participating drivers.
We are very saddened by what has happened and feel that it would be wrong to continue. On behalf of Gumball 3000, we once again extend our deepest sympathies to his family and we are doing everything we can for them.
This is the first time anything like this has happened in 9 years of travelling through over 40 countries with 1000's of drivers and it is with deep regret that I make this announcement.

Maximillion Cooper
Founder & CEO
The Gumball 3000 Group
 
Tagebuch:Und schon ist die Sache geritzt. Hast Du bemerkt diese Stelle 'this year', dass sie HEUER (!) kein Rennen mehr fahren wollen, zynischer geht es wohl nicht mehr.

oitzinger:

Hat denn dieser Maximillion Cooper keine Familie?

Tagebuch:Doch schon, ich glaub’ er hat zwei Töchter.
Seine erste Tochter nannte er „Lotus“.

oitzinger:

Na, das sagt schon alles.

Tagebuch:Die scheinbar liebsten Familienväter handeln sehr verantwortungslos, wenn es um andere Menschen geht.

oitzinger:

Ich werde so langsam zum Misanthropen.

Tagebuch:Natürlich sind sie plötzlich sehr empfindlich, wenn es gegen die eigene Familie geht, aber das Leben anderer interessiert sie gar nicht. Die beiden Unfalllenker wollten sich ihrer Verantwortung entziehen und fliehen, sie wurden jedoch noch an der Grenze gestellt.

oitzinger:

Ich hatte solch einen Zorn, dass ich diese Gumball-Seite aufsuchte und einen Kommentar postete. Ich wollte ihnen klar machen, dass man mit Geld nicht alles kaufen kann, also fragte ich sie, ob ich auch einen Gumballer töten dürfte, ich würde selbstverständlich dafür zahlen.

Tagebuch:Was! Du warst das?

oitzinger:

Was? Wie? Was meinst Du?

Tagebuch:Na, sie hatten gestern die Homepage geschlossen, weil angeblich Morddrohungen gegen diese Gumballer eingingen.

oitzinger:

Das war doch keine Morddrohung. Ich wollte ihnen nur einmal klar vor Augen führen, was es bedeutet, wenn ein Mensch …

Tagebuch:oitzinger, oitzinger mit Dir mach ich was mit. Du solltest bitte, bevor Du solche Sachen schreibst, schon etwas nachdenken, Deine Gedanken werden sehr schnell, sehr falsch verstanden, insbesondere ist Dein Englisch nicht gerade das Gelbe vom Ei.

oitzinger:

Was wird jetzt passieren?

Tagebuch:Nun, ich habe keine Ahnung, wahrscheinlich fürchten sich diese Millionäre jetzt wegen Deines Postings zu Tode und gehen deshalb zu Scotland Yard. Scotland Yard übergibt den Fall der Interpol und schaltet sich mit dem Österreichischen Außenministerium kurz.

oitzinger:

Du meinst die Interpol sucht mich?

Tagebuch:Ja, die Interpol und die Hells Angels, die hast Du vergessen.

oitzinger:

Na, Gott sei Dank leide ich nicht unter Verfolgungswahn, denn sonst… und das hast Du jetzt nicht nur so erfunden?

Tagebuch:Wie sollte ich, ich bin Dein Tagebuch ich würde Dich doch nicht anlügen.

oitzinger:

Na, ist mir auch egal, diese Leute sollen sich nur ein bisschen fürchten, das schadet ihnen nicht.

Tagebuch:Findest Du?
 


Fortsetzung folgt …

 

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von oitzinger am: 08.05.2007, 22:34 Uhr

Dienstag, den 8. Mai 2007
(Tag freigenommen, harte Gartenarbeit, Ost- und Südwall gegen Straßenlärm errichtet, praktisch das reinste Walhalla, Tuje versetzt, 10 x 50 kg Rindermulch mit meinem French car verliefert, bin fix und fertig)


Fortsetzung (2/2)


Tagebuch:Findest Du?

oitzinger:

Ich finde es hätte niemals so weit kommen dürfen. Jeder halbwegs vernünftige Mensch wüsste, dass früher oder später durch solche Rennen Menschen getötet werden. Diese Gumball-Verbrecher nehmen dies billigend in Kauf.

Tagebuch:Adidas hat sich auch zurückgezogen.

oitzinger:

Wie kommst Du jetzt auf Adidas?
Wir reden von diesem illegalen Gumball-Rennen.

Tagebuch:Nun, Adidas war ein großer Sponsor von diesem Rennen.

oitzinger:

Moment Mal, ich komm’ überhaupt nicht mehr mit. Wir reden jetzt schon von diesem ILLEGALEN Autorennen quer durch Europa?

Tagebuch:Ja, ja.

oitzinger:

Soll das heißen, dass Adidas Gesetzesbrecher und Auto-Rowdies finanziell unterstützt.

Tagebuch:Na, jetzt nicht mehr – jetzt haben sie urplötzlich bemerkt, dass illegale Autorennen doch sehr gefährlich sind.

oitzinger:

Was sind denn das für geistige Vollkoffer bei Adidas?

Tagebuch:Nun, das sind hoch bezahlte Manager, die verdienen in einem Jahr mehr als Du das ganze Leben.

oitzinger:

Soll das heißen, dass Adidas die fahrlässige Tötung von zwei Menschen mitfinanziert hat?

Tagebuch:Ja, so hab’ ich das gar noch nicht betrachtet, aber Du könntest durchaus Recht haben. Allerdings laut Wikipedia gibt es auch noch andere Sponsoren, wie zum Beispiel, Diesel, EBay, MTV, T-Mobile und Intel. Red Bull teilte mit, dass es keine Verbindungen zu dem Gumball-Rennen gegeben hat.

oitzinger:

Dann sind alle diese Firmen am Tod dieser zwei Menschen verantwortlich.

Tagebuch:Genau genommen schon, immerhin haben auch sie dieses Rennen unterstützt und haben dadurch Beihilfe zur fahrlässigen Tötung geleistet.

oitzinger:

Eigentlich ist jeder Teilnehmer dieser Rallye für diese Schweinerei verantwortlich.

Tagebuch:Natürlich, doch das waren unter anderem auch sehr prominente Personen. Hier nur ein paar Personen, die an solchen Rennen schon teilnahmen und ihre Kommentare:
Burt Reynolds
(Schauspieler, Cannonball Run)
“Gumball verbindet Motoröl, Mumm und Glamour im gleichen Maß und erhebt den Anspruch auf Abenteuer in allen von uns.“
Jay Leno (NBC Tonight Show Gastgeber)“Gumball ist die coolste Sache überhaupt.”
Daryl Hannah, Schauspielerin (Kill Bill, Splash, etc.)“Gumball ist Geist und Abenteuer, da gibt es nichts Vergleichbares. Die coolste Sache, die ich je gemacht habe.”
Jodie Kidd, Supermodel“Es ist wie eine richtige coole Tour. Man trifft Menschen, es hat was mit Reise und Erfahrung zu tun, an die man sich immer wieder erinnern wird.“
Quelle:http://www.eyecandymediapartners.com/press/gumball3000/index.htm
Tagebuch:Womöglich bist Du auch für das Autorasen verantwortlich.

oitzinger:

Sag’ mal spinnst Du! Ich habe noch nie einen Strafzettel für zu schnelles Fahren erhalten.

Tagebuch:Aber vielleicht gesponsert?

oitzinger:

Du sprichst in Rätseln.

Tagebuch:Du behauptest doch ständig, dass man diese, wie Du es ausdrückst ‚Wahnsinnigen’ von der Straße holen müsste und am besten in Arbeitslager oder Anstalten für geistig Abnorme bringen sollte.

oitzinger:

Ja, wenn Du mich zitierst, klingt das fast ein bisschen radikal, aber bitte sprich weiter. Obwohl ich gebe zu, dass mir mal die Idee vorgeschwebt ist, Selbstschussanlagen mit Radarkabinen zu kombi … Aber lassen wir das, das war nur ein Hirngespinst.

Tagebuch:Und was muss man dafür machen, dass man diese ‚Wahnsinnigen’ erwischt.

oitzinger:

Na eben Radarmessgeräte aufstellen, was sonst? Was sollte in einem Rechtsstaat sonst möglich sein?

Tagebuch:Und was ist, wenn man diese Autorowdys zuvor warnt?

oitzinger:

Ah, jetzt weiß ich, worauf Du hinaus willst:
Das Schmierstehen der Rundfunkanstalten.

Tagebuch:Genau. Und bedingt dadurch, weil Du GIS-Gebühren zahlst, sponserst Du auch die Radarwarnungen des ORF.

oitzinger:

Oh, das habe ich schon x-mal dem ORF mitgeteilt, dass sie eigentlich Verbrecher schützen und sich für Geistesgestörte einsetzen.

Tagebuch:Und was hat Dir der ORF geantwortet?

oitzinger:

Eigentlich nichts. Oder doch einmal:
„Man möchte nicht bestrafen, sondern nur erziehen.“

Komisch, wenn ich Schmiere für einen Bankräuber stehe, dann mache ich mich doch auch strafbar?

Tagebuch:Ja, natürlich.

oitzinger:

Und warum macht sich der ORF nicht strafbar, wenn er Autoraser unterstützt?

Tagebuch:Das ist leicht zu erklären:
Beim Schmierestehen von Bankräubern geht es ums Geld und beim Schmierestehen für Autoraser geht es nur um Menschenleben.
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von oitzinger am: 08.05.2007, 22:47 Uhr
Eigentlich wollte ich dieses Thema hier abschließen, doch zuvor konfrontierte ich, via E-Mail, manchmal auch recht emotionell, einige Sponsoren, wie auch Medien, die dieses illegale Straßenrennen mitfinanziert und beworben haben.

Hier die Antwort der Zuschauerredaktion des Deutschen Sportfernsehens:
(Ich kann mir nicht helfen, aber diese Antwort befriedigt mich nicht wirklich, woran mag dies wohl liegen?)


Von:
DSF-ZUSCHAUERREDAKTION [mailto:zuschauerredaktion@dsf.de]
Gesendet: Dienstag, 08. Mai 2007 12:16
An: oitzinger
Betreff: AW: Gumball 3000

 
Sehr geehrter Herr oitzinger,
 
das DSF bedauert den Todesfall bei der diesjährigen Gumball-Veranstaltung in Mazedonien zutiefst.

 
In diesem Zusammenhang möchten wir allerdings betonen, dass das DSF "Gumball 3000" aus diesem Jahr nicht behandelt. Die Gumball-Rallyes, die das DSF zur Zeit im Programm hat, basieren ausschließlich auf Archivmaterial aus den vergangenen Jahren 2004, 2005 und 2006. Uns ist die Haltung der deutschen Behörden zum "Gumball 3000" bewusst. Die vom DSF übertragenen Veranstaltungen fanden allerdings ausnahmslos im europäischen Ausland statt.
 
Wir bedanken uns für Ihr Feedback und verbleiben  

mit freundlichen Grüßen
DSF Deutsches SportFernsehen GmbH
 
Zuschauerredaktion
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von oitzinger am: 15.05.2007, 22:38 Uhr
Dienstag, den 15. Mai 2007

(wegen Access-DB fast zwei Stunden mit Hotline telefoniert, ohne Erfolg, als ich den Hörer auflegte, fand ich eine Lösung in 5 Minuten, Regen - gut für das ausgesäte Gras)

Tagebuch:oitzinger!
oitzinger:
Tagebuch:oitzinger!!!
oitzinger:
Tagebuch:OITZINGER, sag mal bist taub?
oitzinger:Wie?
Tagebuch:Ob Du taub bist, fragte ich Dich!
oitzinger:Wie kommst Du darauf?
Tagebuch:Na, weil ich jedes Mal herumbrüllen muss, dass Du mich hörst.
oitzinger:Oh ja, da könntest Du vielleicht gar recht haben und das macht mich zornig!
Tagebuch:Oh je, jetzt hab’ ich in ein Wespennest gestochen.
oitzinger:OHHH DAS MACHT MICH SO WAS VON ZORNIG.
Tagebuch:Ah sieh an! Schon wieder Zeit in ’s Bett zu gehen, wie die Zeit nur vergeht …
oitzinger:Hey, Tagebuch, willst Du eigentlich nicht wissen, warum ich so zornig bin.
Tagebuch:Nein, lieber nicht.
oitzinger:Ich bin richtig zornig.
Tagebuch:Du wiederholst Dich und außerdem wird Dich gleich wieder Togai rügen, wenn Du so herumzorn … äh … zürnst. Denn wie Togai richtig bemerkt hatte, zählt auch Zorn zu den Sieben Todsünden.
oitzinger:Das ist mir jetzt völlig egal …
Tagebuch:Ach so … aber sonst immer so auf christliche Werte herumreiten … und so.
oitzinger:Das ist ein gerechter Zorn.
Tagebuch:So, so dann erzähl mal.
oitzinger:Nun, was soll ich Dir erzählen?
Tagebuch:Na, keine Ahnung, Du wolltest jetzt gerade über die Ursache Deines Zorns sprechen.
oitzinger:Ah ja genau. Du weißt ja, ich wohne an einer Bundesstraße.
Tagebuch:Ah ja – alles klar und der Lärm macht Dich taub. Alles verstanden Gute Nacht.
oitzinger:Jetzt wart’ doch mal, denn er müsste gar nicht sein.
Tagebuch:Wer?
oitzinger:Der Lärm, der Lärm müsste gar nicht sein.
Tagebuch:Aber bitte, die Leute müssen nun einmal zum Arbeitsplatz kommen.
oitzinger:Ich rede ja gar nicht vom Durchschnittsautofahrer.
Tagebuch:Nein? Von wem denn dann?
oitzinger:Na, von diesen Krawallmachern diesen Motorradfahrern.
Tagebuch:Nein, nicht schon wieder die Hellsangel. Die werden Dich abmurksen wie nichts. Du wirst 10 Kugeln in Deinem Schädel haben und die Polizei wird behaupten, dass Du an einer natürlichen Todesursache krepiert bist. Wir haben das doch alles schon durch besprochen. Irgendwie tun mir diese Hellsangels schon richtig leid und Du hackst immer auf denen herum. Vielleicht sind sie gar nicht so böse, vielleicht hatten sie nur eine schwierige Kindheit.
oitzinger:Oh, nein. Du tust mir völlig unrecht. Ich bin durchaus fähig zu differenzieren. Ich bin mittlerweile ein Lärm-Experte darin geworden.
Tagebuch:Na, dann differenzier’ mal drauf los.
oitzinger:Gut, da gibt es einmal die Nachbarskinder oder wie ich sie nenne: Rotzbuam!
Tagebuch:Du meinst Lausejungen.
oitzinger:Also, das ist sehr schwach in ’s Hochdeutsche übersetzt und trifft nicht wirklich den Nagel auf dem Kopf.
Tagebuch:Na gut, dann bleiben wir bei Rotzbuam. Und was stört Dich an diesen Rotzbuam?
oitzinger:Diese Roatzbuam sind zurzeit mit so genannten Crossmaschinen, also geländetauglichen Motorrädern unterwegs und terrorisieren die ganze Gemeinde mit nervigen knatterndem Lärm.
Tagebuch:Versteh’.
oitzinger:Da kreisen sie sinnlos durch die Gemeinde, weil sie sonst nichts mit ihrer Freizeit anfangen können und es geht die ganze Zeit rummmm me-me-me-me-me ruuuuuummm me-me-me-me rummm rummm rummm!!
Tagebuch:Wie war gleich der Mittelteil?
oitzinger:Meinst Du jetzt ruuuuummm oder me-me-me-me?
Tagebuch:Ach is’ nicht so wichtig.
oitzinger:Eindeutig handelt es sich hierbei um den so genannten Mitläufer-Effekt. Einer hat so ein Motorrad und schon wollen alle so ein Motorrad. Und dann fahren diese Banden sinnlos herum und der arme oitzinger kann nicht einmal den Sonntag genießen.
Tagebuch:Du Armer.
oitzinger:Außerdem ist das sehr gefährlich.
Tagebuch:Ach, geh.
oitzinger:Na in Osttirol sind erst vor kurzem ein 15Jähriger und ein 18Jähriger auf einer Schottergrube mit diesen Knatterbüchsen herum gekurvt, sind natürlich frontal zusammengestoßen und haben sich schwer verletzt.
Tagebuch:Wo waren denn da die Eltern?
oitzinger:Keine Ahnung, jedenfalls regen die sich jetzt furchtbar auf, dass es solange gedauert hat bis ein Arzt gekommen ist.
Tagebuch:Dafür sind ja schließlich Ärzte da.
oitzinger:Genau für Vollkoffer, die nichts anderes als Gas geben können.
Tagebuch:oitzinger, ändere ein wenig Deine Wortwahl, es geziemt sich nicht derartige Wörter in den Mund zu nehmen.
oitzinger:Geziemt, geziemt! Einmal sind diese besagten „Motorradfreunde“ … bist Du jetzt zufrieden?
Tagebuch:Schon besser.
oitzinger:Also einmal haben diese besagten „Motorradfreunde“ an einem Sonntag nichts Besseres zu tun gewusst, als auf unserem Vorplatz ihre Runden zu ziehen. Als meine Mutter sie zur Rede stellen wollte, bremste einer provokant ganz knapp vor ihr ab.
Tagebuch:Na, vielleicht hast Du mit dem Begriff „Vollkoffer“ doch Recht.
oitzinger:Siehst Du. Doch eine Nachbarin ließ sich dies nicht mehr gefallen und zeigte diese Burschen bei der Polizei an.
Tagebuch:Und? Brachte dies endlich Ruhe ein?
oitzinger:Nur kurzfristig, mit dem Nebeneffekt, dass sich diese Rowdys jetzt darüber beklagen, dass der oitzinger sie angezeigt hat.
oitzinger:Dann sind noch diese Japaner.
Tagebuch:Wer?
oitzinger:Na diese Typen, mit diesen japanischen Motorrädern.
Tagebuch:Ach so die, von denen berichtest Du mir aber bitte ein anderes Mal ich brauch’ einfach meinen Schönheitsschlaf.
oitzinger:Gut, aber merk Dir, dass wir dann mit den Japanern fortfahren.
Tagebuch:Is’ schon in Ordnung, oitzinger, Japaner, werde ich mir merken, gute Nacht.
oitzinger:Gute Nacht, liebes Tagebuch. Bis baldrian äh bald, obwohl so ein Schluck Baldrian könnte mir jetzt auch nicht schaden.
 
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von oitzinger am: 17.05.2007, 21:00 Uhr
Donnerstag, den 17. Mai 2007(Feiertag, Christi Himmelfahrt, herrliches Schmuddelwetter und ich hab’ gar kein schlechtes Gewissen, wenn ich den ganzen Tag faulenzierend auf der berühmten oitzinger Couch verbrachte) 

Tagebuch:Sodala, oitzinger.
oitzinger:Hallo Tagebuch.
Tagebuch:Hallo oitzinger, ich soll Dich an diese Chinesen erinnern.
oitzinger:Chinesen?
Tagebuch:Ja, Du hast gesagt, ich soll Dich an die Chinesen erinnern.
oitzinger:Ach nein, Du sollst mich an die Japaner erinnern. Wir hatten doch gestern diese Diskussion über den unnotwendigen Lärm im Straßenverkehr und Du Schlafmütze musstest natürlich schon ins Bett, obwohl ich mich noch gar nicht fertig geärgert habe.
Tagebuch:Und was hat das jetzt mit Japan zu tun?
oitzinger:Na, ich meinte damit diese Typen, mit diesen japanischen Motorrädern.
Tagebuch:Ach so.
oitzinger:Das Problem bei denen ist die Geschwindigkeit, die schließlich auch Lärm verursacht.
Tagebuch:Klar.
oitzinger:Du weißt, vor unserem Haus ist eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 60 km/h. Die ist aber diesen Rowdys völlig egal. Die drehen voll auf und rasen mit 120 km/h da durch und man hört sie noch kilometerweit.
Tagebuch:Schlimm – schlimm.
oitzinger:Ja, das würde ich auch sagen. Na schön, hin und wieder baut es einen auf, wegen überhöhter Geschwindigkeit.
Tagebuch:Du meinst er stirbt durch einen Unfall.
oitzinger:Eigentlich müsste sich diese Spezies auf Grund der Gesetze der Evolution in ein paar hunderttausend Jahren selbst ausgerottet haben, aber so lange hab’ ich nicht Zeit.
Tagebuch:Na mit etwas Geduld.
oitzinger:Ja, ja mach’ Dich nur lustig über mich. Uns Kindern erklärte man, dass wenn man im Wald spaziert, nicht einmal pfeifen dürfe, da man anderenfalls das Wild verscheuchen würde und was machen die …?
Tagebuch:Keine Ahnung. Was machen Sie?
oitzinger:L Ä R M !!!
Tagebuch:Jetzt bin ich aber erschrocken.
oitzinger:Wir durften nicht einmal im Wald pfeifen, verstehst Du und was machen die?
Tagebuch:Lärm. Ich hab schon verstanden.
oitzinger:Das Pfeifen wurde uns verboten, verstehst Du?
Tagebuch:Alles klar, oitzinger, ich hab’ schon verstanden, beruhig Dich wieder.
oitzinger:Kommen wir nun zur dritten Gruppe.
Tagebuch:Moment mal wie viele Gruppen gibt es denn da?
oitzinger:Ich hab’ diese Motorradfahrer einmal in drei charakteristische Gruppen unterteilt.
Tagebuch:Na, Gott sei Dank.
oitzinger:Nun, die dritte und letzte Gruppe bevorzugt es, langsam zu fahren, was ja sehr löblich ist, allerdings haben diese Personen ein Faible für ältere Motorräder respektive auf alte nach gebaute Motorräder, die dermaßen laut sind, dass man meinen möchte, es handle sich um fahrbare  Presslufthämmer.
Tagebuch:Du meinst diese Harley oder Chopper …?
oitzinger:Ja, ja genau, die mein’ ich, wenn die bei unserem Haus vorbei fahren, dann zittert alles. Der Irrglaube von denen ist, dass sie meinen sie wären etwas besonderes oder sehr individuell. Komischerweise treten sie sehr häufig in Horden auf, die alle das gleiche tun und das gleiche denken. Häufig werden sie auch von älteren Personen gefahren oder eben von diesen Hells Angels.
Tagebuch:Bitte erwähn’ mir nicht noch einmal diesen Namen, anderenfalls trete ich in Streik.
oitzinger:Na, schön, dann nennen wir sie verallgemeinernd Rockerbanden und paar von denen sind wirklich gefährlich und ein Großteil von diesen Motorradfahrern tut so, als ob sie gefährlich sind und schauen dementsprechend grimmig drein. Und weißt Du was ich glaube?
Tagebuch:Bin ich Hellseher?
oitzinger:Ich glaube, dass dieser Drang sich in dieses Motorradrockerkostüm zu zwängen ist der Grund aus dem Alltag zu entfliehen. Meine Vermutung geht darhin, dass diese Motorradfahrer als Kind nie genug ‚Cowboy und Indianer’ gespielt haben.
Tagebuch:Lieber oitzinger, das ist aber eine sehr gewagte These.
oitzinger:Ja, ja ich weiß, alle Theorien der geistigen Elite werden zuerst massiv bekämpft.
Tagebuch:Jetzt krieg’ Dich wieder ein, Du geistige Elfe.
oitzinger:Na sieh mich mal an, ich habe ‚Cowboy und Indianer’ gespielt bis ich cirka zwölf Jahre alt war und hat es mir geschadet?
Tagebuch:Na, ja, ich weiß nicht. Der oitzinger als Cowboy. So richtig mit Cowboyhut und Colt?
oitzinger:Nun, liebes Tagebuch, zu Beginn natürlich nicht. Der typische Cowboyhut oder auch Stetson genannt war damals noch nicht wirklich en vogue und der Colt wurde erst  Ende des 19. Jahrhunderts populär. Ich war ja einer der ersten drüben.
Tagebuch:Wo drüben?
oitzinger:Na in Amerika. Zwecks Auffrischung meiner Englischkenntnisse verweilte ich ein Monat in London, das war das Jahr 1609 oder 10, das weiß ich jetzt nicht mehr so genau. Jedenfalls erfuhr ich, dass die Virginia Company junge Männer suchte, die Lust auf Abenteuer verspürten. Und da ich damals noch sehr jung war und Amerika war ja damals in aller Munde, meldete ich mich freiwillig.
Tagebuch:Entschuldige oitzinger, dass ich Dich unterbreche, aber das was Du hier erzählst, das hast Du doch nur in Deiner Phantasie erlebt?
oitzinger:Na, Du bist vielleicht ein Tagebuch, sehe ich vielleicht wie vierhundert aus? Du kannst vielleicht Fragen stellen, so wo war ich jetzt stehen geblieben …?
Tagebuch:Du warst in England.
oitzinger:Ja, genau. Ich bewarb mich also bei der Virginia Company – ein Fehler den ich noch bitterlich bereuen sollte. Allein die Überfahrt war schon ein Horror. Und dann in Yamestowne angelangt, das war die erste Siedlung dort drüben, mussten wir stetige Angriffe von Indianern ertragen – furchtbar. Aber das schlimmste war der Hunger – wir nannten diese Zeit ‚starving time’. Es war schrecklich. Wir ernährten uns sogar von Hunden und Ratten, aber ich möchte Dir hier die grausamen Details erspar …
Tagebuch:Nur noch einmal zur Kontrolle, das was Du da erzählst, hast Du nur als Kind nachgespielt?
oitzinger:Wie? Ach so, ja, ja … und dann machte ich noch Bekanntschaft mit Johnny, John Rolfe, ein genialer Typ, der hatte übrigens die Idee Tabak nach Europa zu exportieren. Damals wusste man natürlich noch nichts von den Gefahren des Tabaks, man hatte nicht ahnen können, dass heute zweieinhalb Millionen Österreicher davon abhängig sind. Gut Österreich war damals auch noch etwas größer. Vielleicht war es die späte Rache der Indianer. Übrigens Johny heiratete noch die Häuptlingstochter Pocahontas. Allerdings der Disney-Film ist meines Erachtens total verkitscht. Dieser andere John, dieser John Smith war zwar ein fähiger Mann, aber auch ein großer Aufschneider, aber vielleicht lag das daran, dass die Disney-Studios den Film Pocahontas unter anderem in Nordkorea zeichnen ließen ...
Tagebuch:HAAAAAAALT!
oitzinger:Was ist denn los?
Tagebuch:Merkst Du eigentlich nicht, dass Du von hundertsten in ’s Tausendste kommst, ich weiß nicht mehr was Wahrheit oder Phantasie ist. Was willst Du eigentlich damit sagen?
oitzinger:Äh, ja was eigentlich? Nun, ich meine, wenn diese Harley Davidson – Fahrer in ihrer Kindheit ausreichend ‚Cowboy und Indianer’ gespielt hätten, dann müssten sie heute nicht derart überteuerte Motorräder kaufen und der oitzinger könnte an einem Sonntag ein Nickerchen in seinem Garten machen und die Ruhe genießen.
Tagebuch:Und wegen dieser Erkenntnis laberst Du mich voll … ?
oitzinger:Du solltest auch etwas Hintergrundwissen besitzen, aber habe ich Dir eigentlich schon erzählt, wie ich bei der Lewis-und-Clark-Expedition beinahe im Missouri ertrunken wäre?
Tagebuch:Nein, oitzinger für heute ist Schluss mit Deinen Phantastereien.
oitzinger:Oder als mir Mister William Frederick Cody das Schießen beibrachte.
Tagebuch:Für heute ist Schluss, oitzinger!
oitzinger:Die Blackfeet-Indianer lehrten mich das Jagen von Büffeln. Wir schmierten uns mit Bisonfett ein und warfen uns Bisonfell über und schlichen uns und … und … ein halbes Jahr lang lebte ich bei den Kiowas. Wusstest Du dass die Indianerfrauen den Männern ihre Mokassins weich kauten? Das nenne ich halt wahre Lieb …
Tagebuch:OITZINGER! Jetzt ist Schluss!
oitzinger:Na gut, dann so long und Gute Nacht John Boy äh Tagebuch – hihi!
Tagebuch:Hast Du eigentlich auch die Rezession in den 30igern in Amerika nachgespielt?
oitzinger:Nein, wo denkst Du hin. Da war ich ja schon zwölf. Irgendwann muss man ja mal erwachsen werden.
Tagebuch:Ach so, verstehe, Gute Nacht oitzinger.
oitzinger:Gute Nacht, Tagebuch.
 
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von oitzinger am: 25.06.2007, 21:42 Uhr

Montag, 25. Juni 2007



Tagebuch:Hey oitzinger!
Du lebst ja noch.
oitzinger:Ja, ja ich hab’ ein wenig pausiert.
Tagebuch:Der innere Schweinehund?
oitzinger:Nein ein Überfall, hat mich aus dem Konzept gebracht.
Tagebuch:Was ein Überfall? Etwa die Hellsangels oder gar die Altnazis oder Neonazis oder die so Zwischendurchnazis, diverse laute Motorradbiker, die Schergen der Tabakindustrie? Du hast ja einen sehr großen Feindeskreis.
oitzinger:Viel Feind, viel Ehr.
Ich möchte nämlich mit erhobenem Kopf und Rückgrat von dieser Erde treten.
Tagebuch:Du meinst mit gebrochenem Rückgrat …?
oitzinger:Nein, es war nur ein Räuber …
Tagebuch:Ja erzähl mal, lass mal hören.
oitzinger:Nun, da gibt es nicht viel zu erzählen.
Tagebuch:Na schön, dann lassen wir es.
oitzinger:Gut, wenn Du mich so darum bittest. Unser lieber Freund oitzinger …
Tagebuch:Oh Gott, jetzt geht, das wieder mit der Dritten Person los.
oitzinger:Unterbrich mich bitte nicht! Also unser lieber guter alter Freund oitzinger spaziert so mir nichts Dir nichts durch die Osttiroler Fluren und auf einmal:
Räuber:Hände hoch!
oitzinger:Aaaaaaah.
Räuber:Himmel noch mal, was brüllen Sie so herum, jetzt haben Sie mich ganz schön erschreckt.
oitzinger:Heißt das nicht erschrocken?
Räuber:Nein, ich glaub’ das heißt erschreckt.
oitzinger:Außerdem haben Sie mich zuerst erschrecken äh erschrocken! Sie sollten doch schon wissen, dass wir oitzingers sehr schrock … schreckhaft sind.
Räuber:Bitte woher soll ich das wissen?
oitzinger:Das habe ich schon einmal in diesem Blog erwähnt.
Räuber:Dieses hier?
oitzinger:Ja, dieses.
Räuber:Tut mir leid, das habe ich noch nie gelesen.
oitzinger:Na egal, jetzt wissen Sie es:
Niemals einen oitzinger erschrecken.
Räuber:Ich werde mir es für das Nächste mal merken.
oitzinger:Gut dann, auf Wiedersehen.
Räuber:Auf Wieder … hey Moment mal!
oitzinger:Ja, bitte?
Räuber:Ich hätte gerne von Ihnen noch ein paar Wertgegenstände.
oitzinger:Wieso denn das?
Räuber:Na ich erwähnte doch so eben, dass Sie so lieb sein möchten, Ihre Hände in die Höhe zu halten und …
oitzinger:Ja stimmt, ich kann mich dunkel erinnern. Ich glaube, Ihre Einleitungsworte waren im Imperativ gehalten.
Räuber:Ja, ja das tut hier nichts zur Sache, wir haben jetzt ja keine Deutschstunde, sondern ich möchte Sie nur um Ihre Wertgegenstände bitten.
oitzinger:Was? Meine Wertgegenstände? Nun, da hätten wir mal diese Uhr vom Lidl – Einkaufspreis EUR 6,90. Mann habe ich mich vielleicht darüber geärgert.
Räuber:Wieso funktioniert sie nicht?
oitzinger:Doch, doch bestens, allerdings zwei Wochen später boten Sie erneut Armbanduhren an, dermal mit einem Preis von 5,90. Mann! Hätte ich nur eine Woche gewartet, so hätte ich mir einen ganzen Euro erspart. Aber so bin ich nun mal unverbesserlich. Immer diese Spontaneinkäufe. Diese überstürzten Entscheidungen.
Räuber:Ich glaube die Uhr können Sie behalten.
oitzinger:Das ist sehr liebenswert von Ihnen, ich hab grad vor kurzem eine neue Batterie rein machen lassen.
Räuber:So, so. Vielleicht die Brieftasche?
oitzinger:Wie bitte?
Räuber:Könnten Sie mir bitte Ihre Brieftasche überreichen?
oitzinger:Aber gehen’s. Jetzt waren’s Sie mir so sympathisch und jetzt das.
Räuber:Nun, das ist nun mal das Räuberleben.
oitzinger:Aber da sind lediglich 20 Euro drinnen. Sie werden doch nicht einen Kleinstverdiener, wie mich derart schändlich ausrauben. Außerdem spar’ ich auf ein neues Auto.
Räuber:Kleinstverdiener? Sagen Sie, haben Sie nicht’s G’scheites gelernt?
oitzinger:Na, ja. Differenzen mit meinen Mathelehren und so. Hat doch nicht ein Mathelehrer ernsthaft behauptet, dass Sechs mal Zwei Zwölf sei!
Räuber:Ja, und?
oitzinger:Gut mit diesem Umstand hätt’ ich ja noch leben können, aber … jetzt kommt’s …. hatt’ er nicht am nächsten Tag plötzlich behauptet, dass Drei mal Vier Zwölf sei. Also unter diesen Bedingungen kann ich nicht arbeiten. Wenn man mal eine Meinung vertritt, soll man diese nicht schon wieder am nächsten Tag umstoßen.
Räuber:Ehrlich gesagt, dieser Witz ist schon uralt.
oitzinger:Aber ausgerechnet Sie müssen mir vorwerfen, dass ich nicht’s G’scheites gelernt habe. Sie wollen doch nicht behaupten, dass Ihr Beruf besser sei.
Räuber:Na, ja eigentlich schon.
Ich bin ja Politiker.
oitzinger:Was?! Politiker, der nebenberuflich seine Brötchen mittels Raub verdient?
Räuber (Politiker):Nein, das stimmt so nicht. Nicht nebenbei. Das gehört zum Politikerdasein.
oitzinger:Wollen Sie damit sagen, dass Raub ein Teilbereich der Politik ist?
Räuber / Politiker:Ja, das haben Sie jetzt richtig erkannt, Sie haben eine sehr schnelle Auffassungsgabe.
oitzinger:Danke.
Räuber / Politiker:Wissen Sie die Grenzen sind hier fließend, Politiker, Räuber, Lobbyisten, da machen wir nicht viel Unterschied. So gesehen müssen wir hier nicht von Raub sprechen, sondern von … sagen wir … Steuertransaktion.
oitzinger:Meine 20 Euro sind eine Steuer?
Räuber / Politiker:Ja, genau.
oitzinger:Und was bitte soll, das für eine Art von Steuer sein?
 

Fortsetzung folgt ….

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von oitzinger am: 26.06.2007, 20:41 Uhr

Dienstag, 26. Juni 2007

Fortsetzung


oitzinger:Und was bitte soll, das für eine Art von Steuer sein?
Räuber / Politiker:Das … das … ist eine so genannte Wassersteuer.
oitzinger:Was?
Räuber / Politiker:… sersteuer. Wassersteuer. Ganz genau.
oitzinger:Aber ich hab’ doch meine Wassergebühren alle pünktlich gezahlt, außerdem sind das Gemeindeeinnahmen. Sie sind doch kein Gemeindepolitiker? Also ich glaub’ ihnen nicht, dass es eine solche Steuer überhaupt gibt.
Räuber / Politiker:Na hören Sie mal. Millionen Menschen sterben jeden Tag daran, weil sie kein oder unreines Trinkwasser haben und Sie beschweren sich wegen den läppischen zwanzig Euro!
oitzinger:Was bitte, was hat denn das eine mit dem anderen zu tun? Sie haben doch diese Steuer so eben erfunden!
Räuber / Politiker:Na, gut. Dann ist es eben eine Demokratiesteuer.
oitzinger:Das ist doch lächerlich.
Räuber / Politiker:So, so Sie sind also ein Demokratiefeind. Wahrscheinlich ein Nazi. So wie Ihre Visage aussieht. Viele Haare haben Sie ja ni …
oitzinger:Jetzt machen Sie aber mal halblang, nur weil ich einen sehr offenen Scheitel trag’ … das ist ja unversch … da kann ich nämlich gar nichts dafür … das ist, wenn Sie es so wollen gottgewollt.
Räuber / Politiker:Gott wollte, dass Sie ein Nazi sind?
oitzinger:Nein! Sie verdrehen einem aber wirklich die Worte im Mund. Ich habe noch nie eine rechte Partei, nicht einmal konservative Partei gewählt.
Räuber / Politiker:Ahaaaaa!
oitzinger:Was heißt hier Ahaaa?
Räuber / Politiker:Also gehören Sie zu dieser Autonomen-Szene an?
oitzinger:Keine Ahnung. Ein Auto besitze ich zwar, aber …
Räuber / Politiker:Von Politik haben Sie wohl gar keine Ahnung. Ich meinte, gehören Sie zu diesen Gutmenschen?
oitzinger:Na ja, sicher in einer Linie haben Sie zweifelsohne recht. Ich bemühe mich ein rechtschaffener Bürger zu sein, zahle pünktlich, aber äußerst ungern meine Steuern, ja vielleicht bin ich so was wie ein Gutmen ….
Räuber / Politiker:Oh Gott – bei Ihnen muss ich wohl ganz von vorne anfangen. Gutmenschen sind die, die Ausländer lieben.
oitzinger:Also ich weiß nicht. Das wird doch jetzt schon sehr privat. Da habe ich eigentlich kaum Erfahrungen.
Räuber / Politiker:Ich meine jemand, der die Ausländer mehr liebt als die Österreicher.
oitzinger:Was geht Ihnen eigentlich mein Sexualleben an?
Räuber / Politiker:Sie sind vielleicht eine schwere Nuss. Machen wir es ganz einfach:
oitzinger:Meinetwegen.
Räuber / Politiker:Als Österreich aufs Schändlichste von den EU-Staaten boykottiert wurde, als die neue, jetzt alte Regierung, Blau-Schwarz angelobt wurde, …
oitzinger:Ja …?
Räuber / Politiker:… haben Sie da Champagner getrunken?
oitzinger:Ich hab mein ganzes Leben noch nie Champagner getrunken! Ich versteh’ Ihre Frage nicht.
Räuber / Politiker:Wissen Sie was, geben Sie mir einfach Ihre 20 Euro.
oitzinger:Nein, ich glaube Ihnen nicht. Weder ist das eine Wassersteuer noch eine Demokratiesteuer, wahrscheinlich gehen Sie mit Ihrer Frau ins City-Cafè einen Kaffee trinken.
Räuber / Politiker:Das ist völlig falsch. Ich werde mit meiner Freundin ein Eis essen gehen.
oitzinger:Na, also! Jetzt geben Sie es also zu. Sie hinterziehen Steuern!
Räuber / Politiker:Das ist doch keine Steuerhinterziehung!
oitzinger:So was denn, dann?
Räuber / Politiker:Sie haben wohl von Volkswirtschaft keine Ahnung! Schauen Sie. Wenn ich jetzt mit meiner Freundin ein Eis essen gehe, dann verdient der Wirt dabei. Er muss dafür Steuern zahlen. Umsatzsteuer, Einkommensteuer und so weiter. Er wird dadurch reicher und expandiert, stellt neue Arbeiter ein, die wiederum Steuern zahlen. Der Staat erhält immer mehr Steuern. Österreich wird reich! Die Arbeitslosenquote sinkt! Es werden neue Arbeitsplätze geschaffen. Halleluja!
oitzinger:Und das alles, weil Sie mit meinen zwanzig Euro ein Eis mit Ihrer Freundin schlecken gehen?
Räuber / Politiker:Ja, genau. Wir Politiker sprechen hier von Umwegrentabilität.
oitzinger:Aber Moment Mal, ich könnte ja auch ein Eis essen gehen.
Räuber / Politiker:Nein, tun Sie nicht.
oitzinger:Wieso nicht?
Räuber / Politiker:Erstens haben Sie keine Freundin und zweitens sagten Sie, dass Sie dieses Geld für ein neues Auto sparen wollen.
oitzinger:Ach ja, stimmt.
Räuber / Politiker:Sehen Sie, und deshalb sind wir Politiker da, mit diesem genialen Weitblick hinsichtlich der Wirtschaftspolitik.
oitzinger:Na, dann. Wenn, das so ist, bitte nehmen Sie sich die 20 Euro aus der Brieftasche.
Räuber / Politiker:Mit verbindlichsten Dank.
oitzinger:Kann ich jetzt eigentlich meine Hände wieder runter nehmen?
Räuber / Politiker:Aber selbstverständlich. Sie sind ein vorbildhafter Staatsbürger.
oitzinger:Vielen Dank und äh … schönen Abend noch.
Räuber / Politiker:Danke, gleichfalls.
 



Und wenn der oitzinger nicht gestorben ist, zahlt er noch immer Steuern, Gebühren, Abgaben …

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von oitzinger am: 30.06.2007, 21:03 Uhr
Es war einmal vor langer Zeit, als sich oitzinger als Journalist versuchte …



oitzingerSehr geehrter Herr Minister, vorerst möchte ich mich herzlich dafür bedanken, dass Sie sich Zeit genommen haben, hier mir dieses Exklusiv-Interview zu gewähren.
MinisterBitte gerne geschehen.
oitzingerDarf ich gleich in medias res gehen?
MinisterBitte, gehen Sie.
oitzingerNun, äh ja, es ist mittlerweile publik geworden, dass die Republik Österreich 43 atombetriebene U-Boote anschaffen möchte. Was ist an diesen Gerüchten dran?
MinisterNun, ich kann es mir auch nicht erklären, wie es zu solchen Mutmaßungen kommen konnte.
oitzingerDas heißt, es handelt sich nur um ein Gerücht und nicht um eine Tatsache?
MinisterNein, so habe ich das nicht gesagt. Ich will nur dafür plädieren, dass man Gerüchten nicht allzu viel Glauben schenken darf.
oitzingerSoll das jetzt heißen, dass Österreich doch die Absicht hat 43 atombetriebene U-Boote anzuschaffen?
MinisterIch will hier gar nicht um den heißen Brei herumreden, aber so stimmt das nicht. Hier scheinen einige Oppositionspolitiker über den Rand geschossen zu haben. Unsere Partei tritt für Offenheit und Transparenz ein und – und das möchte ich hier mit aller Deutlichkeit festhalten: Unsere Partei verlangt härtere Strafen gegen Kinderschänder.
oitzingerHerr Minister, um noch einmal auf die U-Boote …
MinisterUnsere Partei ist gegen Kinderschänder!
oitzinger… Herr Minister können Sie dezidiert ausschließen, dass es in Österreich Bestrebungen gibt, U-Boote anzuschaffen?
MinisterJa, das kann ich mit aller Präzision unterstreichen, da die Planungen bereits getätigt und die Verträge schon unterschrieben wurden.
oitzingerDas heißt es ist eigentlich schon alles unter Dach und Fach?
MinisterNun, wenn Sie es so salopp formulieren wollen, bitte.
oitzingerWarum wurde eigentlich diesbezüglich das Volk darüber nicht informiert?
MinisterSchauen Sie, Herr Holzinger, gerade Sie als Journalist bekritteln doch immer dieses Übermaß an Populismus in der heutigen Politik und jetzt sind Sie mit dieser Lösung auch nicht zufrieden. Was wollen Sie eigentlich?
oitzingerNun, Populismus und Mitspracherecht sind doch zwei verschiedene Paar Sch…
MinisterEines kann ich Ihnen versichern, kraft meines Amtes ist mir dieser Populismus zu wider und ich kann es unter keinen Umständen rechtfertigen, dass man derartig schändlich mit unserem Staatsvertrag umspringt.
oitzingerSie meinen …?
MinisterAus dem Blut und Schweiß unserer Vorfahren ist der Staatsvertrag entstanden und wenn Sie etwas sorgfältiger recherchieren würden, wären Sie auf den Artikel 9a, Absatz 1, Bundesverfassungsgesetz gestoßen, welcher unter anderem besagt, dass Österreich „sich zu einer umfassenden Landesverteidigung bekennt.“ Verstehen Sie? Umfassend!
oitzingerAber ein Großteil der Bevölkerung ist doch sehr verwundert, dass gerade U-Boote …
MinisterHerr Holzinger, wie mir zugetragen wurde, gehören Sie auch zu diesen Wehrdienstverweigern …
oitzingerNun, ich war untauglich. Was hätte ich …?
Minister… sehen Sie und da nehmen ich es Ihnen nicht übel, dass Sie überhaupt keine Ahnung vom Österreichischen Bundesheer haben. Eines muss ich Ihnen aber schon sagen, unsere Partei macht, das Österreichische Bundesheer nicht madig.
oitzingerDas habe ich doch gar nich ….
MinisterZuerst hungert man das Bundesheer aus und wenn eine Hochwasser- oder Lawinenkatastrophe sich ereignet, dann sind solche Leute wie Sie einer der Ersten, die nach dem Bundesheer sehnlichst rufen.
oitzingerIch habe noch nie …
MinisterUnsere Partei steht zur Verantwortung den Staatsvertrag gewissenhaft zu erfüllen im Namen unserer immerwährenden Neutralität.
oitzingerHerr Minister, aber viele Menschen verstehen nicht, weshalb ausgerechnet U-Boote für die österreichische Landessverteidigung notwendig wären.
MinisterSchauen Sie, lieber Herr Holzinger nach dem Kalten Krieg hat sich das Bedrohungsszenario eben entsprechend geändert. Terrorismus kann auch vom Wasser aus verübt werden. Und ich darf Sie schon daran erinnern, dass im Jahr 2008 die Fußballweltmeisterschaft in Österreich stattfindet. Nicht auszudenken, wenn es da zu einem Terroranschlag kommt. Wir sind uns hier unserer Verantwortung vollkommen bewusst. Außerdem hat die U-Boot AG die österreichischen Fußballvereine finanziell tatkräftig unterstützt. Denn Sport hält unsere Jugend von den Drogen fern und unsere Partei ist gegen Drogen, nicht wie so manch andere Oppositionspartei, die sich für Drogen einsetzt.
oitzingerAber es hat doch noch nie in der Geschichte Österreichs einen Terroranschlag aus dem Wasser gegeben?
MinisterJa, das ist die klassische Sichtweise eines Wehrdienstverweigerers. Wir, die wir uns nicht vor dieser ehrenvollen Staatspflicht gedrückt haben, wissen, dass das Bundesheer vergleichbar mit einem Feuerlöscher ist. Nur weil es in ihrem Haus noch nie gebrannt hat, haben Sie ja trotzdem einen Feuerlöscher.
oitzingerFürchten Sie sich nicht, dass einige Oppositionspolitiker versuchen könnten, aus den Verträgen mit der U-Boot-GmbH auszusteigen?
MinisterDas wäre äußerst schädlich für die Reputation Österreichs. Unsere Partei zeichnet sich als besonders vertrauenswürdig aus, wir halten in jedem Fall Verträge ein. Außerdem würde ein Ausstieg dermaßen teuer, dass er den Konkurs für Österreich bedeuten würde.
oitzingerWieso unterschreibt man denn derartige …?
MinisterEines kann ich Ihnen garantieren, für unsere Partei steht die Sicherheit der Österreicher im Vordergrund.
oitzingerGlauben Sie nicht, dass sich die Österreicher lieber mehr Polizei in den Städt…?
MinisterWir können hier nicht Äpfel und Birnen vergleichen.
oitzingerEs wird gemutmaßt, dass einige Entscheidungsträger, insbesondere hochrangige Militärs finanzielle Zuwendungen der U-Boot-GmbH erhalten haben.
MinisterDas ist lächerliche Propagandapolitik der Oppositionsparteien. Mir ist nur ein Fall bekannt, allerdings hat hier kein ranghoher Beamter, sondern lediglich seine Ehegattin eine pekuniäre Unterstützung erhalten, ein so genanntes Darlehen, das sie halt nicht mehr zurückzahlen muss.
oitzingerEinigen Generälen sollen Urlaubsreisen gezahlt worden sein.
MinisterDas ist deren Privatsache und es ist wohl guten Freunden erlaubt, sich gegenseitig den Urlaub zu zahlen.
oitzingerHaben Sie selbst auch Zahlungen von der U-Boot AG enthalten.
MinisterIch kann Ihnen versichern, dass ich in keinster Weise darin involviert bin. Die 500.000 Euro sind lediglich eine Spesenvergütung auf Grund meiner Beratungsgespräche mit der Firma U-Boot AG.
oitzinger500.000 Euro? Wirft das nicht eine schiefe Optik …
MinisterDas ist wieder diese typisch österreichische Neidgesellschaft. Schauen Sie, internationale Top-Manager halten keine Vorlesung unter einer Million Dollar und da kann man wohl nicht verlangen, dass österreichische Minister das für Nichts machen.
oitzingerWie will man diese 43 U-Boote denn finanzieren?
MinisterIm Rahmen der Umwegrentabilität. Die U-Boot AG wird im Rahmen von Gegengeschäften die österreichische Wirtschaft enorm beleben. Schon allein deshalb ist es wichtig, dass wir die 43 U-Boote anschaffen.
oitzingerWas ich nicht ganz verstehe ist, …
MinisterDas ist kein Wunder, Sie sind ja Wehrdienstverweigerer …
oitzingerWas ich sagen wollte, würde denn niemand österreichische Produkte kaufen, wenn wir die U-Boote nicht kaufen würden?
MinisterGanz genau so ist es. Es wäre ein Desaster für die österreichische Wirtschaft.
oitzingerProfitieren hier nicht nur einige wenige Firmen und die Mehrheit der Steuerz …
MinisterArbeitsplätze werden gesichert und mir als Politiker ist es besonders wichtig, dass unsere Jugend Arbeitsplätze erhält …
oitzingerAber wenn nur einige wenige Unternehmen davon profitieren, kommt dies nicht einer Korruption glei…?
MinisterHören Sie Herr Holzinger, im Gegensatz zu Ihnen liegt mir die Jugend sehr am Herzen und ich werde mein bestmöglichstes tun, damit unsere Jugend auch eine Zukunft hat. Unsere Zukunft ist die Jugend. Oder wer glauben Sie, wird Ihre Rente einmal bezahlen?
oitzingerNun, ich glaube jeder zahlt für sich die Rente, oder?
MinisterJa, haben Sie denn noch nie etwas vom Generationenvertrag gehört!? Was ist wenn es mehr Senioren gibt als Kinder?
oitzingerIch seh’ da kein Problem, es hat doch wohl jeder in seine Pensionskasse eingezahlt.
MinisterSie haben ja keine Ahnung von höherer Finanzmathematik. Um es kurz zu machen, wir benötigen die 43 U-Boote, damit Sie überhaupt noch eine Rente erhalten.
oitzingerHerr Minister ich bedanke mich für das Interview.
MinisterBitte sehr. Und das nächste Mal halten wir uns, aber an die Fragen, die wir vereinbart haben.
oitzingerSelbstverständlich Herr Minister. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag und ähh … Küss die Hand der werten Frau Gemahlin.
MinisterDanke, danke auf Wiederschauen, Servus.



Einige Jahre später verließ der Minister die Politik und wurde Chief Executive Officer (kurz CEO) also praktisch Vorstandsvorsitzender bei der U-Boot AG.



oitzinger zog sich nach diesem journalistischen Reinfall gänzlich vom Journalismus zurück in die Tiroler provinzielle Bergwelt und schreibt nur mehr gelegentlich auf Anraten seines Psychotherapeuten während seiner melancholischen Phasen an einem Weblog. Seine Hauptnahrungsquellen sind Antidepressiva.



Die 43 U-Boote wurden schließlich angeschafft. Die U-Boot AG sponserte eine große Feier für die Militärs und Politiker. Es gab ein Feuerwerk und man veranstaltete militärübliche Gesellschaftsspiele. Unter anderem wurde für das traditionelle Wettschießen extra eine Schützenscheibe kunstvoll angefertigt.






Und schon nach fünf Jahren musste eines der U-Boote zu einem Einsatz ausrücken. Ein amerikanisches U-Boot, betrieben vom CIA, operierte in österreichischem Hoheitsgebiet während es gerade dabei war, einen deutschen Terrorverdächtigen zu foltern. Es wurde sofort geschossen - fünf Fotos um genau zu sein und das österreichische Außenministerium arbeitete eine Protestnote gegenüber den Vereinigten Staaten von Amerika aus. Zwischenzeitlich schaltete sich das Wirtschaftsministerium ein und plädierte mit Bezugnahme auf die guten österreichisch-amerikanischen Geschäftsbeziehungen die Protestnote zu unterlassen. Die Protestnote wurde fallengelassen und die Bilder verschwanden unglücklicherweise auf Grund eines Computerfehlers.
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von oitzinger am: 06.09.2007, 20:50 Uhr
oitzinger bei den Nazis (Teil 3)
Fortsetzung … … „Ja, das ist mir sehr rechts … äh recht.“

Ich bejahe das unhöflich, wie das nun mal die Art des Doktor Walter Hallers ist und will eigentlich bloß raus aus diesem Alptraum. „Bitte nehmen sie Platz, ich werde schnell das Tagesprogramm erörtern und anschließend Sie kurz vorstellen.“, teilt mir Max Raabe unterwürfig mit. Ich stelle fest, dass Max mindestens gleich viel Respekt, Ehrfurcht und Angst vor mir hat, wie ich vor diesen braunen Gesocks. Auf der Bühne steht neben dem Podium ein bäuerlicher Holztisch mit einem Stuhl. Ich stelle meinen Aktenkoffer darauf und setze mich. Der kleine Saal beginnt sich mit diesen Ewiggestrigen rasch zu füllen und schon schließt ein zwei Meter großer, wohlbeleibter Nazi die Tür und stellt sich demonstrativ mit verschränkten Armen davor hin. Der so genannte Point of no Return ist offensichtlich erreicht. Was mache ich bloß hier? Was geschieht mit mir, wenn rauskommt, dass ich gar nicht Doktor Haller bin? Max Raabe ordnet seine Skripten auf dem Rednerpult. Ich blicke ins Publikum und im Gegenzug starren sie mich an. Hunde, sagt man, würden Angst riechen. Man dürfe sie ihnen deshalb nicht zeigen. Leichter gesagt als getan. Und wie sieht’s mit Nazis aus? Ich kann nur hoffen, dass die nicht so gute Riechorgane haben, als die Vierbeiner. Max Raabe alias Kamerad Maier begrüßt soeben seine Kameraden und ganz besonders den Herrn Doktor Haller. Mein Gott, das soll ja ich sein! Ich stehe so halb von meinem Sessel auf und nicke in das Publikum, welches artig applaudiert. Ich setze mich wieder. Max erklärt dem Publikum noch den weiteren Verlauf dieser Sitzung. Und plötzlich geht der Yankee-Doodle los – mein Handy-Klingel-Ton. Ich reiße es aus meinem Sakko und halte es ans Ohr. Beinahe hätte ich vor kurzem auf mein Telefon das hebräische Volkslied „Hava Nagila“ als Klingelton raufgeladen. Noch mal Glück gehabt. Ich spreche zackig aber doch leise in das Telefon: „oi … Doktor Haller?“ „oitzinger! Bist Du es?“ Am anderen Ende meldet sich Ingeborg. Ich antworte ihr nur kurz und bündig: „Ja. Ja.“ Und Ingeborg: „Mann! oitzinger, wo steckst Du denn, ich warte hier im Café Golf schon eine geschlagene halbe Stunde?“ Mein Gott, ‚Golf’ – ‚Golf-Café’! Ich hätte schwören können, sie hat ‚Wolf’ gesagt. Sie schnabuliert gemütlich im Café ’Golf’ eine Schwarzwälderkirschtorte und ich sitz’ mitten in einer Horde Nazis in der heruntergekommenen Gastwirtschaft ‚Wolf’. Ich hätte nie gedacht, dass meine Schwerhörigkeit mir das Leben kosten wird. Ich gebe Ingeborg noch schnell eine Instruktion auf den Weg: „Komme an - 16 Null Null - Ende.“ Die letzten Worte, die ich von Ingeborg noch hörte, waren in etwa: „Sag mal oitzinger, hast Du noch alle?“ Offensichtlich beeindrucke ich das Publikum mehr, als Ingeborg, mit meiner soldatischen Diktion. Ich schalte das Telefon zur Vorsicht aus, bevor Ingeborg mich nochmals kontaktieren möchte. Ich stecke es wieder in die Jackentasche und mache ein paar entschuldigende Gesten Richtung Max Raabe. Der zeigt Verständnis, immerhin bin ich ja ein viel beschäftigter Doktor. Was ich wohl studiert habe? Aber was noch wichtiger ist, wie komm’ ich nur aus diesem Schuppen raus? Der blasse Bodyguard öffnet die Tür und es tritt der Wirt mit einem Tablett voll mit Bierkrügen herein. Als er die Getränke serviert hat, winke ich ihn zu mir und beuge mich zu ihm herab. Noch bevor ich etwas sagen kann, entschuldigt er sich im Flüsterton viele Male bei mir, dass er mich noch nicht bedient hat, allerdings wusste er auch nicht welches Getränk ich bevorzuge. Ich gebe mich bescheiden und bestelle bloßes einfaches Leitungswasser, deutsches Leitungswasser, und bitte den Wirt, er möchte doch so freundlich sein und für mich ein Taxi in zwanzig Minuten organisieren. Ehrerbietig und stolz zu gleich verspricht er mir alles zu meiner Zufriedenheit zu erledigen. Also wenn ich das gewusst hätte, dass man als ‚Doktor’ derart vorteilhaft hofiert wird, hätte ich mich in der Schule mehr angestrengt. Was ich so nebenbei mitbekam, hat Max mich soeben vorgestellt und angekündigt, dass ich aus meinem Buch ‚Der wahre Deutsche’ Textpassagen zitieren würde. Vor einem Jahr hielt ich im Englisch-Unterricht ein Referat über Rassismus. Meine Knie schlotterten und ich brachte keinen Ton heraus. Und jetzt kurze Zeit später soll ich Textpassagen aus einem rassistischen Buch erläutern, welches ich angeblich geschrieben hätte. Hoffentlich taucht nicht der echte Doktor Haller auf. Zwei Stunden Vorsprung habe ich ja noch. Was soll ich bloß machen? Ich brauch’ mehr Selbstbewusstsein, aber wie? Die Alphamännchen unter den Politikern verschränken gerne in sitzenden Positionen ihre Hände, lehnen sich zurück und schließen leicht die Augen. Genau das mach’ ich jetzt auch und folge den Worten von Mäxchen, in dem ich ihn kritisch beäuge. Immer schön ernst drein schauen, bloß nicht lachen. Aber dafür hab’ ich jetzt ohnehin nicht die Schneid dafür. Hin und wieder werfe ich einen Blick auf mein Publikum. Von Mode haben sie wenig Ahnung, wenn ich das mal so kurz festhalten darf. Sogar zwei Mädchen sind in dieser Clique, etwas zu blass für meinen Geschmack, die Haare beider Naziluder dürften wasserstoffblond gefärbt sein und die beiden sind ziemlich pummelig. Die eine laboriert gerade an einer hässlichen Akne. Die männlichen Nazis schauen auch nicht gerade helle aus, aber dafür umso gefährlicher. Also der Herr in der Vorderreihe könnte glatt Metzgermeister sein. So sieht also die deutsche Herrenrasse aus. Bei einem Herrn älteren Semesters tippe ich auf pensionierten Studienrat. Gibt es eigentlich schöne Nazis? … Na vielleicht, Alessandra Mussolini ist hübsch, jedoch deren Charakter ist grottenhässlich. Bevor ich der die Stimme gebe, votiere ich für den Pornostar Cicciolina. Cicciolina wäre moralisch eindeutig integerer. Der Studienrat beobachtet mich kritisch, zudem hält er noch ein Buch in seinem Schoß. Es wird wohl nicht mein Buch sein. Hoffentlich ist kein Bild von mir äh Doktor Haller drin.

Fortsetzung folgt …
(hoffentlich geht Teil 4 auch so glimpflich aus, Mann, ich halte diese Anspannung nicht aus, warum hab’ ich nicht was g’scheits g’lernt)
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von oitzinger am: 08.09.2007, 00:35 Uhr
oitzinger bei den Nazis (Teil 4)

Fortsetzung … Hoffentlich ist kein Bild von mir äh Dr. Haller drin.

Max Raabe deutet zu mir: „Lieber Herr Doktor, Kamerad Haller, wir würden uns nun sehr freuen, wenn Sie uns die Ehre erweisen und uns einige Auszüge aus ihrem Buch ‚Der wahre Deutsche!’ zitieren würden. Das Publikum klatscht und beinahe hätte ich mich am Applaus beteiligt, wenn ich mich nicht besonnen hätte, dass ich ja der Herr Doktor Walter Haller bin und wie es bei uns Akademikern so Sitte ist, patschen wir Intellektuellen nicht wie wild gewordene Affen die Hände zusammen, nein, wir klopfen dezent mit einem Hauch von Dekadenz und unserem Fingerknöcheln auf den Tisch. Ja, ja, seht alle her, ich bin Akademiker! Ich war auf der Uni! Ich glaube, ich habe jetzt auch den hoch gewachsenen Herrn Studienrat überzeugen können.

Mein Gott, was soll ich jetzt machen? Was hätte Hitler gemacht und was Goebbels? Gut, die mussten sich ja nicht verstellen. Oder vielleicht doch? Unzählige Male hab’ ich in geselliger Weinlaune zum Gaudium meiner Freunde Hitlerparodien zum Besten gegeben, sicher über Geschmack lässt sich streiten, aber ich kann hier wohl kaum eine Hitlerparodie vom Stapel lassen. Der braune Mob würde mich wohl lynchen. Obwohl? Obwohl, gegen die Redeweise können sie wohl kaum was dagegen haben. Hitler hatte ja diese stetigen Schwankungen von kaum hörbaren Murmeln, bis hin zum hysterischen Geschrei und darauf folgendem Gekrächze. Goebbels hatte wiederum schön deutlich gesprochen. Wobei sich das ‚schön’ ausschließlich auf die Deutlichkeit bezieht, nicht das hier irgendwelche Missverständnisse aufkommen würden. Ich werde mir hier irgendeine Mischung von beiden zulegen. Aber über was soll ich reden? Ich trete an das Pult und meine Knie schlottern. Baldrian, Baldrian! Ein Königreich für Baldrian!

Ich räuspere mich mit ernstem Blick. Mein treuer Diener Mäxchen holt mir sofort einen Krug mitsamt Glas reinen deutschen Leitungswassers. Ich blicke ihn an: Danke Kamerad, Mä... äh Maier! und drehe mich zur Hörerschaft und brülle:

Kameraden!, etwas leiser: „Kameradinnen!“ ich nicke den Wasserstoffblondinen zu, die verlegen den Kopf senken, „es freut mich ganz außerordentlich in diesem liebreizenden Ort … bei Euch Gast … Gastredner zu sein … sein zu dürfen.“ Ruhig oitzinger! Ganz ruhig! Ich lüge wie gedruckt und verdammt noch mal wie heißt dieses Kaff? Ich murmle belanglos: „Ich möchte mich entschuldigen, dass Euer Programm, durch die meinige Termin-Kollisionen etwas umgeworfen werden musste, aber leider …“, jetzt brülle ich „… LEIDER KANN ICH MICH NICHT MEHR AUF DIE DEUTSCHE REICHSBAHN VERLASSEN, SONDERN MUSSTE MIT EINEM TÜRKISCHEN BUMMELZUG VORLIEB NEHMEN!!“ Allgemeines Gelächter schallt aus dem Auditorium. Na, die sind vielleicht leicht zu unterhalten. Der Metzgermeister in der ersten Reihe kriegt sich überhaupt nicht mehr ein. Während der Metzgermeister sich noch auf die Schenkel klopft, möchte ich mich bei allen Türken entschuldigen, aber zuerst will ich hier lebend herauskommen und außerdem … außerdem habt Ihr zweimal Wien belagert, ich finde es daher nur fair, wenn ich Euch dieses eine Mal als Schutzschild verwenden muss. Außerdem liegt hinter meiner Aussage die Unlogik, dass ich ja zwei Stunden zu früh, als zu spät am vereinbarten Ort, dem Gasthaus ‚Wolf’ eintraft, aber dieser Umstand interessiert die Braunen nicht, Hauptsache, die Wörter ‚türkischer Bummelzug’ wurden erwähnt. Zumindest, weiß ich jetzt, was denen gefällt. Ah, der Metzgermeister hat sich wieder beruhigt, jetzt kann ich mit meinem Referat fortfahren. Doch nur wie?

Liebe Kameraden, auf der Fahrt hier her, habe ich beschlossen, dass es wohl keinen Sinn macht, etwas Geschriebenes zu zitieren, da ich davon ausgehe, dass wir ja keine Vorschulkinder und sicherlich alle des Lesens mächtig sind. Ha! Ha! Verhaltenes Gelächter, offenbar haben wir doch ein paar Analphabeten unter uns. Auch der Türsteher blickt schüchtern und verstohlen zum Fußboden.

Werte Kameraden, weit aus wichtiger ist, dass wir uns zu unseren Urtugenden zurückbesinnen. Den Urtugenden der Nation der Germanen! Die da wären: Fleiß, Ehrlichkeit, Gerechtigkeit, Mut und Geist.“ Und jetzt fällt mir nichts mehr ein – trotzdem Applaus. Puh, den Einstieg hätte ich mal geschafft. Bis jetzt hat noch keiner gemerkt, dass ich nicht der bin, für den sie mich halten. Wenn jetzt die Polizei den Saal stürmen würde, hätte ich mich dann der Wiederbetätigung schuldig gemacht? Ich sitze hier ganz schön in der Patsche. Offenbare ich mich, dass der Rassismus mir zu wider ist, schlagen sie mich mausetot, vielleicht gar windelweich. „Das deutsche Volk!“, brülle ich aus vollen Leibeskräften in geschliffenen preußisch in den Saal, dass Goebbels eine Freud’ mit mir hätte. „Die deutsche Nation!“, was soll’s, ich brauch’ solche Füllwörter und ich weiß nicht, was ich als nächstes diesen Nazis zum Fraß geben soll. „Darf nicht vor die Hunde gehen! G’rad noch mal die Kurve gekratzt. Ich gönne mir einen Schluck teutonischen Wassers. Als ich bei der Deutsch-Matura das sinnige Thema ‚Familie’ erhielt, wusste ich auch nicht, wie ich fünf A4-Seiten voll kriegen sollte, also begann ich mit den Sippen der Steinzeit. Ich muss hier auch irgendwo ganz vorne anfangen. Aber wo? Ich stütze mich mit beiden Händen auf das Rednerpult und beuge mich nach vorne. „Ja glaubt Ihr, werte Kameraden und Kameradinnen, dass unsere deutschen Führer sich dem Müßiggang, dem Bier saufen und dem Drogenkonsum hingegeben haben? Betretenes Schweigen und Ratlosigkeit im Publikum.

Und ich schweige auch vorerst … zumindest bis zur nächsten Fortsetzung, die hoffentlich … nein, ganz bestimmt folgen wird.
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von oitzinger am: 08.12.2007, 12:01 Uhr
Herrlich Feiertag!

Nun ich gebe ja zu, besonders religiös bin ich ja nicht und was es mit Mariä Empfängnis so auf sich hat, da müsste ich wohl etwas googeln um darauf zu kommen. Aber tut ein solch ein Feiertag nicht gut um dem vorweihnachtlichen Stress etwas zu mildern.

Mit verschlafenem Blick ziehe ich die Vorhänge zurück und sehe kolonnenweise Autos Richtung Stadt pilgern.

 



Ach ja stimmt, heute ist ja so ein halbseidener Feiertag. Die Wirtschaft meint, dass viele Leute gar nicht genau wüssten, worum es bei Mariä Empfängnis gehe, daher könne man gleich die Geschäfte offen halten. Irgendwie tun mir die Verkäufer und Verkäuferinnen leid. Es ist ja nicht mehr so, dass die Geschäfte alle um sechs Uhr schließen und Samstagnachmittag geschlossen hätten, das gibt es ja schon lange nicht mehr. So gesehen hätte man heutzutage wohl mehr als genug Gelegenheit Geschenke für seine Liebsten zu besorgen.

Angesichts der Autokolonne scheint dem aber nicht so zu sein.

Und plötzlich kommen mir ganz ungute Gedanken auf. Nehmen wir an, nehmen wir nur einmal an, Politiker hätten so viel Macht, bestimmten Menschengruppen alles wegzunehmen, nur weil sie, sagen wir mal … größere Nasen hätten. Und diese Politiker rufen dann alle Kurznasen auf, sich die Reichtümer der Langnasen zu Eigen zu machen.

Gäbe es dann auch diese Autokolonnen und würden vielleicht dieselben Menschen dort drin sitzen?

Ungute Gedanken.
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von oitzinger am: 28.10.2008, 23:43 Uhr

Ich habe diese Woche Urlaub und, obwohl ich ja viel Wichtigeres tun sollte, blieb ich vor dem Fernsehgerät hängen - aus reiner stupider Faulheit, ich bin zurzeit so faul, dass ich mir nicht einmal eine Entschuldigung für meine Faulheit ausdenken werde.

Parlamentssitzung – die Wahl zum Nationalratspräsidenten war angesagt, oder besser gesagt zu den Nationalratspräsidenten, immerhin von 1 bis 3..

Als berufstätiger Mensch hat man selten Gelegenheit, solche Live-Ereignisse mitzuverfolgen, mit umso größerem Interesse verfolgte ich diese Übertragung.

Und war amüsiert über die Kameraleute, die geradezu neckischerweise, sich einzelne Abgeordnete heraussuchten, die gerade mit nicht wirklichen Dingen beschäftigt waren. Also so wie der alte oitzinger. Der eine balsamierte seine Lippen, ein anderer manikürte seine Nägel und ein weiterer prominenter Abgeordneter spielte mit einem Packerl Haselnussschnitten um alsbald herzhaft eine Schnitte zu verzehren. Schön dachte ich mir – auch nur alles Menschen.

Zugegeben sie verdienen zwar ein Vielfaches von dem, was der arme oitzinger am Gehaltsscheck vorfindet, aber dafür haben sie ja auch eine Riesenverantwortung, immerhin bestimmen sie die Geschichte von Österreich in den nächsten fünf Jahren. Und wenn sie es nicht gut machen, dann, ja dann tragen sie eben die Verantwortung und werden zur Rechenschaft gezogen. Na, ja Rechenschaft ist vielleicht übertrieben, sie treten einfach zurück und gehen zum Beispiel in die Privatwirtschaft, wo dann doch ein gut dotierter Vorstandsjob wartet, je nachdem wie sie sich gegenüber den einzelnen Firmen während ihrer politischen Laufbahn erwiesen haben.

Alle waren schmuck gekleidet, die Herren dunkle Anzüge oder Trachtenjanker und die Damen Kostüme. Und ich glaube jede Partei hatte ein Schmuckstück am Revers. Die Sozialdemokraten die rote Rosen, die ÖVPler weiße Blumen, bei den Grünen und BZÖler weiß ich es nicht und die FPÖler haben eine blaue Kornblume. Der ORF sprach von einer „umstrittenen blauen Kornblume“. Aber warum umstritten?

Jetzt des nächtens googelte ich mir die „blaue Kornblume“ und bemerkte, dass die blaue Kornblume nebst einem lieblichen Blümlein, auch zufällig das Symbol der illegalen Nazis vor 1938 war.

Und jetzt fällt mir der Strache ein. War es nicht derjenige, der den Kühnengruß als Drei-Bier-Bestellung deutete. Und „Wehrsportübungen“ den Österreichern als Paintpallspielerei verkaufte.

Und dann gab es ja auch aus dem rechten Lager die Aussprüche: „Meine Ehre heißt Treue", aber dagegen konnte man wirklich nichts einwenden, denn Ehre und Treue sind ja wohl sehr ehrenwerte Begriffe. Dass sie zufällig der Wahlspruch der SS war, konnte man natürlich nicht wissen.

Genau so mit der blauen Kornblume - dass es zufällig das Symbol der illegalen Nazis vor 1938 war, weiß natürlich auch niemand von der FPÖ, BZÖ, ÖVP und manch einer von der SPÖ.

Ich warte nur mehr darauf, dass sie das Hakenkreuz als Sonnensymbol aus Indien deuten, was zwar der Wahrheit entspricht, allerdings auch nur wieder der halben Wahrheit.

Oder tue ich diesem Herrn Graf unrecht? Vielleicht ist die Burschenschaft Olympia nicht so schlimm, wie all die anderen sagen. Ich google weiter und finde, die Webseite der Burschenschaft Olympia.

Diese teilt allerdings mit: „
Dank der zahlreichen Nennungen unserer Burschenschaft und unserer Olympenseite im ORF und anderen Medien - und der damit verbundenen Werbung - gab es einen rasanten Anstieg der Zugriffe auf unseren Server. Da die (technische) Ausgestaltung für ein solch enormes Interesse nicht ausgelegt war, mußten wir die Seiten kurzfristig vom Netz nehmen.
Da wir mit einer weiteren Bewerbung unserer Burschenschaft durch den Rundfunk rechnen, haben wir uns entschlossen, die Olympenseiten neu zu erstellen.


Aha. Und weiter:
Wer zwischenzeitlich näheres zu den von Olympia vertretenen politischen Inhalten erfahren möchte, möge sich die Festschrift zum 140 Stiftungsfest kaufen.

Nö, muss ich nicht. Dafür ist der oitzinger zu geizig.

Es muss doch noch ohne andere Informationen über die Burschenschaft Olympia geben und tatsächlich Wikipedia bietet gerade eine Seite an, interessant ist nachfolgendes Gedichterl aus Wikipedia:

Sich selbst beschrieben die Olympen in einem Flugblatt in den 1990ern so:
Wir sind normal geblieben unterm Schutt der Zeit, an uns sind Umerziehung, Trauerarbeit und Betroffenheit, doch auch Konsum, soziale Dünkel und Morderne fast völlig spurlos vorbeigezogen.
Weiter heißt es dort:
Bist du häßlich, fett, krank oder fremd im Lande, bist Du von Sorgenfalten, Weltschmerz oder linksliberaler Gesinnung gepeinigt, trägst Du alternative oder Schicky-Kleidung oder gar ein Flinserl im Ohr, studierst du Psychologie, Politologie oder Theologie oder gar nicht, hast du den Wehrdienst verweigert oder eine Freundin mit, die weder schön noch still ist, kurz: bist Du auf irgendeine Weise abnormal oder unfröhlich, dann bleib lieber zu Hause.
[

Aha, ich bin offensichtlich zu hässlich für diese Gesellschaft, na dann.

Und das was ich in einer viertel Stunde herausgefunden habe, wissen natürlich 109 unsere Damen und Herren Abgeordnete nicht wirklich, vielleicht haben sie kein Internet oder keinen Computer oder keinen Verst…

Es fällt mir schwer vor solchen Politikern noch Respekt zu haben, die zwar von Demokratie sprechen, und oh Zufall, vereinbart ihre Stimmen links oben vermerken.

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von oitzinger am: 22.02.2010, 22:43 Uhr


Von reinrassigen braunen Rindsviechern!

 

 

 

Vor wenigen Tagen wurde von der Österreichischen Post ein, als klar erkennbar rechtsradikales, Schmierenblatt in Osttirol verteilt.

Darin wurde an den Selbstmord zweier Jugendlicher gedacht, die von eben diesen rechten Gruppierungen in die Kloake des rechten Gedankengutes hineingezogen wurden und als sie aufflogen naturgemäß sich mit dem Vorwurf des Verbotsgesetzes konfrontiert sahen.

Ausgerechnet diese braunen Rattenfänger beklagten sich nun über den sogenannten „linken Gesinnungsterror“ der diese Jugendlichen in den Suizid getrieben hätte.

Man wundert sich schon sehr, dass die Österreichische Post derartig fragwürdige Flugblätter verteilt, wobei man gerechterweise anmerken muss, dass Postangestellte in Lienz sich diese Frage auch stellten und zur Vorsicht, Rückfrage bei ihren hauseigenen Juristen hielten. Diesen schien dieses Flugblatt zwar an der Grenze des guten Geschmacks, aber offensichtlich juristisch gerade noch im legalen Bereich zu sein und sie gaben den Sanctus diesen bedenklichen Zettel an zig tausende Haushalte in Osttirol zu verteilen.

Des Weiteren wird in diesem Flugblatt noch darauf hingewiesen, dass diese bedauernswerte Burschen, die einzigen anständigen Jugendlichen sind, während hingegen „die heutige“ – ich zitiere wohlgemerkt: „missratene Jugend, welche nur dekadente Erscheinungen wie Trägheit, Komasaufen, Rentner zusammenschlagen, Einbruch, Diebstahl, Umweltverschmutzung und totale Verblödung verinnerlicht.

Fast zur selben Zeit befestigen Schüler des Privaten Oberstufenrealgymnasium (PORG) Volders ein Transparent mit der Aufschrift „Autofasten“ an der Karlskirche bei Volders - im Einverständnis des Bischofs. Innerhalb von zwei Stunden war die Polizei vor Ort und man musste das Plakat auf Grund von Beschwerden – von vermutlich Autofahrern -  entfernen.

Man möge die beiden Vorfälle in Relation betrachten.


Eigentlich war ich in letzter Zeit der trügerischen Meinung, dass es in Österreich wohl nur mehr sehr wenige Ewiggestrige geben wird, aber gerade in den letzten Tagen bin ich mir nicht mehr sicher, ob diese Brut jemals ausstirbt.

Wie auch, man wird ja auch ständig daran erinnert.

Es ist das ewige Liebäugeln mit der NS-Ideologie, von der sie sich zwar die Freiheitlichen offiziell distanzieren und ganz geschockt tun, wenn man sie wieder mal daran erinnert, dass sie ihren braunen Dreck abgelassen haben und sie stellen sich dann als arme Opfer dar, über die wieder diese bösartige „Nazikeule“ der „linken Gesinnungsterroristen“ niederschlug.


Die Freiheitlichen werden nicht müde, sich mit jener Ideologie zu schmücken, die Millionen unschuldigen Menschen grausamste Qualen und den Tod brachten.

Sie finden es schick mit diesen uralten demagogischen Sprüchen zu werben und haben keinen Respekt vor jenen Männern, Frauen und Kindern, die ihr auf grausamste Weise ihr Leben lassen mussten, wegen einer aufhetzerischen Ideologie, der sie heute noch nachplärren.

Sie kennen keinen Skrupel sich mit den Worten und Symbolen dieser Naziideologie zu schmücken.

Da verredet man sich dann schon mal schnell und spricht von Exiljuden (FPÖ-Landesschef Dieter Egger, Vorarlberg) oder verwendet kryptische Begriffe wie „Ostküste“ (Jörg Haider – im rechten Jargon bezeichnet man damit die amerikanischen Juden) oder wer es direkt mag, wie der FPÖ-Nationalratsabgeordneter sowie Landtagsabgeordneter DDr. Königshofer beschimpft einen anderen Politiker als „Landtagsschwuchtel“. Man möchte eigentlich meinen, dass ein Akademiker fähig sein sollte, sich einer erwachsenen Ausdrucksweise zu bedienen. Akademische Bildung und Charakter müssen nicht in Einklang gehen.

Ach ja und vor ein paar Tagen erblödeten sich die Salzburger-FPÖ-Bauern nicht im Rahmen der Landwirtschaftskammerwahlen ein Plakat mit den Schlagworten „reinrassig und echt“ zu präsentieren. Auf den Plakat abgebildet sind der FPÖ-Funktionär Alois Nußbaumer und eine Kuh der Gattung Fleckvieh. Rechts das Rindvieh. Selbstverständlich rechtfertigt sich Nußbaumer, dass mit „reinrassig“ natürlich nur die Kuh gemeint war und sonst nichts. Wobei man, wenn man es genau nimmt, nicht vom reinrassigen Fleckvieh sprechen kann, denn zur Erhöhung der Milchleistung des Fleckviehs wird auch das Red Holstein eingekreuzt. Eigentlich sollte dies ein Bauernfunktionär schon wissen. Also von wem sprechen die Freiheitlichen dann, wenn sie den Begriff „reinrassig“ verwenden?
Findet Ihr Freiheitlichen es wirklich so lustig mit den Symbolen und Begriffen eines Regimes zu spielen, das Millionen Menschen gequält und getötet hat? Schämt Euch! Ist das Eure Art von Humor?

Die Ausreden der F’ler waren immer schon sehr wagemutig, ich erinnere nochmals an die Aussagen eines Straches, der seine Wehrsportübungen als Paintballspiele interpretierte und den in Deutschland verbotenen Kühnengruß, - die Alternative zum Hitlergruß - versuchte er als eine Drei-Bier-Bestellung abzutun. Seien wir doch ehrlich, kein Mensch in Österreich wird diese Versionen glauben.

Das stärkste Stück was ich je sah, war allerdings, als die FPÖler zur Nationalratspräsidentenwahl in das Parlament einmarschierten, ans Revers die blaue Kornblume geheftet, dem Erkennungszeichen der illegalen Nazis in Österreich von 1933 bis 1938. Dass die Wahlkarten der FPÖler obendrein noch gezinkt wurden ist schon das kleinere Übel.

Kann es eigentlich noch eine größere Provokation in Österreich geben? Und selbst, die sich christlich nennende ÖVPler, stimmten brav für Martin Graf ab, wohlwissend um den Hintergrund seiner Person.
Eine Verhöhnung der Republik und der Demokratie Österreichs sondergleichen. Darf man von einem Nationalratsabgeordneten, der monatlich EUR 8.000 verdient, mehr erwarten, als dass er bloß das Handerl hochhält - im Namen des Clubzwangs? Gibt es bei Euch keine Grenze des guten Geschmacks, die irgendwann überschritten wird?

Ich weiß von Tischlermeistern, die gerade mal 1.000 Euro verdienen. Wie kann man nur von solchen Politikern noch Respekt haben. Die Charakterschwächlinge von Politikern wollen uns tatsächlich weismachen, dass sie achtmal mehr arbeiten oder gescheiter sind, als ein Tischlermeister.

Aber ich weiche vom Thema ab, denn das Entstehen der Arroganz bis hin zum Größenwahn von Politikern bedarf eines eigenen Kapitels.

Mit grantigen Grüßen
Der oitzinger


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von oitzinger am: 24.02.2010, 22:08 Uhr
An alle Rassisten! - Terminänderung

Weil ich’s grad auf der Internetseite der Burschenschaft Olympia unter der Rubrik „Termine“ vorgefunden habe:

Termine
Sehr geehrte Damen und Herren!

Mit großem Bedauern müssen wir Ihnen mitteilen, daß Prof. Rushton den bereits bestätigten Termin kurzfristig abgesagt hat. Daher entfällt der Vortrag am 27. Februar 2010, doch wird Prof. Rushton zu einem anderen, noch nicht vereinbarten Termin nach Wien kommen und seinen Vortrag nachholen.

Vorsitzende Burschenschaft der Burschenschaftlichen Gemeinschaft
Wiener akademische Burschenschaft Olympia

Wer Prof. Rushton nicht kennt, hier eine kurze Beschreibung aus der Presse (http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/538252/index.do) 
[Rushtons Studien zufolge gibt es eine "Überlegenheit der asiatischen Rasse" etwa bei Intelligenz und Lebenserwartung - "dicht gefolgt von der weißen Rasse". "Auf der anderen Seite der Skala aber befindet sich mit deutlichem Abstand der Durchschnitt der schwarzen Rasse", heißt es in der Einladung weiter. Diese "führe" bei Studien über "den Testosteronspiegel, den Muskelaufbau, aber auch bei Kriminalitätsraten, außerehelicher Kinder sowie HIV-Infizierungen".]

(Presse vom 08.02.2010 – Graf-Burschenschaft lädt „Rassentheoretiker“ ein.)

Schade eigentlich, wo ich doch so gehofft hatte, dass Prof. Rushton den Freiheitlichen endlich erklärt, dass Fleckvieh gar nicht reinrassig ist, aber sagen wir’s ihnen lieber nicht, sonst kriegen sie noch eine Identitätskrise.

Aber weil ich grad so beim fröhlichen Zitieren bin, hier ein Zitat aus dem Buch von Sir Peter UstinovAchtung! Vorurteile“ – ausgesprochen lesenswert (siehe meine Bücherliste):

„… Ich geriet in ähnliche Schwierigkeiten, als ich auf meinem ersten Einreiseantrag für die Vereinigten Staaten meine Hautfarbe mit "rosa" angab. Streng bestand man darauf, ich sei weiß, was ich mit Hilfe eines in der Botschaft befindlichen Spiegels zu widerlegen trachtete. Sehr viel Zeit ging darüber verloren, zumal ich mir über die unterschwellige politische Nebenbedeutung des Wortes "rosa" zu jener Zeit nicht im Klaren war. Es spricht für den Gerechtigkeitssinn der amerikanischen Beamten, dass sie mir ein Visum ausstellten, auch wenn ihr Farbempfinden nicht besonders ausgeprägt war.“


Tja, so kann’s einen gehen, der nicht viel von Rassismus hält, aber es mit den Farben sehr genau nimmt und somit verbleibe ich mit

Think pink!
oitzinger

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von oitzinger am: 03.03.2010, 23:03 Uhr
Dann doch lieber Kevin,

ehrlich gesagt, etwas Gänsehaut bekomm’ ich schon, wenn österreichische Eltern ihre Kinder Jacqueline oder Jennifer nennen. Man erahnt, dass hier wohl unter anderem Hollywood Pate gestanden hat. So sehr ich auch zumindest das erste Mal über den Hollywood-Klamauk „Kevin allein zu Hause“ gelacht habe, sollte man deshalb die Früchte seiner äh … ja, … nein nicht wirklich.

Und für nicht englisch Kundige stellen diese untypischen Namen doch immer wieder eine Hürde dar. Weitschichtig, sehr weitschichtig Bekannte kamen auf die Idee ihr Töchterlein Pamela zu benamsen, weil gerade die amerikanische Serie „Dallas“ lief und die gute, weil moralisch vollkommen integre Figur in dieser Serie, nämlich Pamela Ewing, sich hervorragend als Vornamen-Modell eignete. Nein, nein besserte die stolze Großmutter meine Mutter aus, wenn diese die Pamela als [PAMEEELA] aussprach, nein, nein, das heißt [PÄMELA], [PÄMELA]. Mittlerweile sind die Jahre ins Land gezogen und auch die eigenen Leute der Pamela nennen ihre Pamela … ja eben [PAMEEELA] oder auch [PÄMI].

Eigentlich kein Grund sich wirklich darüber aufzuregen, aber ein bisserl Schmunzeln darf man schon. Während hingegen der bayrische Kabarettist Günter Grünwald sich über diese modische Sitten herrlich aufzuregen versteht:
http://www.youtube.com/watch?v=wy-h28V4tjY

Zugegeben Namensgebungen haben immer die stolzen Eltern animiert, die Nomina ihrer Kinder mit den entsprechenden Omina zu versehen. Die persönliche Variante verbunden mit den Namen liebenswerter Verwandter, von Großonkels und Großtanten bis zu den Urgroßvätern oder auch Taufpaten, dann die religiöse Varianten durch vielerlei Heiligennamen, praktischerweise des regionalen Kirchenpatrons, Herrschaftsgläubige tauften ihre Kinder nach den Namen der jeweiligen Landesregenten, beispielsweise Kaisers oder Königs oder … oder Führers, was mitunter auch dann gewisse Rückschlüsse auf die Gesinnung der Eltern zulässt.

So soll es gar Eltern geben, um genau zu sein, eine einzelne Familie, die ihre Kinder Hedda, Ute, Alwine, Sonnhild, Volker, Hildrun, Mechthild, Arne, Horst und Wolf genannt hat.

Halt!“, wird man mir manch einer entrüstet zurufen, was geht es denn diesen vorlauten oitzinger an, dass er sich in die Namensgebung von Kindernamen einmischt, das soll er gefälligst den Eltern überlassen. Ja, das stimmt schon, und wahrscheinlich wird man mir entgegenhalten, dass es sich zum Beispiel um ein Hamburger Professoren-Ehepaar der Altgermanistik handeln könnte. Leicht möglich, wäre nicht auszuschließen. Muss aber nicht unbedingt so sein.

Allerdings, ein bisserl gruselig wird mir schon beim Namen „Wolf“, wenn man weiß, dass dies der Tarnname Adolf Hitlers war, dann doch lieber Kevin …
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von oitzinger am: 04.03.2010, 18:27 Uhr
Zitat:

Mein Geschichtsbild ist das eines Österreichers, der zwischen 1964 und 1976 in österreichische Schulen gegangen ist. An diesem Geschichtsbild habe ich keine Abänderung vorzunehmen.“

Zeitschrift Kurier im Artikel "So viel wie möglich heimbringen" vom 02.03.2010

Antwort von Barbara Rosenkranz, auf die Frage, ob sie selbst an der Existenz von Gaskammern [betreffend Naziregime (Anm. oitzinger)] zweifelt.

Hmmm?

Das stellt für mich als Gerade-Noch-Jüngling doch die eine oder andere Frage. Was wurde denn so von 1964 und 1976 in den Schulen unterrichtet?
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von oitzinger am: 04.03.2010, 22:23 Uhr
Antwort eines Nazis oder Nazisprech

Schon mal von einen echten Nationalsozialisten beschimpft worden? Nein? Ich schon, gerade heute.

In der Facebook-Gruppe „Osttirol gegen Rechts“ ärgerte ich mich über die Ewiggestrigen und erwähnte, wie meine Großmutter in ärmlichen Verhältnissen mit ihren zwei Kinder zu überleben versuchte, während ihr Ehemann und zwei ihrer Söhne in den Krieg ziehen mussten. Als sie sich lautstark über diese Situation beklagte, drohte man sie ins KZ zu bringen, wenn sie nicht augenblicklich still ist. Die größten Nazis in diesem Dorf waren Bauern, kein Wunder, schließlich mussten sie nicht in den Krieg ziehen und die Sorge um Nahrungsmittel hatten sie auch nicht. Eine alte Frau in diesem Dorf hatte weniger Glück, als sie den Feindsender hörte, wurde sie verraten und kam ins KZ. Ich behauptete ganz klar, dass diese Nazischweine den Krieg verursacht haben und unzähligen Gräueltaten gemacht haben.

Offenbar fühlte sich hier jemand angesprochen, also ein Nazi, lautend auf den guten alten deutschen Namen  XAnsgarx StraightEdge fand dieses, meine Statement nicht in Ordnung und schrieb mir auf Facebook-Postfach seltsamerweise anonym, wo die Rechten doch sonst so aufrecht und ehrlich sind, den nachstehenden Brief und obgleich er mir schon zu Beginn ein „geistiges Defizit“ diagnostiziert, hat er sich redlich viel Mühe gegeben, meine „systemgetreue“ Meinung zu korrigieren:

Zum wiederholten Male stellt sich meiner Person die, mit Blick auf deine rhetorisch geistigen Defizite, durchaus legitime Frage, was die Zugehörigkeit deines Vaters bzw. deiner Onkel zur elitären Wehrmacht mit meinen schriftlichen Erörterungen gemein haben soll. Im Anschluss bringst Du die Bauernschaft, wohl jene, welche während der Zeit von 1939 bis 1945 auf deutschem Reichsboden ihrer Arbeit nachging, mit einem Begriff in kommunikative Verbindung, welchen Du zu definieren anscheinend nicht annähernd imstande bist. Ferner schwadronierst Du in systemgetreuer, medial im Jargon diverser Tintenritter anbiedernder Allür von alten Frauen, welche Wir "Nazis" (was immer Du darunter zu verstehen glaubst) vermeintlich in Konzentrationslager zu schicken pflegten, womit Du Dich selbst widerspruchsgemäß in jene Vergangenheit begibst, welche Du samt deiner geistigen Anhängerschaft unsereins permanent sowie vehement im Sinne des allseits bekannten "Ewiggestrigen" Pseudoarguments vor die Füsse wirfst. Du gibst in deiner politisch überaus korrekten Verblendung vor, etwas zu bekämpfen, von dem du aber wiederum aus opportunistischen Gründen gerade dann Gebrauch zu machen pflegst, wenn es die Ansichten deiner Zweckmäßigkeit erfordert. Du scheinst dem charakteristischen Profil einer Person zu entsprechen, welche sich genau in jene Vergangenheit begibt, von der Ihr behauptet, dass national orientierte Menschen nach wie vor scheinbar darin leben. Du und deinesgleichen, Ihr haltet an einer Vergangenheit fest, deren Medaille Ihr aufgrund eures politischen Opferstatus bislang nur von einer Seite betrachten konntet. Bilde Dir ja keine eigene Meinung zu vorgekauten, medial instrumentalisierten Geschehnissen, glaube und schlucke alles, was man Dir als Wahrheit auftischt, lass deinen Geist, sofern noch, wenn auch sicher nur als rudimentäres Überbleibsel vorhanden, ja niemals in nonkonformistische Gefilde vordringen, blicke niemals hinter den Vorhang der geschichtlichen Umerziehung und trage deine Scheuklappen sowie deine goldenen Ketten dein ganzes Leben lang mit dem Hauch der zu jämmerlichen Worthülsen degradierten Ideale namens Stolz und Erhabenheit.
Um Dir jedoch zumindest hinsichtlich deines so gerne verwendeten Totschlag - und Schubladisierungswortes "NAZI" etwas den Wind aus den Segeln zu nehmen, erweise ich mich dieses eine Mal als so gnädig, Dir einen geschichtsbezogenen Eindruck über die Ursprünge dieses vielfach missinterpretierten Wortes zu präsentieren.
So schrieb beispielweise Dr. Bronda, ehemals SPD Politiker und Autor über dein Gretchenwort "NAZI" folgende Zeilen:
Der Begriff "NAZI" entstammt der althebräischen Sprachfamilie und bezeichnet eine Person, welche sich ihrer kulturellen Wurzeln, ihrer Volkszugehörigkeit und der Ahnenreihe bewusst ist und sich gegen Lüge, Korruption, Meineid, Zins und Wucher ausspricht. Nazis bzw. auch Nasis, wie sie im Hebräischen unter Anderem genannt werden, gab es schon vor zweitausend Jahren im heutigen, mittlerweile von Israel in völkermordender Absicht okkupierten Palästina. Diese mit eben "NAZI" bezeichneten Menschen wandten sich gegen die falsche Führung Ihres Volkes, indem Sie sich gegen die sogenannten Schriftgelehrten der Pharisäer und der Saduzäer auflehnten. ... See More
Folge ich somit deinen schriftlichen Ausführungen, ist demnach jeder Mensch, welcher sich seiner kulturellen Wurzeln, seiner Volkszugehörigkeit und seiner Ahnenreihe bewusst ist und sich in weiterer Folge gegen Lügen, Korruption, Meineid, Zins und Wucher ausspricht, für Dich in bester faschistoider Manier ein Schwein bzw. deiner Erörterung folgend ein "NAZI"schwein. Aber das geht schon in Ordnung, ich habe mir bei selbsternannten Moral - und Sittenwächtern des Formats solcher dubiosen Gruppen wie "Osttirol gegen Rechts" und ähnlichem psychischen Abfall, welcher einzig ein Produkt geistiger Verwahrlosung und gesellschaftlicher Orientierungslosigkeit darstellt, auch nichts Anderes erwartet. Dein von Dir verfasster Kommentar legitimiert in meiner Person aufgrund deiner fehlenden Eloquenz im Übrigen meine Ansicht bezüglich meines vermuteten Verdachts, es hinsichtlich deiner Person mit einem pseudorevolutionären Weltnetzhelden zu tun zu haben. Aber auch diese minimale Form der Schwachsinnigkeit soll Dir nicht zum Negativen gereichen, schließlich darfst Du Dich aufgrund deiner rückgebildeten Geschichtskenntnisse bzw. der deinem Wesen innewohnenden Historikerlücken, basierend auf deiner schulisch - qualitativen Laienhaftigkeit zu einem Millionenheer von Umerzogenen und medial Verblendeten zugehörig fühlen, was zumindest dein Gemeinschaftswesen in systematischer Form stärken wird. Wobei deine wohl pragmatische Vorstellung eines Gemeinschaftswesens sicher inflationär gehandhabt wird, denn da der Begriff Gemeinschaft wiederum eine Autoritätsanerkennung im hierarchischen Prinzip beinhält, Du aufgrund deiner geistigen Haltung jedoch wohl nur Dir selbst der Nächste bist, legt sich mir auch hier die Vermutung nahe, es bei deiner Person mit einem Ich - bezogenen Minusmenschen in einer Endzeit zu tun zu haben, welcher seine goldenen Ketten noch niemals spürte, weil er sich niemals kritisch bewegte.
Ist das alles etwas zu viel für Dich? Macht nichts, mein Freund. Solange Du deinen Vater sowie deine Onkel aufgrund der von Dir erwähnten Wehrmachtszugehörigkeit nicht in die kollektive Sippenhaft nimmst und in zu besatzerdeutsch pauschalisierender Art und Weise ebenfalls als "NAZI"schweine titulierst, sehe ich noch einen glimmenden Funken Hoffnung, daß deine Gedankengänge dereinst wieder in halbwegs geordneten Bahnen zu verlaufen befähigt sind. Bedenkt man die Theorie, welche sich millionenfach bewahrheitete, das vielleicht gerade durch den Einsatz deines Vaters und deiner Verwandten in der heldenhaften, nunmehr zur Verbrecherarmee deklassierten deutschen Wehrmacht Dir erst das Leben gesichert wurde, so könnte man meinen, deine Ahnen würden sich im Grabe umdrehen ob deiner Hassagitationen gegen dein eigenes Volk, welches Du ganz "demokratisch" zu sogenannten "NAZI"schweinen herabzudegradieren versuchst.
Mögen Dir meine Zeilen zu denken geben, dass gerade bei allem, was Dir die Systemmedien suggerieren, die vermittelten Geschehnisse doppelt und dreifach hinterfragt werden müssen. Betrachte die Dich umgebende, im Verfall begriffene Welt ohne deine selbst auferlegten Scheuklappen und Du wirst sehen. Durchbrichst Du aber den Zuckerguss der Gesellschaft und dringst in jene Gefilde vor, deren wissenschaftliche Erforschung gesetzlich verboten ist, dann wirst Du sehr bald nachvollziehen können, das man nicht in ein asiatisches Land reisen muß, um aufgrund einer gewaltfrei vertretenen Meinungsäußerung mit lebenslanger Haftstrafe bedroht zu werden. Nein, dafür brauchst Du nur vor die Tür zu gehen, und Dich in volksverbundener Form zu deinem Vater und deinen Onkeln zu bekennen. Ich garantiere Dir, die Gesinnungswächter der Gedankenpolizei werden zur Stelle sein und Dir den § 3g ungeachtet deiner Apelle auf deine vermeintlichen "Menschenrechte" in die Augen der Weitsichtigkeit brennen. Nachher obliegt es deiner Entscheidung, ob Du weiter in deiner verschissenen Rosa - Luftschloss - Regenbogenwelt voll dessen, was man Dir als Wahrheit aufzutischen versucht, verweilen willst, oder ob Du deine Marionettenfäden zu durchtrennen bereit bist und Dich der Uns umgebenden grauen Realität entgegenzustellen vermagst, ohne Angst zu verspüren, in einen austriakischen Umerziehungskerker geworfen zu werden!

MUNDUS VULT DECIPI, ERGO DECIPIATUR


Ich finde dem ist nichts hinzuzufügen. Deutsch beherrscht er, zwar hat er die neue Deutsche Rechtschreibung noch nicht intus, aber vielleicht ist dies auch Absicht und wahrscheinlich, wenn man ihm jäh aus dem Schlaf reißt, wird er jedes lateinische Substantiv korrekt deklinieren und jedes Verb korrekt konjugieren können. Ich fürchte diese Fähigkeiten sind ihm zu Kopf stiegen und nun glaubt er der deutschen Herrenrasse sich zugehörig zu fühlen und bewertet alles andere rings um ihn herum ist minderwertig.

So, was mach ich jetzt mit diesem Schreiben? Soll ich es aufbewahren, um denjenigen zu zeigen, die noch immer glauben, dass dieses braune Gesindel ausgestorben wäre? Ich könnte es auch dem Innenministerium weiterleiten, aber die haben kein Interesse für solche Agitationsarbeit, wie ich dies schon einmal bemerken durfte.

Nur soviel, persönliche Kritik an meiner Person, bitte nur einmal in der Woche auszuüben, zweimal ist eindeutig zuviel, ich bin ja schließlich auch nur ein Mensch. Ja, ich weiß, jeder möchte mal drankommen, schön in Einserreihen hintereinander aufstellen …


Der ichbezogene Minusmensch
oitzinger

PS:
De jure bin ich auch Bauer. ^^

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von oitzinger am 06.03.2010, 14:02Uhr
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GroßesGoldeneEhrenzeichen
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von oitzinger am 06.03.2010, 14:02Uhr
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Cato
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von oitzinger am: 06.03.2010, 14:06 Uhr
Es gibt noch Dinge zwischen Himmel und Erde …

… oder sollte ich sagen, Dinge zwischen Rinks und Lechts?

Mein ehemaliger Betriebswirtschaftslehrer und nunmehrige Tiroler FP-Chef und LAbg. distanziert sich von Kandidatin Rosenkranz, ja sogar Strache steht hinter dem Verbotsgesetz.

Und selbst einem Fürsprecher für Rosenkranz, nämlich
Marcus Porcius Cato der Ältere, sprich Hans Dichand, scheint die blaue Babsi zu braun zu sein.

 



Was mich wundert, dass man für so etwas Offensichtliche, so lange benötigt, es klar zu erkennen.

Ach ja und laut Kurier kündigte FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl eine "Distanzierung vom Nationalsozialismus und dessen Gedankengut" durch die FP-Kandidatin an.

Die Worte hört ich wohl, allein …

Jetzt warte ich nur mehr bis die Protagonisten der „Nationalen Volkspartei Österreich“, ja, ja, diese Partei gibt es auch in Österreich, die Freiheitlichen als „linx-linxe umerzogene medial Verblendete“ beschimpfen.

Weshalb man einer Person mit solch einer Gesinnung das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich verleiht, ist mir ebenso unverständlich.

 



ein über die Vorkommnisse der letzten Zeit
- dass die Haare nur so in der Gegend herumfliegen -
kopfschüttelnder
oitzinger
^^

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von oitzinger am: 08.03.2010, 21:05 Uhr
Rosenkranzkrone

So jetzt ist es geschehen, Frau Rosenkranz hat sich klipp und klar mit eidesstattlicher Erklärung vom Nationalsozialismus distanziert. Auch spricht sie sich nun für die Beibehaltung des Verbotsgesetzes aus.

Dummerweise haben dies noch nicht alle mitbekommen, auf der Welt-Netz-Heimatseite der Nationalen Volkspartei Österreich (http://nvp.at/landtagswahl/)

wird für sie noch geworben mit den Worten "eine Nationalistin und entschiedene Gegnerin des „NS-Verbotsgesetzes“.

Vielleicht könnte jemand mal diese Deutsch-Deutsch-Deutschnationalisten diesbezüglich informieren, offenbar ist bei deren Volksempfänger bei der letzten Sonnwendfeier ein Kruppstahldraht durchgebrannt.

Danke!
oitzinger

Ups, hätt’ ich beinahe vergessen, gerade für diesen Artikel möchte …

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von oitzinger am: 09.03.2010, 23:35 Uhr
Qual der Wahl

Eigentlich müsste hier heute schon wieder ein Thema „Rechts-Rechts“ stehen, aber dieses Mal gönne ich mir eine Pause und verweile nur kurz in der Kommunalpolitik.

Keine Sorge ich werde hier keine Abhandlung über volkswirtschaftliche Zusammenhänge der Kommunalpolitik im Wandel der Zeit tippsen. Kommt gar nicht in Frage, aber bei uns stehen Gemeinderatswahlen vor der Türe, sprich am nächsten Sonntag, den 14. März stehen sie an und die darf man nicht so einfach übersehen. Demokratie - ein wertvolles Gut!

Und was macht ein demokratiebewusster oitzinger in solch einer Situation? Richtig, er zerbricht sich den Kopf, welcher Partei oder Liste er seine kostbare Stimme anvertrauen soll.

Sie, die wahlwerbenden Funktionäre machen es einen aber wirklich nicht leicht, alle sind sehr freundlich und kennen den oitzinger beim Namen, keine Verwechslungen mit holzinger oder so. Wenn wenigstens jemand daherkommen würde und brüllt: „Hey, oitzinger, Du Trottel“, dann könnte man die zur Wahl stehenden Optionen etwas einschränken, aber nein, alle nett, zuvorkommend, freundlich, so angestrengt ich auch nachdenke, man darf sich nicht beschweren. Wenn doch alle Tage Wahlen wären …

Wie soll man also die richtige Entscheidung treffen? Man legt mal die Wahl-Prospekte, die am Kaffeetisch so herumliegen schön nebeneinander auf und betrachtet sie eindringlich.

Und je mehr ich diese mit zusammengekniffenen Augen betrachte … ich kann mir nicht helfen … das habe ich doch schon mal irgendwo gesehen?


 

Nun, lieber oitzinger, wer soll Deine Traumpartei sein, Partei X die mutig und siegesgewiss in die Zukunft ...

 

... oder Partei Y, die mutig und siegesgewiss in die Zuku ...

 

... Partei Z, die mutig und siegesgew ...

Ach ja, stimmt, jetzt fällts mir wieder ein ...

 



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von oitzinger am: 13.05.2010, 23:14 Uhr
Mir wird schwindelig beim Lesen, wenn ich Post vom Finanzamt erhalte.

 



Liebe Schergen des Prölls, liebe Pröllianer!

Ich verstehe ja, dass, weil wir Österreicher nun für das Versagen der griechischen Regierung zu zahlen haben, Ihr mehr Geld braucht. Aber durchdrehen braucht Ihr deshalb noch lange nicht.

Eigentlich falle ich ja unter die Rubrik der Kleinunternehmer (
§ 6 Abs. 1 Z 27) und das wissen Sie ja eigentlich schon viele Jahrzehnte und tja mein Umsatz beträgt auch nicht 100.000 Euro oder mehr (schön wär’s), das solltet Ihr eigentlich auch wissen, anhand meiner Einkommensteuererklärungen.

Aber macht ja nix, wenn Eure Informationsschiene etwas desolat ist. So eine Drohung mit Gefängnis wirkt einfach und deshalb werde ich Euch jetzt über diese Umstände monatlich Bescheid sagen, so genannte Leermeldungen Euch überreichen, die eigentlich nur besagen, dass es noch immer so ist, wie es gerade ist. Aber warum eigentlich nur alle Monate, ich könnte Euch täglich anrufen, oder noch besser, stündlich … ich werde meinen Wohnort ins Finanzamt verlegen und alle fünf Minuten einen Finanzbeamten wachrütteln und ihm die Worte „Paragraph sechs, Abssatz eins, Ziffer 27“ ins Ohr flüstern.

Ich komme …
Muahahahahaha!
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von oitzinger am: 22.07.2010, 19:07 Uhr

 

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von oitzinger am: 30.07.2010, 22:47 Uhr
Ich bin ein Analphabet aus einem Bergdorf!

… behandelt mich auch so, Ihr Christenmenschen!
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von oitzinger am: 30.08.2010, 22:14 Uhr
Die Frage des Tages:

Haben Oberlippenbartträger dasselbe Gen?

Und wenn ja, was dann?

Und was wäre, wenn Herr Sarrazin mit einem Juden oder Afrikaner näher verwandt wäre, als mit einem Deutschen?

Die moderne Genwissenschaft hält dies nicht für unmöglich.

Schade, dass sich die SPD derart lang Zeit lässt, sich diesem geistigen „Untermenschen“ zu entfernen, um die Wortwahl des Herrn Sarrazin beizubehalten.

Mein Rat an die SPD: Nehmt den Herrn Sarrazin an der Hand und überreicht ihn den Recken der NPD, die ihn mit Freude aufnehmen werden. Die NPDler jubeln ja immer, wenn gegen Türken, Juden, Afrikanern, Freimauern und Linken gehetzt wird, Sachlichkeit ist bei denen ja nicht notwendig.

Die Sozialdemokratie hat sich solche Mensche nicht verdient.


Rassentheorie – Wikipedia
Wir sind alle Afrikaner – Die Weltwoche
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von oitzinger am: 07.10.2010, 21:23 Uhr
Ich frage mich gerade, ob …

also, wenn ich die Frau Fekter verprügeln und ihr die Wirbel brechen würde und dann vor Gericht sage:

Ups, das war glatt eine Verwechslung, ich dachte, sie wäre eine Drogendealerin“,

… ob ich dann freigesprochen würde?

Na eh klar, weil ich mich ausgesprochen vorbildlich verhalten habe, indem ich bewiesen hätte, dass ich sehr effizient arbeiten kann:

Zum einen habe ich als Exekutive gleich die legislative Tätigkeit mit abgewickelt und zum anderen den Strafvollzug auch schon … äh … abgearbeitet, ergo bin ich unschuuuuldig!

Also wenn dieser Arbeitseifer nicht belohnt wird, dann weiß ich auch nicht! Dass die Prügelstrafe in Österreich bereits 1867 abgeschafft wurde, wusste ich nicht, man kann ja schließlich nicht alles wissen. Außerdem sieht diese Fekter doch so ausländerisch aus und da wir wissen, dass alle Ausländer in Wirklichkeit Drogendealer sind, wie auch alle schwarzen Lehrer, ist diese Verwechslung praktisch präventiv zu betrachten.

Aufruf zur Gewalt, nein in keiner Weise, dagegen verwehre ich mich. Erstens ist es im Konjunktiv gehalten, zweitens hätte ich dies als Comic gezeichnet, nur meine Zeichenkünste sind nicht die besten …

Aber der Strache wird sich vielleicht giften, jetzt wird ihm die Fekter zur echten Konkurrentin. Klarer Punktesieg für sie, mit dieser kalkulierten Aktion hat sie klar bewiesen, dass sie noch viel, viel gemeiner zu Ausländern ist. Das bringt gleich wieder ein paar Stimmen für die ÖVP, da darf man nicht zimperlich sein oder wie die Kärntner sagen: „Sis is spart of se game.“

Die Rechten in den Internetforen jubeln und stimmen im Chor mit ein, dass Recht Recht bleiben müsse. Jawohl, volle Härte gegen zwei achtjährige Mädchen, die sind immerhin schuld, an unser aller Unglück …

Das sind die christlichen Härte … oh Verzeihung … Werte, wollte ich schreiben, Werte:

Gegrüßet seist du, Maria,
voll der Gnade,



bitte für uns Sünder
jetzt und in der Stunde unseres Todes.


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von oitzinger am: 09.10.2010, 00:36 Uhr
wer sind dann die Anderen?

Die Wut in mir macht mich zum Zyniker … Kyniker …  einen Hund … einen beißenden Hund, dessen Zynismus so schwarz wird, dass ich Schreiben muss, bevor ich gänzlich unansehnlich werde. Obwohl Hässlichkeit hat auch ihre Vorteile, es erleichtert enorm „Schlechtmenschen“ einen Spiegel vorzusetzen, ich werde schlechter als alle Schlechtmenschen zusammen, ich wäre gern ein Schlächter aller Schlechtmenschen.

Das Wort „Gutmensch“ mag ich allerdings nicht, ich mag es nicht mehr hören und nicht mehr lesen, ich möchte, dass es aufhört zu existieren. Nehmt Euch vor denen in Acht, die es stetig verwenden. Es wäre interessant zu wissen, wie oft dieses Wort allein in der Kronenzeitung in den letzten Jahrzehnten publiziert wurde.

Ein Auszug aus Wikipedia (Gutmensch):

„…
Der Deutsche Journalisten-Verband vermutet in Zusammenarbeit mit Sprachforschern des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung die Herkunft des Begriffes in der Zeit des Nationalsozialismus.[3] Demnach soll die Bezeichnung „Gutmensch“ bereits für die Anhänger von Kardinal Graf von Galen verwendet worden sein, die gegen die Ermordung Behinderter in der NS-Zeit auftraten. „Gutmensch“ sei eine Ableitung vom jiddischen „a gutt Mensch“. Der DJV verweist auf Adolf Hitler, der in seinen Reden und seinem Buch „Mein Kampf“ die Vorsilbe gut wiederholt in abwertendem Zusammenhang verwendet hatte. So waren für ihn gutmeinende und gutmütige Menschen diejenigen, die den Feinden des deutschen Volkes in die Hände spielten. …
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von oitzinger am: 26.12.2010, 02:22 Uhr
Mein Gott Walter!

Also ich hoffe, dass Ihr mindestens genau so viele Geschenke bekommen habt, wie der Walter. Euch tätats i vagunnan. ^^

http://www.youtube.com/watch?v=hr5WLMu4HCs
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von oitzinger am: 23.01.2011, 22:17 Uhr


Soldaten hochgejubelt - Zivildiener niedergemacht?

Wenn man ein Pflegefall wird, was will man dann?
Gepflegt oder erschossen werden?


Obige Überlegung entstand aus nachstehendem Kommentar:

Herr Karl SIEGL, ein Journalist aus Gutenstein (NÖ) kommentiert im heutigen (24.01.2011) Kurier den Online-Artikel „Heer: Darabos schwer unter Beschuss“ wie folgt:

 „naja, das kommt davon, wenn man sich eine Zivi-Laus in den Militaristen-Pelz, den sich die SPÖ seit 1971 selbst gewoben hat, setzt. Meine Tierärztin hat ein Mittel, wie man solches Ungeziefer rasch entfernt.“

Bei Herrn Siegl aus Gutenstein weiß ich, welche Wahl er trifft, die Wortwahl könnte von Sarah Palin stammen.


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von oitzinger am: 06.02.2011, 01:02 Uhr

Nachdem ich nun doch einige hunderte Kommentare in den diversen Online-Zeitungen gelesen und Radiojournalen gehört habe, haben sich ein paar fiktive Charaktere herauskristallisiert, die pro Wehrpflicht stimmen:

 

1.           Mutter, deren Sohn bald zum Bundesheer gehen muss, votiert für die Wehrpflicht, weil das Bundesheer ihren Sohn endlich mal Ordnung und Disziplin beibringt, ihr gelang es nicht.

2.           Vater, der Sorge hat, dass sein Sohn homosexuell wird und sich deshalb lautstark für die Wehrpflicht einsetzt und argumentiert mit Pflichterfüllung und dass die noch niemanden geschadet hat.

 

3.           Junges Mädchen, deren Freund beim Bundesheer ist und sie es deshalb für voll cool hält.

 

4.           Dame im mittleren Alter, die dem Zauber der Montur erlegen ist und sich deshalb für das Bundesheer oder Wehrpflicht oder so einsetzt, so genau weiß sie das nicht.

 

5.           Älterer Herr, Altnazi, der Zivildiener stets als Weicheier und als feige in den diversen Internetforen beschimpfte und nur Soldaten als richtige Männer anerkannte, jetzt aber bemerkt, dass er vielleicht einmal Pflegehilfe benötigt und er dann doch einen billigen Zivildiener braucht und deshalb argumentiert er es mit der vaterländischen Verpflichtung dem Land zu dienen.

 

6.           Der Metzger, weil er durch seine Verkäufe an die Kaserne gut lebt.

 

7.           Der Bäcker, weil er durch seine Verkäufe an die Kaserne gut lebt.

 

8.           Der Lokal-Politiker, der den Bäcker und Metzger unterstützt, um wieder vom Metzger und Bäcker gewählt zu werden und deshalb öffentlich von den Werten der österreichischen Neutralität spricht, die es gilt zu erhalten, wenn die Kaserne in der Stadtgemeinde verbleibt.

 

9.           Der Waffenhändler und der Industrielle, der das Heer mit „Berufsbekleidung“ für Rekruten beliefert. Sie machen sich naturgemäß Sorgen um ihre Geschäfte.

 

10.       Der Bundespolitiker, der den Waffenhändler und den Industriellen persönlich kennt und auf der Jacht des Industriellen schon mal mitsamt Gattin eingeladen war und im TV an das Volk appelliert für die  Sicherheit und Neutralität von Österreich zu votieren.

 

11.       Das ältere Ehepaar, das gerne Radio hört und findet, dass die Sicherheit von Österreich in Gefahr ist, bei Abschaffung der Wehrpflicht.

 

12.       Der Politiker, der grundsätzlich das behauptet, was ihm der Clubzwang vorschreibt.

 

13.       Der Offizier, der sich seiner Macht beraubt fühlt, wenn ihm diejenigen abhanden kommen, die ihm von Staatswegen unterstellt waren.

 

14.       Der Offizier, der Sorge trägt, dass ihm sein VW Touareg als Dienstfahrzeug abhanden kommt.

 

15.       Der Offizier der sich Sorge macht, dass „Ausbildungszentren“ geschlossen werden und er somit auf sein günstiges Urlaubsziel verzichten muss.  

 

16.       Der Ausbildner, der befürchtet, eventuell jene Arbeiten verrichten muss, die zuvor die Rekruten vollzogen haben.

 

17.       Der 25jährige, der auch die Wehrpflicht absolvierte und nun nicht einsieht, dass andere davon entbunden werden.

 

18.       Der 17jährige, der ein Fan von allem Militärischen ist und daher für alles Militärische votiert, er sieht seine Karriere beim Militär, weil Schule ist nicht seines. Am liebsten mag er Actionfilme.

 

19.       Der Motocross-Sportler und der Sportfischer, die vom Heer gesponsert werden, im Namen der Landesverteidigung.

 

20.       Die Eltern des Motocross-Sportlers und des Sportfischers, die sehr stolz auf ihre sportlichen Söhne sind.

 

21.       Der Kitzbühler Hotelier, der auf die überaus günstigen Helfer beim Hahnenkammrennen nicht verzichten will.

  

Vollständigkeit kann nicht garantiert werden.

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von oitzinger am: 13.02.2011, 22:48 Uhr
Osten, sehr nah

Ein erster wichtiger Schritt ist getan, in Ägypten. Was darauf folgt, vermag ich nicht zu sagen.

Was mich jedoch im Nachhinein besonders schockiert, ist, dass die konventionellen Medien in den letzten Jahren total versagt haben. Oder war ich es, der versagt hat? Mal ganz ehrlich, wer, wenn man nicht selbst aus diesen Ländern kam oder Bekannte, Freunde aus diesen Ländern hatte, wusste denn etwas von einer Diktatur in Ägypten oder Tunesien? Schreckensdiktaturen unmittelbar vor der Haustüre? Der ORF (Tirol) machte doch Werbung für Urlaub in Ägypten. Hätte man mich vor drei Wochen nach Diktaturen auf dieser Welt gefragt, wären mir gerade mal Nordkorea, Weißrussland, Kuba, Myanmar, China und in gewisser Weise Russland, eingefallen, ich weiß schon, reinste Diktaturen sind das auch nicht, aber für mich fällt auch eine Oligarchie oder absolute Monarchie unter den Begriff Diktatur. Allerdings Ägypten und Tunesien wären ganz bestimmt nicht dabei gewesen.

Ich gebe ja zu, dass ich nicht zu den klassischen Zeitungslesern gehöre, die die TAZ oder seitenweise politische Analysen in der Frankfurter Allgemeinen stundenlang studieren können, dazu fehlt mir schlicht die Zeit und auch die Geduld. So wie mir, geht es wahrscheinlich der Mehrheit der arbeitenden Bevölkerung in Österreich. Ja, der ORF machte Werbung für Urlaubsreisen nach Ägypten. Und Freunde und Bekannten verbrachten ihre Urlaube in Ägypten. Wäre ich nicht gänzlich reisefaul, so hätte man mich auch schon des Öfteren nach Tunesien mitgeschleift.

Und so nebenbei erfährt man, dass diese Diktatoren vom Westen, also den USA und auch der EU gesponsert wurden.

Ich will hier gar kein klassisches USA-Bashing betreiben, wie es Links- oder Rechtsradikale machen, denn zuerst sollte man vor der eigenen Haustür kehren. Trotzdem wirft dies unweigerlich die Frage auf, wie viele Diktatoren sponsert der Westen noch, womöglich mit unseren Steuergeldern?

Die französische Außenministerin Marie Alliot bot noch vor wenigen Tagen an, französische Polizei nach Tunis zu entsenden, um die Aufstände niederzuschlagen, zum Schutz des Präsidenten (!).

Und was hörte man von der europäischen Außenministerin? Nicht viel. Man überlässt ein Volk sich selbst. Ich weiß schon, dass es nicht einfach sein mag, dass sich Staaten in andere Staaten einmischen dürfen. Wäre hier nicht eine Weltpolizei von Nöten? Stichwort: UNO.

Welche Sympathie würde man wohl den USA oder Europa entgegenbringen, wenn man selbst oder ein Angehöriger ein Opfer dieser Regime war? Gefoltert, getötet. Wäre man Vater eines getöteten Sohns oder Sohn eines getöteten Vaters, was schert einen noch das eigene Leben?

Hätte man noch Respekt vor den Finanziers der Mörder des eigenen Fleisch und Bluts?

Und was geschieht nun in Algier, Rabat?

Lassen wir uns überraschen. Was ich allerdings gelernt habe, ist, dass wir viel, viel mehr Transparenz benötigen.

Facebook, Twitter & Co stellen eine neue Form von Demokratie und Meinungsfreiheit dar und sobald diese Dienste eingeschränkt werden, weiß man um die Rechtschaffenheit der Staaten.

Aber wohlgemerkt, verwechseln wir Meinungsfreiheit niemals mit dem Recht Menschen, Personen und Gruppen zu diffamieren.

Meinungsfreiheit bedeutet nicht das Recht auf Rassismus, Antisemitismus und Ausländerfeindlichkeit, das sei denen gesagt, die lautstark nach Meinungsfreiheit rufen um obiges zu zelebrieren.
 

(60.000 Mails der NPD belegen, den Wolf im Schafspelz)

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