10. Februar 2012 09:47 | |||||
|
|
Mitglied seit: 29.12.2006
Geburtstag: 10.11.1995 Hobbys: informieren unterha... |
|||
Liebe Userinnen und User! Wichtige Informationen zu den Meine-Kleine-Weblogs
Herzlichen Dank, dass Sie unser Weblog-Service in den vergangenen Jahren intensiv und hoffentlich zu Ihrer Zufriedenheit genutzt haben. Leider ist es uns nicht länger möglich dieses Angebot technisch mängelfrei zur Verfügung zu stellen, weswegen wir auch auf eine Wartung der bereits bestehenden Blogs und Statistiken verzichten müssen. Wir hoffen, Ihnen in absehbarer Zeit eine attraktive Alternative in diesem Bereich anbieten zu können.
Mit der Bitte um Ihr Verständnis,
Das Team von Kleine Zeitung Digital
Nach ausführlichen Recherchen weiß ich als abgebrühte Online-Mitarbeiterin mittlerweile sehr genau, dass es ziemlich genau 5,5 Stunden im Büro dauert, bis auch die kleinsten Reste mühsam zusammengestoppelter Urlaubserholung wieder im Nirvana des Alltags verpufft sind. Die Chronik der Ereignisse:
08:00 Uhr: Ich hüpfe wohlgelaunt und topfit (schließlich hab ich meinen Urlaub zwischen 3.500 und 5.000 Metern Seehöhe verbracht) die drei Stockwerke zu meinem feinsäuberlich hinterlassenen Schreibtisch hinauf.
08:01 Uhr: Büromief steigt in mein entgiftetes Näschen. Ich öffne das Fenster zur starkbefahrenen Durchzugsstraße. Es riecht nach Heimat.
09:55 Uhr: Mein Outlook hat es endlich geschafft, alle (bereits von meinen braven Kolleginnen ausgesiebten) E-Mails darzustellen. Befriedigt stelle ich fest, dass sich darunter weder eine Kündigung noch Gehaltsabstriche befinden. Allerdings auch keine heißen Liebesbriefe.
10:00 Uhr: Die neuesten Errungenschaften werden in Augenschein genommen, darunter die hübsche Kaffeemaschine, der Bewegungsmelder im Klo, die fesch geputzte Küche (die jetzt endlich wieder als solche erkennbar ist), das Artikel-Weiterklick-Feature. Ich fühle mich ganz gut.
10:02 Uhr: Mir wird eröffnet, was alles während meiner Abwesenheit leider aus diesen und jenen diversen Gründen nicht erledigt werden konnte. Ich fühle mich nicht mehr so gut.
10:30 Uhr: Irgendjemand braucht irgendetwas von mir. Und dann braucht noch jemand irgendetwas anderes von mir, bis dann jemand anders kommt und noch etwas anderes braucht. Ich wünsche mich zurück in den Himalaya.
10:45 Uhr: Ich habe bereits geschätzten 5000 Arbeitskollegen die immer gleiche Frage beantwortet, wie mein Urlaub war. Ab Nummer 5 hatte ich das Gefühl, es handle sich nicht um eine von mir getätigte Reise, sondern um ein Märchen aus 1001 Nacht, dass mir irgend jemand vor langer Zeit einmal in unglaublich anödender Art und Weise vorgeleiert hat.
11:00 Uhr: Hungergefühl. Der Vorsatz, mich in Zukunft von Gemüse, Reis, Tofu und Luft zu ernähren, wird zusammen mit ein paar unwichtigen Poststücken rundgeordnet. Dazu wir mir die Hiobsbotschaft eröffnet, dass unsere zwar nicht geliebte, aber immerhin gebrauchte Weckerlfrau mit 1. September zusperren wird. Ich fühle mich schuldig, immerhin hab ich durch mein Fernbleiben einen gehörigen Geschäftsentgang verschuldet.
11:15 Uhr: Die von mir an diesem Tag bereits getätigten Arbeiten stellen sich als nichtig heraus, weil sie jemand anders bereits erledigt hatte, ich aber nichts davon wusste. Noch verbliebener Erholungseffekt: 30 %.
11:30 Uhr: Endlich Essen fassen. Der im Eiltempo (ja, das mit dem Gehen funktioniert noch!) aufgesuchte Supermarkt überfordert mich maßlos durch sein überbordendes Angebot, ich greife wahllos in die Regale und erstehe einen italienischen Antipasti-Teller, ein griechisches Schafsjoghurt, eine deutsche Studentenfutter-Mischung und einen klebrigen Mars-Riegel. Ich fühle mich schlecht, aber immerhin relativ international.
12:30 Uhr: Ich bin so was von satt und fühle mich bereit für neue dienstliche Schandtaten. Nach den zwei ersten (allerdings nicht politisch motivierten) Anschlägen auf meine Tastatur klingelt das Telefon: Eine fremde Dame will etwas von mir, abgelöst wird sie von einer Kollegin, die auch etwas von mir will.
12:35 Uhr: Nachdem ich noch 20 Mal meine Urlaubsleier gepredigt habe, vervollständige ich mein bereits auf drei Zeilen angeschwollenes Opus Magnum und denke über eine Karriere als Tankwart nach. Wegen der betäubenden Gase. Ich werde aufgeklärt, dass das Betäubende an modernen Tankstellen längst nicht mehr soooo betäubend ist und lege diesen Berufswunsch ad acta.
12:40 Uhr: Ich versuche mich, auf meinen auf 8% Anteil gesunkene Urlaubserholungseffekt zu konzentrieren, werde aber von mir selbst ausgetrickst und erledige gleich drei ToDos meiner eilig zusammengekritzelten Liste. Nebenbei werde ich von einem "hab schon gewusst, dass es so kommen wird"-Problem genervt, das schale Gefühl und der Abstieg des Erholungseffektes in Negative wird allerdings vom Erhalt meines Gehaltszettels relativiert.
13:00 Uhr: Schön langsam dämmern mir Probleme, die sich leider in den letzten drei Wochen nicht in Luft, Wohlgefallen oder ins Gegenteil verwandelt haben. Die aufkeimende Panikattacke kann nur durch einen Biss in den bereitliegenden Mars-Riegel eingedämmt werden.
13:30 Uhr: Mein vormals feinsäuberlich aufgeräumter Schreibtisch versinkt im gewohnten Chaos. Willkommen daheim!
PS: Man verzeihe mir meine allzu ausführlichen Worte: Ich war auf Entzug.