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Album "Soziologie"
von oitzinger am: 09.01.2011, 18:41 Uhr
Bestangezogener Prinz …

Gestern (8. Jänner 2011) in der Kleinen Zeitung, auf der letzten Seite, erfährt der getreue Zeitungsleser, der sich mit eifrigem Studium der Lektüre seinen geistigen Horizont erweitern möchte, dass Prinz Harry beim Ranking der Bestangezogenen ganz oben liegt. Aha.

Platz 26 hat ein gewisser Romeo inne, der acht (in Zahlen: 8) –jährige Sohn von David und Victoria Beckham. Öha.

An dieser Stelle hält der Leser für einen kurzen Moment inne um alsdann wieder mit dem Kauen der Frühstückssemmel fortzufahren und um in einem anderen Artikel gleich rechts unten zu erfahren, dass die vier (in Zahlen: 4) –jährige Tochter von Hollywood-Schauspieler Tom Cruise schon sehr viel Gespür für Mode zeigt … zuletzt mit Kinderschuhen, die mit Absätzen versehen sind. Äääh?

Hier wundert man sich, dass Jaqueline die achtzehn (in Zahlen: 18) –jährige Supermarktverkäuferin von nebenan es noch nicht geschafft hat in die Gazetten der Welt zu kommen, also ihre letzte Hosenanzugkombination vom letzten Kirchtag war außerordentlich schick. Hier wurde wohl etwas schlampig recherchiert.

Ich verkriech mich mit meiner mondänen Strickweste unter der tigerfellgemusterten Schmusedecke auf der berühmten oitzinger-Couch, lass die weisen Worte auf mich wirken …

und verbleibe mit gelassenem und dekadentem Gähnen
der oitzinger


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von oitzinger am: 21.01.2011, 00:34 Uhr

Man darf an das Sterben nicht denken, weil man sonst man nicht gewinnen kann.

Und solche Menschen werden in Österreich als Helden gefeiert.

Sind das die Werte, die wir unseren Kindern vermitteln wollen?

Meine persönliche Quintessenz:

Verschont unsere Kinder von Sportlern, Medien und Politiker mit solchen Ansichten …!

Ich bin der Überzeugung, dass es in Österreich eine vehemente „Sportvertrottelung“ gibt, das sollte ich zu einem späteren Zeitpunkt nochmals näher erörtern.

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von oitzinger am: 23.01.2011, 23:27 Uhr

Ich habe Mitleid
(Tödliche Pisten)

Angesichts dessen, dass einige meiner Kommentatoren einräumten, sie hätten kein Mitleid mit diesen Sportlern, sie machen es ja freiwillig, muss ich einräumen, dass ich sehr wohl Mitleid mit diesen jungen Menschen, diesen jungen Sportlern habe.

Es erscheint mir zu einfach zu sein, zu sagen, sie kennen die Gefahren, also sind sie selber schuld. Die Freiwilligkeit ist oftmals eine nicht einfache (be)greifbare Materie.

Ich möchte nicht wissen, wie viele von diesen jungen Sportlern in dieses Schema von Kindesalter an ungefragt hineingepresst wurden und aus diesem nicht mehr so leicht herauskommen.

Wir kennen die Erzählungen eines Hansi Hinterseers, wie er vom Mob bespuckt wurde, weil er mal nicht brillierte. Die Freiwilligkeit wird von vielen Zwängen manipuliert.

Der Druck der Öffentlichkeit, den des nationalistischen Mobs, den der nationalistischen dummen Medien, die jeden Sieger einschließlich mit Kosenamen für sich augenblicklich vereinnahmen und sie sogleich als unser Hansi, unser Schlieri, unser Morgi oder sonst welchem vertrottelten Abkürzungen bezeichnen und zugleich Verlierer erbarmungslos niedermachen, der Sieger-Macho-Weicheier-Kult hat sich bis zum ORF durchgedrungen, ich erwähnte bereits, dass ORF-Tirol-Redakteure nicht mehr ohne dieser unsäglichen Wortwahl auskommen, den Druck der Sponsoren, der Funktionäre, der Bekannten, den Druck der eitlen Politiker, die sich erhoffen, sich ihm Siegesglanz zu suhlen, den Druck der Freunde und mitunter leider auch der Druck aus der Familie.

Ja, auch von der Familie.

Ich weiß von einer Mutter, die mir erzählte, was es doch für ein „Theater“ war, als ihre Tochter den Ski-Renn-Sport beendete. Der Vater redete eine Weile nicht mit ihr, weil er doch so viel Zeit in seine Tochter investiert hatte. Und die Mutter sagte, sie war heilfroh darüber, denn sie zitterte jedes Mal um das Leben ihrer Tochter.

Diese Umstände werden nicht in den Seitenblicke-Magazinen ausgestrahlt und finden sich auf keiner Sportseite wieder, dort bejubelt man lediglich prügelnde Eishockeyspieler und rechtfertigt den Sport als probates Mittel für die Jugend.

Ich will damit nur aufzeigen, dass die vermeintliche Freiwilligkeit, doch nicht immer so freiwillig ist.

Ich kann gegen dieses Treiben nicht viel ausrichten, außer hier zu schreiben oder vielleicht gar mal einen böses Filmchen zu drehen.

So weit meine persönlichen Erkenntnisse, ich werde mein Wissen darin noch vertiefen, sollte es mir gelingen, das Buch „Tödliche Pisten. Skirennen um jeden Preis“ von Kamil Taylan zu erwerben.


oitzinger


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