26. Mai 2012 18:22 | |||||
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Steinbäcker und Timischl verlassen die Bühne, von der Band bleiben Ewald Beit und Franz Zettl, das Licht wird gedämpft, Schiffi sitzt vorn allein, die 1. Takte erklingen, im Saal wird es still, mir kommt die Gänsehaut hoch: „Unser letzter Tag“. Die fehlenden Streicher sind in meinem Kopf mit dabei. Alles andere um mich herum verschwindet, da ist dieses Lied, da ist Schiffi, da ist das aufgeschlagene Buch, da ist dieses wahnsinnige Gefühl zu wissen, ja so ist es, da ist Einsicht, da ist Wehmut, da ist Hoffnung, … und da bin ich. Genau dieses Bild und diese Stimmung wird für mich die emotionalste Erinnerung an die „Neuer Morgen-Tour“ sein. Dieser Song war bereits auf der CD eines meiner Lieblingslieder, aber ab jetzt ist es für mich die Nummer 1.
Sinabelkirchen hat eine Sonderstellung in jeder Tournee, nicht nur, dass es die Generalprobe ist, nein, es ist so etwas wie die Begegnung mit Freunden, die ich schon lange nicht mehr gesehen und auf die ich mich schon sehr gefreut habe. Da ist die Erwartung, was wird der Abend bringen, werde ich nach wie vor so begeistert sein und mit singenden Bildern nach Hause gehen? Da ist die Freude auf die neuen Songs, welche werden es den 3 Herren wert gewesen sein, in die Setliste zu kommen? Da ist das gute Gefühl, die Freunde aus der Fan-Gemeinde und Eva und Markus von Entersound wieder zu sehen und sich nach den Konzerten begeistert austauschen zu können. Da ist wieder das leichte Kribbeln vor lauter Vorfreude und Begeisterung.
Was hat also dieser Abend gebracht?
Unsere Meister in bester Stimmung, fröhlich, locker, liebenswert und gut gelaunt. Steinbäcker wirkte wie immer sehr cool und souverän, so als wäre er gerade von Griechenland auf einen Sprung nach Sinabelkirchen gekommen, um mit guten Freunden ein bisschen Musik zu machen. Seine legendären Spaziergänge auf der Bühne und seine Lässigkeit werden bei so manchem Besucher wieder den Eindruck erwecken, als wenn er nicht ganz bei der Sache wäre, und zu einigen Diskussionen führen. Aber die eingeschworenen Fans wissen es, dass ist Steinbäcker pur, so und nicht anders wollen wir ihn haben. J Timischl, der Ruhepol, der sich sichtlich wohl in dieser kleinen Gemeinde fühlt, in seiner Umgebung, zeigt uns – sobald er zum Singen beginnt – wie seine Stimme den ganzen Saal zum Beben bringen kann. Und nun zu Schiffkowitz, immer sehr aufgeregt, hört man aus seinen ersten Worten die Freude auf den Beginn der Tour heraus, er begrüßt uns wie immer mit seinem typischen und sehr sympathischen Lächeln. Seine Moderationen, die nie irgendwie einstudiert klingen, sind ein Highlight bei den Konzerten. Immer witzig, nie fad oder peinlich, einfach menschlich und liebenswert. Da macht es auch gar nichts, wenn er sich plötzlich fragt, warum er sich gewisse Stichworte zu einer Moderation vermerkt hat, was er damit sagen wollte, fragend sieht er sich zu den Kollegen um, die nur den Kopf schütteln. Diese kleinen Hoppalas machen sie ja so sympathisch, dadurch wirken sie spontan und nicht einstudiert wie Roboter. So wie z. B. Schiffi meinte: „Wennemuth ist müde, er will schlafen gehen“, als dieser plötzlich hinter seinem Schlagzeug verschwand. Wie schon bei der letzten Tour werden sie begleitet von: „Herrn Professor“ Ewald Beit mit Keyboard und Akkordeon, Wolfram Abt - Bass, Gerd Wennemuth – Schlagzeug und Percussion, und der grenzgeniale Franz Zettl – Keyboard, Blasinstrumente.
Die Setliste ist eine gute Mischung aus alten und neuen Songs, durchwegs rund und harmonisch, gefühlvoll und heiter, kritisch und augenzwinkernd, um helle Begeisterung bei mir hervorzurufen. Vieler meiner Favoriten von der neuen CD wurden gespielt, viele neue „alte“, sowie auch ein Peter Rosegger-Beitrag, der nicht der einzige Tribut an unsere Steiermark bleiben sollte. Vor der Pause gab es das bereits traditionelle „I bin aus Österreich“, ein Lied, in dem der Stolz – Österreicher zu sein – ganz besonders hervorgehoben wird, und es ist zu spüren, dass sie es auch so meinen. Die Liebe zu ihrer Heimat Österreich, und im Besonderen zur Steiermark, ist ein fester Bestandteil jeder Tournee, auch wenn einige Lieder von Fernweh und fremden Ländern erzählen, bleibt ihr Herz unserem Land verbunden. Natürlich darf „Großvater“, „Kalt und kälter“ und „Fürstenfeld“ nicht fehlen, ohne die kann kein Konzert enden, das sind die Songs, wo die Fans aufgerufen werden, mitzusingen, nein eigentlich gewisse Passagen allein zu singen, denn es gibt keinen Song, bei dem nicht der eine oder die andere mitsingt. Unvergesslich noch Franz Zettl mit seinen einzigartigen Darbietungen mit Trompete, Saxophon und Tuba. Zum Abschied gibt es dann ein Lied ohne viel Worte, weil hier weniger mehr ist, denn diese 9 Worte habe es in sich, hier bedarf es nicht mehr.
STS braucht keine Action auf der Bühne, STS braucht nur Steinbäcker, Timischl und Schiffkowitz. Die Momente, in denen sie allein auf der Bühne stehen, sind ganz besondere Perlen in einer Kette voller einmaliger Momente. Augenblicke voll Emotionen, Gefühl, Nachdenklichkeit, Witz, Traurigkeit, Fernweh, Heimatverbundenheit und vieles mehr wechseln einander ab und bleiben mir noch lange im Gedächtnis. Sie begleiten mich jetzt schon fast 30 Jahre lang und ihre Lieder zeigen heute noch Aktualität und sind zeitlos. Ich will sie nicht mit anderen Gruppen oder Musikern vergleichen, sie sind für mich einmalig und einzigartig. Und ich hoffe, dass diese Tournee wirklich das 1. von 3 Abschiedskonzerten ist und sie anschließend wieder zu normalen Auftritten zurückkehren. Was gibt es Schöneres als mit dieser Musik alt zu werden. ;-)
DANKESCHÖN für einen wunderbaren Abend!
LG Riky

Mit gemischten Gefühlen ging ich dieses Mal zur 2. Generalprobe nach Sinabelkirchen. Erst vor kurzem haben wir aus der Zeitung vernommen, dass Wolfram „Woofy“ Abt nicht mehr unter uns weilt. Auch wenn man ihn nur – so wie ich – über STS & Band gekannt hat, erschüttert es einen doch sehr und man fragt sich, dürfen wir uns auf das Konzert freuen, als wenn nichts geschehen wäre, gehen wir einfach so zur Tagesordnung über? Diese Frage haben sich vermutlich auch S, T und S, sowie die Bandmitglieder gestellt. Daher fiel auch die übliche Begrüßung – höflichste Combo der Welt etc. – aus und Schiffi sprach einige sehr berührende Worte, von Trauer und Betroffenheit, von einem schweren Verlust, von der Überlegung die Konzerte abzusagen und zu verschieben und von ihrem Entschluss, doch zu spielen. Ich glaube, das wäre auch im Sinne von „Woofy“ gewesen, ein begnadeter Bassist, der mit seinem virtuosen Spiel sicher die Konzerte mitgeprägt hat. An diesem Abend war sein Geist unter uns und unsere Gedanken waren bei ihm. Sinabelkirchen hat für mich unter den Konzerten immer eine Sonderstellung. Es ist das 1. Konzert am Anfang einer Tournee oder wie dieses Mal die Fortsetzung, auf die alle schon mit viel Freude und Kribbeln im Bauch gewartet haben. Hier habe ich das Gefühl, ich bin unter vielen, vielen Freunden, es ist sozusagen ein Heimspiel, in einem netten, kleinen Rahmen. So um die 1300 Leute finden in der Turnhalle Platz. Es ist heimelig und man ist auf Tuchfühlung mit S.T. und S. Die Setliste war wie bei den anderen Konzerten, bis auf eine kleine Änderung bei den Zugaben, die gleiche. „Es wird wieder a Sommer“ wurde dieses Mal nicht gespielt, dafür gab es ein anderes Steinbäcker-Lied, das ich aber hier nicht verraten will. Für mich war Sinabelkirchen dieses Mal das intensivste Konzert, das ich in den letzten Jahren je miterlebt habe. Es war einfach überwältigend, jeder Song, jeder Ton, jedes Instrument, sind 100%ig rüber gekommen, sozusagen bis in die Zehenspitzen. In den ersten Tagen danach fehlten mir noch immer die Worte, diese Stimmung richtig zu beschreiben. Es war etwas Einmaliges, Besonderes und wird mir ewig in Erinnerung bleiben. Lieder wie „Neuer Morgen“, „Tausendmal“, „Dankschön“, „Herzverbunden“ und „Das Feuer“ bekommen plötzlich eine neue Bedeutung. Nach wie vor mein absoluter Lieblingssong auf dieser Tournee ist „Unser letzter Tag“, Schiffi allein auf der Bühne und dann dieses Lied, die Worte sagen dir, denk daran, mach was aus dir, wer weiß, wann dein letzter Tag ist, überleg dir, was ist wirklich wichtig in deinem Leben. Welch unvorstellbare Traurigkeit dieses Mal jedoch in seiner Stimme mitschwingt, zeigt uns allen, wie sehr er an seinen Kollegen und Freund „Woofy“ denkt. Bei „Steiermark“, „Lohengrin“ und trotz allem auch bei „Fürstenfeld“ bin ich Stolz darauf, im „grünen Herz“ Österreichs leben zu dürfen. Die Lieder beschreiben unsere Heimat mit einem leisen Zwinkern und mit ein bisschen Selbstironie, jedoch mit viel Zugehörigkeitsgefühl. Nicht umsonst wurde der Song „Steiermark“ vorgeschlagen, als es einmal eine Diskussion um eine neue Landeshymne ging. Ähnlich geht es mir natürlich auch bei „I bin aus Österreich“, dass wie schon üblich vor der Pause gespielt wurde. Am Beginn der zweiten Hälften, spielen sie – so wie Gott sie „als Musiker“ schuf – alleine, ohne Band, nur Steinbäcker, Timischl und Schiffkowitz, das sind die Perlen, die sich hervorheben, die mich zum Schwärmen bringen. „Immer weiter fort“ lässt mich auf einer Brücke stehen und in Gedanken treibt mich das Wasser immer weiter fooooooooooooort, da ist es mir egal, wohin. Die Griechenlandhymne „Irgendwann bleib i dann dort“ erinnert mich an wunderbare Tage und Stunden, Nächte und Sternenhimmel, an das Rauschen der Wellen, den feinen Sand zwischen den Zehen, das Glas Wein in der Hand oder Ouzo, an den besonderen Duft des Meeres und an die Leichtigkeit des Seins in diesem Land. Und am Ende von „Sie wissen all’s besser“ melden sich die Bandmitglieder mit einem fulminanten Schluss zurück, zeigen, was in ihnen steckt, dass es doch nicht mehr ohne sie geht. Dann kommen die Evergreens, die – ohne die ein Konzert nicht zu Ende gehen dürfte – „Großvater“, bei dem Lichter in die Höhe schnellen, so manche Tränen in den Augen schimmern und Hände stumm gedrückt werden. „Kalt und kälter“ bringt die Halle zum Kochen und natürlich „Fürstenfeld“, bei dem die Zuschauer zeigen können, dass sie bei den Texten sattelfest sind. Es ist klar, damit kann es noch nicht zu Ende sein, es wird geklatscht was die Hände hergeben, es wird Zugabe gerufen. STS lassen sich auch nicht lange bitten und erscheinen wieder auf der Bühne. Wie bereits erwähnt, wurde dieses Mal „Es wird wieder a Sommer“ nicht gespielt. Dafür kam ein anderes Steinbäcker-Lied, bei dem ich meinen Mann wissend angesehen habe, und er „komm i halt dei’ Hand“ in die Tat umgesetzt hat und auch ohne Worte wusste ich, dass er mir sagt „weißt was, wir fahr’n nach Venedig oder Griechenland“, vielleicht nicht heuer, aber spätestens im nächsten Jahr. So, jetzt habe ich vermutlich doch zuviel verraten J. Bei „Fahr mit mir auf’s Land“ – das auf der CD nicht ganz zu meinen Lieblingen gehört, ist live schon eine Wucht, dabei legt sich Timischl so in diesen Song, hier gibt er mehr als 100%, seine Stimme, wie immer ein absoluter Wahnsinn, kommt noch mehr zur Geltung, ich glaube, bei diesem Song, da kann er sich so richtig gehen lassen, da holt er alles raus, was nur geht. Eine Freude, ihm dabei zusehen und zuhören zu dürfen. Die 2. und letzte Zugabe sind ein würdiger und stimmungsvoller Abschluss. Sind doch beide Nummern meine Favoriten. Das eine, von der neuen CD, „Du sollst leben“, berührt und rüttelt mich auf, ich sehe vor meinem geistigen Auge die Wolken ziehen und die Vögel fliegen, hör’ den Regen fallen und die Musik erklingt. So sehr wir uns freuen, dass Freunde kommen, so sehr betrübt es uns, wenn Freunde gehen. Mit „Auf a Wort“ verabschiedet sich STS, mehr Worte braucht es nicht, es sagt alles. Auf a Wort: die Bandmitglieder begeisterten wie immer, Ewald Beit auf seinem Keyboard, Gerd Wennemuth auf dem Schlagzeug, Erich Buchebner, der den Bassteil übernommen hat, mit seiner Bassgitarre und Franz Zettl, der für mich ein Genie auf Saxophon und noch vieles mehr ist. Auf noch a Wort: ich bin froh, dass ich die Musik von STS kenne, dass ich sie genießen und lieben kann, sie begleiten mich schon fast 30 Jahre lang, mit STS kann ich alt werden und fühle mich aber so jung wie noch nie. Riky, am 9.2.2008