26. Mai 2012 13:14 | |||||
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Herzlichen Dank, dass Sie unser Weblog-Service in den vergangenen Jahren intensiv und hoffentlich zu Ihrer Zufriedenheit genutzt haben. Leider ist es uns nicht länger möglich dieses Angebot technisch mängelfrei zur Verfügung zu stellen, weswegen wir auch auf eine Wartung der bereits bestehenden Blogs und Statistiken verzichten müssen. Wir hoffen, Ihnen in absehbarer Zeit eine attraktive Alternative in diesem Bereich anbieten zu können.
Mit der Bitte um Ihr Verständnis,
Das Team von Kleine Zeitung Digital
Wiederholung der Vorgeschichte:
Es wurden am 5. Dezember in Osttirol zwei Personen aus nächster Nähe erschossen, eine schwer verletzt. Eine Person in einer Nachbargemeinde verbrannte. Bei all diesen Personen handelt es sich um Angehörige einer Brauchtumsgruppe, die sich insbesondere mit der Tradition des so genannten „Krampuslaufens“ befasst. Dieser Vorfall erregt weltweites Medieninteresses und nun liegt ein erstes Bekennerschreiben vor:
„Wenn dieses menschenverachtende, insbesondere Kinder verachtende Brauchtum, welches sich eindeutig gegen die Schwächsten dieser Gesellschaft gerichtet ist, nicht augenblicklich beendet wird, sehen wir uns genötigt weitere Gewaltakte mit totaler und radikaler Härte durchzuführen.K.B.G.K.(Kinder-Brigaden-Gegen-Krampusse)PS:In unserer Gewalt befindet sich zudem ein noch am Leben befindlicher Krampus, welcher vorgibt, eigentlich Elektroinstallateur zu sein, sich allerdings in abscheulicher Weise diesem totalitären Regimes des „Örtlichen Krampusvereins“ beteiligt zu haben. Nur durch die überaus tolerante Gnade unserer Kommandantur ist es zu verdanken, dass er noch lebt. Diese Gnade können wir allerdings nur so lange gewähren, so lange keine aggressiven Handlungen gegen die ’Heiligen Kinder Brigaden’ durchgeführt werden.“So lautete dieses Schreiben, welches mit einer krakeligen Kinderhand signiert wurde. Die Bevölkerung war ratlos, man glaubte an einem üblen und zudem pietätlosen Scherz. Erste forensische Ersuchungen ergaben, dass die als Krampus verkleideten Männer aus nächster Nähe mit Militärfeuerwaffen erschossen wurden. Ein Waffenexperte des Innenministeriums gab zu Protokoll, dass eine Person von einer Pistole 80, Kaliber 9 mm schwer verletzt wurde und zwei andere von einer MG 74, Kaliber 7,62 mm kaltblütig erschossen wurden. Des weiteren gab er an, dass die Einschusswinkel besagen, dass die Täter offenbar maximal 1,50 Meter groß sein dürften, was wiederum die These, dass Kinder die Täter gewesen sein konnten, in den Mittelpunkt stellte.
Die Zeitungsmeldungen überschlugen sich, innerhalb kürzester Zeit meldeten mehr als 40 Tiroler Familien, dass sie ihre 5 bis 10-Jährigen Kinder vermissten. Cirka 50 Kinder waren verschwunden. Bestand zwischen den Verschwinden der Kinder und den Morden ein Zusammenhang? Sollte sich diese teuflische Vermutung bewahrheiten?
Zwei Tage später tauchte ein Video des in Geiselhaft verweilenden Elektroinstallateur M. Z. aus Osttirol auf. Auf einem kleinen, offenbar Kindersessel, verharrte er und sprach mit etwas zittriger Stimme, schwer atmend, er durfte die Krampuslarve nicht abnehmen, in die Kamera, dass es ihm gut gehe und er auch gut behandelt werde und er bittet dringendst darum mit diesem faschistoiden Brauchs des Krampuslaufens aufzuhören und unter Tränen erstickter Stimme grüßte er seine Mutter und seine Freundin. An beiden Seiten konnte man das Aufblinken des Stahls der Maschinengewehre erkennen, die auf seinem Kopf gerichtet wurden.
Das Innenministerium geriet unter Druck. Der Innenminister konnte das Ausmaß dieses Vorfalls nicht erfassen und glauben und trat dementsprechend nervös vor die unzähligen Mikrophone und Kameras der weltweit versammelten internationalen Presse: „Es ist unmöglich, dass Kinder zu derartigen Handlungen fähig sind, allein der gesamte logistische Aufwand von Versorgung, Unterkunft, Kommunikation kann unmöglich von Kindern durchgeführt werden. Diese Handlung erscheint mir wie eine fiktive Geschichte zu sein, die von einem Wahnsinnigen erfunden wurde.“ [Innenminister sagen in solchen Situationen immer so was, wenn sie nicht weiter wissen. Anm. des Autors]
Zur selben Zeit in Klagenfurt Frau Nadja Neuschreiber, angehende Journalistin bei einer „kleinen“ Kärntner Tageszeitung war auf dem Weg zu ihren Arbeitsplatz, als ein junges Mädchen mit einem Kinderroller sie überholte und zu Sturz kam. Frau Nadja Neuschreiber wollte dem Mädchen aufhelfen, doch ehe sie es versah, war das Mädchen verschwunden und sie hielt einen Zettel in der Hand. Auf diesem A4-großen Stück Papier war detailliert vermerkt, dass die gnädige Kommandantur der Kinderbrigaden ihr erlaube ein Interview zu geben, allerdings nur unter der Bedingung, dass sie keine Polizei einschalten dürfe, da man ansonsten für die Gesundheit des in Geiselhaft befindenden Krampus nicht garantieren könne. K.B.G.K.
Frau Neuschreiber war einerseits sehr skeptisch diesem Schreiben gegenüber, andererseits hatte sie natürlich die aktuellen Nachrichten der letzten Stunden genau verfolgt und zudem wäre natürlich ein derartiges Exklusivinterview eine Chance, die sich eine junge Journalistin nicht entgehen lassen durfte.
Sie informierte ihre Redaktion, dass sie unpässlich wäre und befolgte den genauen Wegbeschreibungen, die sie bis nach Osttirol führen sollten. Am besagten Treffpunkt, einem Park, fanden sich jedoch nur zwei kleine reizende Mädchen vor, die sich als Mitglieder der Brigade ausgaben. Frau Neuschreiber konnte es nicht glauben, dass diese Mädchen im Alter von maximal sieben oder acht Jahren tatsächlich in dem Fall verstrickt sein sollten. Die Mädchen stellten sich artig mit falschen Vornamen vor und erklärten Frau Neuschreiber, dass sie ihre zwei Nichten seien. Sie, Frau Neuschreiber, wäre also ihre blinde Tante aus Klagenfurt. Nun baten sie noch um das Mobiltelefon von Frau Neuschreiber, man möchte eventuelle Funkortung ausschließen. Die Journalistin übergab den Mädchen ihr Telefon mit berechtigt besorgtem Blick. In wenigen Handgriffen entfernten sie die Speicherkarte, überreichten sie der Pressedame, während das Handy im hohen Bogen in dem nahe liegenden Fluss flog. Nun gaben die jungen Damen Frau Neuschreiber noch eine Blindenbinde, einen Blindenstock und eine zusätzlich geschwärzte Sonnenbrille. In dieser Aufmachung führten sie Frau Neuschreiber in das verborgene Versteck der Kinderbrigaden. Nach einer halben Stunde waren sie erst am Ziel und Frau Neuschreiber war schon sehr erschöpft. Blind durch eine fremde Kleinstadt und schließlich in eine verlassene Höhle oder Bretterverschlag geführt zu werden, macht müde. Der Ort war so geheim, dass selbst der Autor dieser Geschichte nicht davon in Kenntnis gesetzt wurde.
Man führte sie zu einem Holzschemel, auf welchen sie umständlich Platz nehmen durfte. Und alsbald ertönte eine Kinderstimme neben ihr, aus einer Ecke, die nur durch ein Leintuch getrennt war: „Es freut mich, dass Sie unserer Einladung gefolgt sind.“
Fortsetzung folgt …
Vor gar nicht allzu langer Zeit und vielleicht auch erst in ferner Zukunft, wir wollen den Zeitpunkt des Geschehens nicht so genau präzisieren, jedenfalls war es der sechste Dezember gegen vier Uhr, an einem eiskalten Dezembermorgen, machte der 48jährige Zeitungsausträger Herr K.L. aus N. in Osttirol eine grauenhafte Entdeckung. Aber lassen wir Herrn L. selbst darüber berichten:
„Nun ja, ich war gerade dabei einen Stapel Zeitungen aus meinem Kofferraum zu entnehmen und in der Siedlung zuzustellen, als ich in der …straße (Straße ist dem Autor bekannt. Anm. d. Autors) in einer kleinen Ecke etwas liegen sah. Zuerst dachte ich, dass hier jemand wohl seinen Müll illegal entsorgt hat. Als ich näher kam, konnte ich irgendetwas mit Fell erkennen – ich dachte zuerst es wäre ein Hund – die Beleuchtung war dort miserabel – je näher ich kam wurde es mir immer unheimlicher – dieses Etwas war doch größer als ein Hund – mehr wie ein Kalb – als ich plötzlich ein Schnauben hörte, bekam ich es mit der Angst zu tun, rannte zu meinem Fahrzeug und fuhr so schnell es ging von diesem Ort weg. Nach ein paar Straßenzügen, verständigte ich die Polizei – zuerst wollten die mir nicht so recht glauben, die dachten ich wär’ besoffen oder sonst etwas – nach etwa zehn Minuten kamen sie dann doch, für mich dauerte es eine Ewigkeit.“
Herr Inspektor P., der in dieser Nacht, seinen Dienst an der nächstgelegenen Polizeistation versah, bestätigte die Aussage von Hrn. L.: „Ja sie müssen sich vorstellen, gegen vier Uhr ruft uns Herr L. an und behauptet, dass in der …straße ein halbtoter Hund oder Kalb oder sonst ein Vieh herumliegt. Natürlich dachten wir vorerst an einen Scherz. Aber Herr L. hat darauf bestanden, dass wir uns das mal ansehen sollten. Ich bin mit meinem Kollegen an den besagten Ort gefahren. Wir leuchteten den Tatort mit den Scheinwerfern unseres Dienstwagens aus und mussten mit Entsetzen feststellen, dass drei Personen, die als so genannte „Krampusse“ verkleidet waren, nebeneinander am Boden lagen. Zuerst nahmen wir an, dass die sich nur einen über den Durst getrunken hatten, doch bei näherer Begutachtung mussten wir feststellen, dass bei zweien bereits die Leichenstarre eingesetzt hatte und der dritte schwer verletzt war. Wir informierten sofort die Rettung.“
Erste forensische Untersuchungen ergaben, dass die zwei Toten Schusswunden aufwiesen, ebenso wie die schwer verletzte dritte Person, die zurzeit noch nicht vernehmungsfähig ist. Die Tötung der zwei Personen musste in den frühen Abendstunden des Vortages erfolgt sein. Befragungen blieben bis dato ergebnislos.
Doch es sollte noch ärger kommen. In der Nachbargemeinde wurde eine verkohlte Leiche eines ebenfalls als Krampus maskierten Mannes gefunden.
Ein grauenhafter Anblick, selbst wenn man die hässlichen Krampuslarven sich weg denkt. Wer konnte zu solch einer schrecklichen Tat fähig sein? Ganz Osttirol – ganz Tirol – ja ganz Österreich war geschockt.
Doch das Grauen sollte noch nicht beendet sein, denn zu aller Überraschung, gab es zu dieser Tat ein Bekennerschreiben:
Fortsetzung folgt ...
Eines vorweg, für die, die mich noch nicht kennen, ich war auch ein Opfer dieses hirnrissigen Brauches, der in Osttirol, Kärnten und sonstigen Alpenländer vorherrscht. Dem Krampus. Da stehen nun auf der einen Seite die Konservativen, die altes Brauchtum erhalten wollen. Sie wissen zwar nicht weshalb, deren Argumentation geht hauptsächlich darin – weil es ja immer schon so war und überhaupt. Des Weiteren wären da noch ein paar Künstler, die wunderschöne hässliche Larven aus Holz schnitzen. Dann gibt es noch das weibliche Geschlecht, welches sich in zwei Gruppen aufteilt: Die einen, die panische Angst davor haben und man höre und staune auch solche, die mit einem Lächeln auf dem Lippen erzählen, dass sie von diesen rauen Gesellen geschlagen wurden. Ob diese (meine Aussage) jetzt politisch korrekt ist oder nicht sei dahingestellt, Tatsache ist, dass ich solche Mädchen zuhauf kenne. Diesen Gegensatz von Feminismus und Wunsch nach Geschlagenwerden sollte ich vielleicht in einer meiner späteren Abhandlungen näher erörtern. Oder? Oder lieber doch nicht.
Tja und dann hätten wir in diesem Drama noch die Eltern, die ihren Kindern klar machen, dass wenn sie nicht brav wären, von diesen rauen Gesellen mitgenommen werden und einen Heidenspaß daran haben, wenn ihre Kinder Todesängste ausstehen. Was mit ihnen, den Kindern, geschieht, dürfen sich die Kinder dann selbst ausmalen. Motivation der kindlichen Phantasie nennt man das wohl. Und dann wären da eigentlich noch die Kinder. Die Opfer.
Und ihnen, den Kindern, widme ich diese Erzählung, die selbstnatürlich frei erfunden ist und keinerlei Ähnlichkeiten mit lebendigen Personen, Tieren, Journalisten, Zeitungen, Bäumen und allen anderem was so dahinkreucht und fleucht hätte.
Achtung die nachfolgende Geschichte ist auf Grund der exzessiven Gewaltszenen für Personen über 10 Jahren nicht geeignet: …Vor vielen, vielen Monden an einem 5. Dezember versteckte sich ein kleiner Bub unter der Eckbank im hintersten Winkel und stand Todesängste aus. Damals fasste er den Schluss, dass er, wenn er groß ist, sich dafür rächen wird – im Namen aller Kinder …
Irgendein Waffengeschäft – irgendwo …
Waffenhändler: Sodala dann hätt’ ma do vier Handgranaten, eine Maschinenpistole und zwei Samurai-Schwerter. Darf’s noch ein bisserl mehr sein?
oitzinger: Ach was geben Sie mir gleich fünf von den Granaten.
Waffenhändler: Aber gern’ der Herr. Da haben Sie eine gute Wahl getroffen. Ausgezeichnete Österreichische Waffenqualität. Nit so ein billiges Glump aus dem Ostblock. Soll’ ich’s Ihnen einpacken oder …?
oitzinger: Äh, ja bitte, einpacken - wär’ sehr lieb’ von Ihnen – ich brauch’s erst am fünften Dezember.
Waffenhändler: Aah, hat die Jagdsaison auf Krampusse eröffnet – HA! HA! HA!
oitzinger: hi – hi - hi
Waffenhändler: Haben Sie einen Schülerausweis?
oitzinger: Nein, wieso?
Waffenhändler: Na sonst, hätten’s einen Schülerrabatt erhalten.
oitzinger: Ah so, nein, aber danke, dass Sie fragen.
Waffenhändler: So jetzt bräucht’ ich noch Ihren Namen.
oitzinger: oitzinger
Waffenhändler: Wie bitte, Holzinger?
oitzinger: Nein, nur oitzinger.
Waffenhändler: Also doch Holzinger.
oitzinger: Nein, warten’s ich buchstabier’s Ihnen. Also otto, ida, theodor …
Waffenhändler: Moment, Moment – so schnell komm’ ich ja gar nicht mit, also O – T – T – O, I – D – A … - Sie haben aber viele Vornamen.
oitzinger: Wie? Nein, sie haben mich falsch verstanden, ich sagte doch, dass ich buchstabier’.
Waffenhändler: Ach so, dann müss’ ma’s jetzt noch einmal machen.
oitzinger: Gut, also, otto – ida – theodor – zeppelin – ida – nordpol – gustav – emil – richard.
Waffenhändler: Na, aber jetzt tun Sie mich aber pflanzen, dass ist doch nie und nimmer Ihr Familiennamen. Wer heißt denn sooo? Sie haben mir doch jetzt alles kleingeschrieben buchstabiert?
oitzinger: Ja schon, aber woher wissen Sie denn …?
Waffenhändler: Also bitte, so heißt doch keiner – das ist höchstens irgend so ein Nickname, da könntens doch gleich „rebella“ oder „hopsi-hasi“ oder „seestern44“ mir vorbuchstabieren. Sie sind praktisch so eine Cyber-Space-Kreatur – nur fiktiv. Nicht wirklich real. Verstehen’s?
oitzinger: Also, dass is’ jetzt nicht sehr nett. Ich könnt’ ja das gleiche von Ihnen behaupten. Also als Waffenhändler kommen’s auch nicht g’rad realistisch rüber – Ich mein’ welcher Waffeneinzelhandelskaufmann sagt schon: „Darf’s ein bisserl mehr sein.“ oder „Sodala“.
Waffenhändler: Ich kann’s Ihnen aber beweisen.
oitzinger: Und wie?
Waffenhändler: Kennen Sie René Descartes?
oitzinger: Der Sänger?
Waffenhändler: Nein! Nicht René Kollo! Der Philosoph, Descartes, 17. Jahrhundert.
oitzinger: Noch nie gehört.
Waffenhändler: Na ist egal – jedenfalls sagte dieser: „Cogito ergo sum“. Das ist nämlich Latein und bedeutet …
oitzinger: Aaaah. Ich hab’ einmal ein Buch mit dem Titel „Latein für Angeber“ gekauft.
Waffenhändler: Na also, dann wissen’s eh was er damit gemeint hat.
oitzinger: Nein, ich hab’s nur gekauft, g’lesen hab’ ich’s nicht.
Waffenhändler: Also dieser Philosoph meinte, dass, wenn man denkt, dass dies zumindest der Beweis ist, dass man existiert – alles andere ist nicht beweisbar.
oitzinger: ???
Waffenhändler: Also noch einmal, ich bin Ihnen d’raufgekommen, dass Sie mir einen Nickname angegeben haben – und dazu bedarf es doch einiges an Gehirnschmalz – also hab’ ich gedacht – also bin ich. Is’ doch nicht so schwer!
oitzinger: ???
Waffenhändler: Schaun’s, Sie denken doch auch.
oitzinger: Hin und wieder.
Waffenhändler: Na also. Dann existieren sie auch - halt nur hin und wieder.
oitzinger: Krieg’ ich jetzt meinen Waffen?
Waffenhändler: Nein!
oitzinger: Wieso nicht?
Waffenhändler: Ich darf keine Waffen an Personen verkaufen die nur hin- und wieder existieren. Wir haben in Österreich ein strenges Waffengesetz.
oitzinger: Na schön, aber krieg ich so einen Schweizerkracher.
Waffenhändler: Nein! Wissens was, Sie kriegen von mir ein Plastiksackerl, wenn Sie das aufblasen und ganz schnell z’sammpappen, tut’s auch einen Tusch.
Und so ging der oitzinger grübelnd und missmutig vor sich hingrummelnd mit einem Plastiksackerl bewaffnet nach Hause, um sich weitere fürchterlichen Rachepläne auszudenken.
Dein tagebuch
wir schreiben den 25. November 2006, genau genommen schreiben wir es nicht, sondern ich ganz allein hab’ es soeben in den Laptop hineingetippt, sooo nämlich!
Verzeih mir mein liebes Tagebuch diese Gereiztheit meinerseits, lässt sich wie folgt erklären:
Vor wenigen Minuten vernahm ich Glockenklang, nein nicht solch süßlichen, der beim graziösen Schwingen von güldnen Engelsflügeln erklingt, nein, ganz vulgäre Kuhglocken nahmen meine leicht vertikal abgeschrägten Ohren wahr.
Nun weiß der versierte Landmann, dass der Almabtrieb bereits geschehen war und schließt folgerichtig daraus, dass es sich wohl nur um dummdreistes Narrenvolk handeln muss, dass zu später Stunde sein Unwesen treibt, wohingegen sich der brave rechtschaffene Bürger zur Nachtruhe vorbereitet, um vor den Mühen des nächsten arbeitsreichen Tag gewappnet zu sein.
Doch, ach Du grausam Schicksal, wären es nur Narren, Spaßvögel und Schälke, man könnt’ sie noch ertragen, so aber sind es gar grausam hässlich Gesellen, die wohl in Unkeuschheit mit dem Fürsten der Finsternis verweilen und in diesen Raunächten des Monats Nebelung uns ehrbaren, christlichen guten Menschen heimsuchen …
Ich hätt’ wohl doch nicht so viel historischen Kram lesen soll, also liebes Tagebuch um es auf den Punkt zu bringen: Mich nervt dieses Krampusgesindel. Ach, tut das gut, mal ganz einfach Klartext zu reden. Jaaaa, ich weiß, Brauchtum, Tradition, Bla, Bla, wie notwendig es doch ist, dies zu erhalten, aber das is’ mir Wurscht, das is’ mir Blunzn.
Jetzt sag’ ich Dir mal eins: Als Kind hatte ich Todesängste ausgestanden zur Belustigung der Erwachsenenwelt und dies erfordert Rache. Jawolll Rache, RACCHEEEEE!!!!
Oh ja, ich werde mich suhlen im Gefühl meiner Rachegelüste. Es wird ur-, ur-, ur- urleiwand, genau! Zwar meint mein Psychotherapeut, ob ich die Thematik, vielleicht nicht etwas überkompensiere, aber hier widerspreche ich dem Klapsdoktor. Er vermutet: „Schau’ns, Herr, Herr, na wie, jo genau, Herr oitzinger, wissens dos Gonze is’ schon ein wenig verfohren, i würd’ Ihnen anroten, zeichnen’s Ihre Gefühlswelt zu dieser humanethologisch zweifellos interessanten G’schicht auf, und donn lossns Ihnen von meiner Assistentin einen neuen Termin geben.“
Und tja liebes Tagebuch, das tat ich denn auch, sprang mit Leichtigkeit von der Couch empor, lief nach Hause und brachte mit Stenobleistift auf ein Schmierblatterl meine intimsten Gefühle darnieder. Und weil, die so intim und geheim und überhaupt sind, stelle ich sie gleich mal in das Blog hinein.
Und dann hab’ ich noch eine böse, bitterböse Mordsgeschichte in petto, doch ob es die Zeit zulässt, dass ich sie zu Papier bring’, weiß ich noch nicht, vielleicht, nur stückerlweis’, also vorerst musst Du mit meinen psychotherapeutischen Abfallprodukten vorlieb nehmen.
Dein Dich aufs Innigste liebender seelenverwandter FreundoitzingerFortsetzung:
Achtung die nachfolgende Geschichte ist auf Grund der exzessiven Gewaltszenen für Personen über 10 Jahren nicht geeignet: Wiederholung der Vorgeschichte:
Nur einer Journalistin der Kleinen Zeitung wurde Zutritt zu der Zentrale der Kinderbrigaden gestattet und sie beginnt mit dem Interview:
Frau Neuschreiber bat um die Abnahme ihrer Sonnenbrille, was man ihr auch gewährte. Etwas nervös fragte sie: „Bist Du der Anführer der Kinderbrigaden?“
Der Anführer: „Du? Ich kann mich nicht entsinnen, dass wir uns das Du-Wort angeboten hätten?“
N.N.: „Nein, natürlich nicht, wie darf ich SIE dann ansprechen?“
Der Anführer: „Na, dann nennen sie mich doch einfach Kapitän.“
N.N.: „Gut Herr Kapi …“
Der Kapitän: „Nein warten Sie, dann vielleicht doch lieber Kommandant.“
N.N.: „Na schön Herr Kommandant, ich bin Journalistin der „Kleinen Zeitung“ und ich möchte Ihnen ein paar Fragen zu den ermordeten Personen stellen.“
Der Kommandant: „Würde es Ihnen etwas ausmachen, mich Commander zu nennen? Es hat doch so etwas Spritzigeres an sich und konservativ wollen wir doch nicht sein. Oder?“
N.N.: „Nein, es macht mir nichts aus, also Herr Commander …“
Commander: „Ohne 'Herr' bitte …“
N.N.: „Gut, Commander darf ich Ihnen jetzt meine Fragen stellen?“
Commander: „Aber bitte nur zu.“
N.N.: „Commander …“
Commander: „Ja bitte?“
N.N.: „... entspricht es den Tatsachen, dass Sie oder Ihre Brigaden drei Menschen getötet haben?“
Commander: „Aber ich bitte Sie, es handelte sich doch nicht um Menschen, sondern um Krampusse.“
N.N.: „Herr, Verzeihung, nur Commander Sie mussten doch wissen, dass in den Kostümen Menschen stecken.“
Commander: „Nein! Schauen Sie: Erstens wurden wir davon nicht in Kenntnis gesetzt und zweitens war es Notwehr.“
N.N.: „Sie haben drei Menschen getötet und einen schwer verletzt, ist Ihnen denn nicht …“
Commander: „Verzeihen Sie mir, dass ich Sie hier unterbrechen muss, aber Sie verkennen vollkommen die Tatsachen. Nicht wir sind die Aggressoren, sondern die Krampusse. Schauen Sie, wir wurden davon in Kenntnis gesetzt, dass unsere fünfjährige Mitstreiterin, nennen wir sie der Einfachheit halber ‚Susi’ in den letzten Wochen arg von ihren Eltern bedroht wurde, dass am besagten 5. Dezember sie von den so genannten Krampusse ‚mitgenommen werde’. Können Sie sich vorstellen, welch Todesängste Susi ausstehen musste? „
N.N.: „Aber, …“
Commander: „Nichts ‚Aber’ wir haben diese Drohungen sehr ernst genommen und waren für den Ernstfall gewappnet. Am besagten Tag kam es dann tatsächlich zu der angekündigten versuchten Entführung. Unter einem falschen Vorwand wurde ‚Susi’ um vier Uhr 55 abends vor die Haustüre gelockt, wo bereits zwei dieser brutalen Bestien im Hinterhalt auf sie warteten. Unsere Brigaden waren natürlich vorbildlich vor Ort. Als sie erkannten, dass Gefahr in Verzug war und um eine reale Zugriffnahme zu unterbinden, eröffneten wir um fünf Uhr unser Feuer. Um fünf Uhrrr wurde zurrrückgeschossen. Mit Freude stellten wir fest, dass zwei Krampusse eliminiert werden konnten.“
N.N.: „Aber Sie haben doch eine dritte Person schwer verletzt?“
Commander: „Wir erfuhren, davon erst aus den Printmedien, bedauern allerdings diesen Umstand nicht, da die besagte Person, ebenfalls mit diesen Bestien kooperierte. Wenn Sie so wollen, können Sie es als Kollateral-Schaden bezeichnen.“
N.N.: „Aber …“
Commander: „Aber, aber, aber“, schnaubte der Commander wütend: „ich höre immer nur ‚aber’ – für eine Journalistin besitzen Sie einen sehr geringen Wortschatz! Ist Ihnen denn nicht klar, dass Leib und Leben eines unserer Mitmenschen in Gefahr war, hätten Sie tatenlos zugesehen?
N.N.: „Nein, ab …, nein. Wurden Sie denn nicht aufgeklärt, dass Krampusse nur verkleidete Menschen sind?“
Commander: „Was wollen Sie damit sagen! Was wollen Sie damit sagen? Dass eine Verkleidung mich von aller Schuld befreit? Dass würde ja bedeuten, dass wenn jemand Sie vergewaltigen würde, unschuldig wäre, nur weil er sich als Osterhase verkleidet hat? Oder meinen Sie, dass es sich bei den Krampussen nur um ‚harmlose’ Pädophile handelt?“
N.N.: „Nein, um Gottes willen, ich …“
Commander: „Wollen Sie etwa diese Verbrecher unter Schutz nehmen?“
Frau Neuschreiber wurde durch die Wutausbrüche vom Commander schon etwas eingeschüchtert, auch fielen ihr keine rechten Argumente ein, also versuchte sie das Thema zu wechseln:
N.N.: „Untersuchungen ergaben, dass die Krampusse durch Militärwaffen ermordet wurden. Wie sind sie zu diesen Waffen gekommen?“
Commander: „Schauen Sie, liebe Frau Neuschreiber, Sie werden verstehen, dass wir aus taktischen Gründen Ihnen darüber keine detaillierten Auskünfte erteilen können, aber mit Hilfe von E-Bay und Lizenzfirmen … - aber ich kann Ihnen versichern, dass es sich bei den Waffen um Top-Qualität, Made in Austria handelt. Die österreichische Waffenindustrie bürgt für Qualität und hat sich schon in manch völkerrechtlich fragwürdigen Massaker bestens bewehrt, nun werden diese Werkzeuge der Macht dem hehren Ziel der Kinderbrigaden dienen.“
N.N.: „Soll dass heißen, dass Sie weitere Morde planen werden?“
Commander: „Das kommt ganz auf die Bereitschaft zu einer Kooperation an.“
N.N.: „Wie sollte eine solche Kooperation aussehen.“
Commander: „Zum Ersten fordern wir die sofortige und immerwährende Einstellung dieses menschenrechtswidrigen Brauchtums, anderenfalls werden wir vor weiteren Gewaltakten nicht zurückschrecken.“
N.N.: „Entschuldigen Sie, aber überziehen Sie hier nicht einfach die Verhältnismäßigkeit? Sie haben drei Menschen getötet …und sie halten einen jungen Mann gefangen, der ganz offensichtlich Todesängste ausstehen muss – ich bitte Sie diesen jungen Burschen freizulassen, alles andere ist einfach abscheulich!“
Commander: „Das ist ja interessant, wenn Kinder weinen und Todesängste ausstehen, dann nennt Ihr Erwachsenen das Brauchtum, wenn Erwachsene Todesängste ausstehen, abscheulich. Das ist jetzt UNSER BRAUCHTUM!“
Der Commander wirft die „Kleine-Zeitung“ vor die Füße der Journalistin.
Commander: „Schauen Sie sich allein die Leserbriefe dieser Personen an. Sie befürworten die Bestrafung von Kindern durch Krampusse, weil wir angeblich anderenfalls nicht zwischen Gut und Böse unterscheiden könnten. WARUM? Dürfen wir Euch Erwachsenen dann nicht auch Todesängsten aussetzen. Schließlich solltet IHR auch zwischen GUT und BÖSE unterscheiden können.“
Ein Videorecorder wurde vor die Journalistin gerollt und ein Videoband eingelegt. Es zeigte eine ORF-Dokumentation über das Osttiroler Brauchtum. Eine Familie sitzt um den Tisch herum und die Krampusse wurde eingelassen. Ein kleines blondes Mädchen erstarrte vor Angst und begann zu weinen zur Belustigung der Erwachsenen. Die Journalistin senkte beschämt ihren Kopf. Schemenhaft konnte man die Konturen des Commanders hinter dem Leintuch erkennen. Er stand auf und brüllte mit beinahe unmenschlicher Stimme:
Commander: „WO WART IHR SCHREIBERLINGE HIER! GANZ ÖSTERREICH KONNTE DIESEN BERICHT SEHEN UND KEINE KRITIK! WÜRDE SICH EIN EINZIGER ERWACHSENE DIESE FOLTER GEFALLEN LASSEN!!!“Frau Neuschreiber wagte nicht zu widersprechen. Der Commander nahm wieder Platz.
Commander: „Ich weiß nicht, mit welcher Berechtigung Sie uns Mord unterstellen. Es war eine simple Notwehr, die zudem noch von österreichischen Spitzenprodukten ausgeführt wurde. Sie dürfen nicht vergessen, den weltweiten Werbeeffekt für die Österreichische Waffenindustrie. Waffen die kinderleicht zu bedienen sind – Gerade in Ländern, wo man gerne auf Kindersoldaten zurückgreift, ein unschlagbares Verkaufsargument.“
N.N.: „Entschuldigen Sie jetzt aber – dass ist mehr als zynisch – außerdem widersprechen Sie sich: einerseits setzen Sie sich für die Rechte der Kinder ein und gleichzeitig akzeptieren Sie das Vorhandensein von Kindersoldaten.“
Commmander: „Was tut Ihr Erwachsenen denn für uns Kinder? Ihr hasst uns doch alle!“ Kinderarbeit in Asien, Kinderarbeit in Sizilien und was tut Ihr dagegen. Nichts! Nichts! Und noch einmal Nichts! Weil Ihr die guten Geschäftsbeziehungen zu China oder Italien nicht stören wollt.“
N.N.: „Das erste ist eine bloße Verallgemeinerung und Politik ist nun einmal sehr kompliziert.“Commander: „Nein, das haben Sie nicht richtig erkannt. Politik ist nicht kompliziert, das Geld ist verlockend!! Der einzige Grund weshalb Ihr Erwachsene Kinder in die Welt setzt, ist, damit jemand Eure überteuerten Pensionen bezahlt, weil Ihr selbst zu faul und lahmarschig seid für Eure Altersversorgung selbst zu sorgen! Hat diese Einstellung etwas mit erwachsener Reife zu tun? Wohl kaum! Und die Wirtschaft braucht Kinder, damit sie die künftigen Arbeitslosen gegeneinander ausspielen kann um damit die Löhne zu drücken. Und Kinder kann man ja herrlich abzocken im Internet, bei den Klingeltönen, mit der Markenkleidung. Dafür braucht Ihr Kinder!“
N.N.: „Das nennt sich Generationenvertrag und …“
Commander: „Ich kann mich nicht entsinnen, diesen Vertrag jemals zu Gesicht bekommen zu haben, geschweige denn unterschrieben zu haben.“
N.N.: „Die Mehrheit der Erwachsenen mag Kinder.“
Der Commander schnippte mit den Fingern. Und seine Kameraden stellten einige Kartons voll mit Schriftstücken vor Frau Neuschreiber. Fünf blasse Kinder stellten sich vor Frau Neuschreiber auf und blickten sie an.
Commander: „Alle diese Kinder leiden unter Asthma, Bronchitis oder Allergien, weil sie gezwungen werden einen schmutzigen Cocktail aus Feinstaub, Stickstoffdioxid, Stickoxide und Kohlendioxid einzuatmen.“ Jährlich gibt es allein in Österreich 15.000 Asthmaanfälle und 20.600 Bronchitisfälle bei Kindern. Frau Neuschreiber, sehen Sie die Kartons vor Ihnen?“
N.N.: „Ja.“
Commander: „Darin befinden sich 30.000 Unterschriften, gesammelt von einem österreichischen Automobilclub, um gegen die Einführung Tempo 100 im Inntal zu protestieren. 30.000 Erwachsenen sind 10 Minuten Zeitgewinn wichtiger, als die Gesundheit von Kindern. Oder in deftigeren Worten:
Wieder erhob der Commander sich und brüllte:
„DIESE 30.000 ÖSTERREICHER SCHEISSEN AUF DIE GESUNDHEIT VON KINDERN!
Und der Höhepunkt dieser Unverfrorenheit ist, dass diese ehrenwerte Gesellschaft es wagt noch zu hinterfragen, ob die Geschwindigkeitsreduzierung wohl nicht verfassungswidrig sei.
IST DENN DIE ZERSTÖRUNG DER GESUNDHEIT VON KINDERN VERFASSUNGSTREU???“
Ein kleines Mädchen wurde hereingeführt. Ebenso blass, wie die anderen Kinder.
Frau Neuschreiber, wagte es nur zögerlich nachzufragen.
N.N.: „Straßenverkehr?“
Commander: „Nein, deren Eltern sind Kettenraucher. Dieses Mädchen musste die ersten fünf Jahre lang eine mit Kohlenmonoxid-, Phosphor-, Blausäure- und Schwefelverbindungen versetzte Luft einatmen, nur weil ihre verblödeten Eltern, diese Verbrecher, glaubten sie hätten, das Recht die Gesundheit ihres Kindes zu zerstören!! Und so wie diesem Mädchen ergeht es zig tausend österreichischen Kindern. Ihr Erwachsene tut dagegen gar nichts.
In diesem Moment wurden zwei ca. 25jährige, als Engel verkleidete junge Damen, hereingebracht und in einem Nebenraum geführt. Kurze Zeit später hörte man Peitschenhiebe, Wehklagen und Schmerzensschreie.
N.N.: „Um Gottes Willen. Was machen Sie da. Das sind doch keine Krampusse! Das sind Engel. Das sind die Guten.“
Commander: „Liebe Frau Neuschreiber, diesem Irrtum sind wir auch lange Zeit aufgesessen, aber unsere Agenten fanden heraus, dass diese scheinbaren Guten gemeinsam mit Krampussen eine Zigarette geraucht haben. Das kommt einer Fraternisation gleich. Wir versuchen nun geheimdienstliches Krampusinsiderwissen zu erfahren. Die Operation fand unter dem Decknamen „She looks like an Angel, but she is the devil in the sky“ statt, den Decknamen habe ich mir selbst ausgedacht. Sie kennen doch diesen Elvis-Song?“
N.N.: „Nein, aber ich kann es in keinster Weise akzeptieren, dass …“
In diesem Moment wurden zwei Herren in Anzug in einem anderen Nebenraum geführt.
N.N.: „Wer sind diese Herren?“
Commander: „Ach die, das sind, das sind …?“
Ein anderes Kind flüsterte dem Commander etwas ins Ohr.
Commander: „Ach ja, das sind die Herren vom Automobilclub, die die vorhin erwähnte Unterschriftenaktion initiiert haben.“
In diesem Moment hörte man zwei dumpfe Schüsse und das Fallen von Körpern.
Commander: „Pardon, ich sollte sagen, dass waren die Herren …“
N.N.: „Ich muss auf’s schärfste protestieren …!“
Commander: „Liebe Frau Neuschreiber, es mag vielleicht für Sie überraschend klingen, aber wir befinden uns mitten im Krieg und wie heißt es doch so schön: Im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt.“
N.N.: „Das stimmt nicht, Sie vergessen die Genfer Konvention. Und diese Herren hätten das Recht gehabt auf einen fairen Prozess!“
Commander: „Ach die gute alte Genfer Konvention oder die „freiwilligen“ Bestimmungen zum Nichtraucherschutz – Haha – oder die Straßenverkehrsordnung – Hahaha. Sie verstehen die Angelegenheit noch immer nicht: Das hier ist keine Rache, dass ist simple Notwehr!“
Wieder wurde ein junger Mann hereingeführt in das Nebenzimmer geführt und wieder hörte man in selber Reihenfolge den Schuss und das Fallen des Körpers.
Commander: „Was für ein Zufall! Wir reden g’rad von der Straßenverkehrsordnung und schon kommt der Herr wie gerufen – wenn man vom Teufel spricht. Ha-Ha-Ha!“
Frau Neuschreiber war leichenblass. Nur mehr zaghaft wagte sie zu fragen.
N.N.: „War das ein Krampus!“
Commander: „Nun diese Type von Mensch, würde ich nun doch eher als Teufel bezeichnen – sie wissen doch, dass war der, der mit 100 km/h durch die Ortschaft fuhr und einen Familienvater tötete.“
Frau Neuschreiber machte einen letzten Versuch um den Commander von seinem Tun abzuhalten.
N.N.: „Aber, Commander, Sie können doch nicht wahllos Menschen erschießen, quälen, töten. Hören ’S doch bitte damit auf, ich flehe Sie an!“
Drei als Nikolaus verkleidete Personen wurden vorbeigeführt. Der Commander sprang wieder von seinem Sessel auf:
Commander: „Ich wusste es, ich wusste es, ich habe es immer schon gewusst! Es gibt mehr von denen. Oh Ihr Erwachsenen Ihr seid durchtrieben. Doch jetzt haben wir Euch enttarnt. Und wahrscheinlich sind die Bärte auch falsch.“
Mit einer winzigen Geste deutete der Commander auf die Nikoläuse und sagte kurz und bündig: „Ab!“
Frau Neuschreiber blickte besorgt ihnen nach und flehte:
N.N.: „Um Gottes willen, Commander, sie dürfen sie doch nicht töten!! Sie verkörpern doch nur den Heiligen Nikolaus eine traditionelle christliche Figur.“
Commander: „Dass ich nicht lache – christliche Werte. Schön wär’s, wenn ich’s noch richtig in Erinnerung habe sagte Jesus Christus: ‚Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn solchen gehört das Reich Gottes. Wahrlich, ich sage euch: Wer nicht das Reich Gottes annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen’. Liebe Frau Neuschreiber, vom Nikolaus oder Krampus ist hier überhaupt keine Rede, sie haben wohl den Religionsunterricht geschwänzt. Die Nikoläuse sind in Wahrheit Oberbefehlshaber der Krampusse, sie lassen die Drecksarbeit von ihnen ausführen. Offiziell tragen sie natürlich schön brav ihre schönes Gewand und weißen Handschuhe. Uns könnt’ Ihr Erwachsenen gar nichts mehr vormachen. Lassen Sie sich nicht vom schönen Schein trügen.“
Kaum hatte der Commander seine Rede beendet, hörte man drei Schüsse.
Commander: „Liebe Frau Neuschreiber, ich fürchte Sie müssen die Geschichte neu schreiben, außerdem töten wir nicht wahllos, sondern sehr gezielt.
Und seien wir doch mal ehrlich, wir haben uns lange in Geduld geübt, aber diese antiautoritäre Erziehung bringt doch wirklich nichts. Wir haben es probiert und sind schließlich zu dem Schluss gekommen,
dass Erwachsene autoritär erzogen werden müssen –eine andere Sprache, außer Gewalt, verstehen sie nicht.“N.N.: „Wie lange soll denn dieses Töten noch weitergehen?!“
Commander: „Bis wir die Achse des Bösen endlich besiegt haben!
Ich erkläre somit das Interview für beendet! Möchten Sie noch ein paar Kekse, Kakao, Gummibä …?“
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