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Liebe Userinnen und User! Wichtige Informationen zu den Meine-Kleine-Weblogs

Herzlichen Dank, dass Sie unser Weblog-Service in den vergangenen Jahren intensiv und hoffentlich zu Ihrer Zufriedenheit genutzt haben. Leider ist es uns nicht länger möglich dieses Angebot technisch mängelfrei zur Verfügung zu stellen, weswegen wir auch auf eine Wartung der bereits bestehenden Blogs und Statistiken verzichten müssen. Wir hoffen, Ihnen in absehbarer Zeit eine attraktive Alternative in diesem Bereich anbieten zu können.

Mit der Bitte um Ihr Verständnis,

Das Team von Kleine Zeitung Digital

Album "Wirtschaft"
von oitzinger am: 28.07.2010, 23:25 Uhr
666
Diabolisch, satanisch, teuflisch
lachte mir diese Zahl aus dem Display meines Taschenrechners entgegen. Nein, das konnte nicht sein. Ich überprüfte nochmals die Tausenderpunkte, die Eingabewerte, rüttelte am Rechner, spuckte auf das Display, doch es war, wie es war: 666 hieß das Ergebnis.

Kaum zu glauben. 666 Jahre. Unvorstellbar! Unbegreiflich, oder? 666 Jahre müsste ich arbeiten. Da braucht man gute Abwehrkräfte, um dies überleben. Die Wahrscheinlichkeit läge eindeutig höher, dass man an diesem Actimel-Zeug krepiert, als 666 Jahre zu arbeiten. Und man würde bescheiden erkennen, dass Herbert doch Recht gehabt hatte. Anders betrachtet, ist es natürlich die Rache der späten Geburt, denn wäre ich im Jahre 1344 zur Welt gekommen … aber das ist eine andere Geschichte …

Bleiben wir noch beim Konjunktiv und nehmen an, ich würde tatsächlich 666 Jahre durcharbeiten und meinen erarbeiteten Lohn obendrein nicht verbrauchen (!), dann, jaaaa dann hätte ich auch nach 666 Jahren, also im Jahr 2676 vierzehn Millionen Euro auf meinem Sparbücherl und am Weltspartag würde mich niemand mehr auslachen und ich würde frohgemut mit stolzgeschwellter Brust und meinen Helium-Luftballons nach Hause wackeln.

Oder … oder man kürzt das Ganze etwas ab: Aber um so viel Geld zu erhalten muss man (sich) dann schon was leisten, zum Beispiel eine Mords Verantwortung tragen, für eine der größten Umweltkatastrophen mit ein paar Zutaten von Korruption, was neuerdings Lobbyismus heißt und schon ist es nicht mehr nötig 666 Jahre zu arbeiten, dann kriegt man die Moneten um einiges schneller. Davon kann ein Hauswart nur träumen, ein Hayward nicht.

Und dann habe ich noch dieses Bild eines störrischen grantelnden Kindes vor Augen, im Volksmund als Rotzjunge bekannt, welcher sich am Boden wälzt und in einer Melange aus trotzigem Weinen und Schreien brüllt: „Wääääääh, ich will mein altes Leben zurück!“ Und aus dem Off ertönt eine Stimme: „Tony, hier hast Du vierzehn Millionen Euro.

Teuflisch, oder?

Man hätte große Lust, Exorzist zu werden und man wäre in dieser Welt vollbeschäftigt, ganz leicht die nächsten 666 Jahre.

Aber wie meinte schon Woody Allen recht pragmatisch:

Ich möchte nicht durch Arbeit unsterblich werden,
 ich möchte unsterblich sein, indem ich nicht sterbe
.“
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von oitzinger am: 08.12.2010, 12:49 Uhr

8. Dezember

Liebe Leute, lasst’s Euch nicht von der Werbung einschüchtern ... Ihr müsst nicht kaufen, wenn Ihr nicht wollt. ^^

http://www.youtube.com/watch?v=h_59Sh5A5HE


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von oitzinger am: 12.12.2010, 23:08 Uhr
ÖBB

… ohne Worte …

… wieder nur so eine komische Buchstabenkombination:

http://www.youtube.com/watch?v=cbT1BXGsY-U
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von oitzinger am: 09.01.2011, 22:29 Uhr
Schuldig im Sinne der Anklage

Vor einiger Zeit lauschte ich einem Psychologen im Radio, der meinte, dass diejenigen, die am Schulhof geschlagen werden, selbst an ihrer Situation schuld sind, weil sie die Opferrolle annehmen. Ja, so waren seine Worte.

Da ich ja nicht studiert habe und deshalb geistig diesem Psychologen schwer unterlegen bin, ging ich für kurze Zeit mit der Idee schwanger, meine damaligen Peiniger telefonisch zu kontaktieren und sie um Entschuldigung zu bitten, weil ich durch meine bloße Existenz als Opfer sie zu unüberlegten Handlungen gereizt habe.

Das Gleiche gilt natürlich auch, wenn man auf offener Straße überfallen und zusammengeschlagen wird, klarerweise ist die/der Überfallene schuld daran, auch sie/er hat sich in die Rolle des Opfers gedrängt und den Straßenräuber geradezu genötigt überfallen zu werden.

Wenn Einbrecher das Haus oder die Wohnung ausräumen, erklärt uns das Innenministerium, trägt man natürlich auch daran Schuld, weil man durch die Nichtinstallation von Alarmanlagen und einbruchssicheren Fenster und Türen die Einbrecher regelrecht zum Einbruch einlädt. Wir sollten uns wirklich schämen.

Wenn in der Welt Kriege um Öl geführt werden und Menschen sich deshalb die Schädel einschlagen, sind natürlich auch wir dafür verantwortlich, weil wir mit dem Auto zur Arbeit fahren. Wenn wir kein Auto kaufen, sind wir schuld, weil wir so miese Konsumenten sind und werden für zigtausende Arbeitslose verantwortlich gemacht. Wenn der Autokonsum um 5% zurückgeht, ist das der Weltuntergang und der Staat, sprich Steuerzahler muss milliardenschwere Rettungspakete schnüren, wenn der Autokonsum um 20% steigt, dann holen sich die Nadelgestreiften die Boni ab.

Wenn wir billige Nicht-Marken-T-Shirts einkaufen, sind wir klarerweise mitschuldig an Kinderarbeit und Ausbeutung. Zwar können sich die Markenfirmen auch nicht gerade in Ruhm suhlen und für hervorragende Arbeitsbedingungen ihrer Subunternehmen garantieren, aber das ist eine andere Geschichte. Wir sollen gefälligst Markenkleidung kaufen und zwar die teure, am besten maßgeschneidert. Also jenes edle Tuch, wenn man es gekauft hat, zu einem Glas Champagner vom Boutiquenbesitzer eingeladen wird.

Und als vor einigen Jahren Weinbauern
Diethylenglycol in den Wein gossen, waren wir natürlich auch schuld daran. Na eh klar, warum gönnten wir uns keinen Château Lafite Rothschild, wir provozierten die Weinbauern gerade zu ihrem Handeln.

Wenn im Mittelalter ein Bäcker Brot mit schlechter Qualität erzeugte, wurde er öffentlich an den Pranger gestellt und bestraft, das nannte man Bäckerschupfen. Dieses grausame Spectaculum wurde unter Kaiser Josef II verboten. Wenn heute ein Lebensmittelproduzent Gift in seiner Ware verarbeitet, dann wird der Kunde geschupft und schuldig gesprochen.

Wie Herr Thomas Götz von der Kleinen Zeitung heute Sonntag, den 9. Jänner 2011 in seiner Rubrik „Offen gesagt“ bemerkt, sind wir Konsumenten am Dioxinskandal natürlich auch schuld, weil wir, wie jeder andere Kaufmann übrigens auch, wirtschaftlich denken und handeln. Das ist aber falsch, wir Konsumenten, dürfen nicht wie Unternehmer denken und nicht mehr das Billigste kaufen, sondern sind verpflichtet die teuerste Ware zu erwerben, billige Produkte müssen wir naserümpfend von uns weisen. Seien wir doch nicht so geizig, lassen wir doch die Hunderter durch die Supermärkte wirbeln. Hey was kostet die Welt!

Hinkünftig einfach das Doppelte, Dreifache, Vierfache und Fünffache und noch mehr zahlen und wir haben uns aus dem Fegefeuer der Schuld frei gekauft und man vergiftet uns nicht mehr oder nur mehr ein bisschen, ein klein wenig. Zumindest sind wir dann aber wirklich unschuldig, abgesehen aus der Sicht der Kirche, aus deren Perspektive sind wir natürlich immer noch schuldig und werden es bleiben und … äh … ja … dann also

mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa!

[Ganz schuldig dreinschau]
der oitzinger


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