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riky am: 01.04.2007, 13:51 Uhr
Petra Reski wurde im Ruhgebiet geboren. Nach ihrem Studium arbeitete sie als Redakteurin beim Stern, bevor sie in Venedig ihr Herz verlor. Seit 1991 schreibt sie von dort aus für GEO, Die Zeit, Merian und Brigitte, sowie für den Rundfunk. Zuletzt erschienen von ihr: Ein Land so weit (2000), Meine Mutter und ich (2002).
Sie kam aus dem Ruhrgebiet und glaubte nicht, dass es richtige Venezianer gibt. Er ist in Venedig geboren, bedauert den Niedergang der Dogenrepublik, als hätte er erst gestern stattgefunden, und wird krank, wenn er kein Wasser um sich herum sieht. Eigentlich hätten sie sich nie kennen lernen sollen. Jetzt sind sie seit siebzehn Jahren ein Paar.
Eine köstliche Beschreibung vieler kleiner Alltäglichkeiten aus der Sicht einer Deutschen, die sich in Venedig und vor allem in einen Venezianer verliebte. Allein das Ansinnen eines Beleges für den Kauf von Briefmarken bescherte ihr einen Spießrutenlauf durch die venezianische Bürokratie. Er, der keine Tomaten, keinen Knoblauch und auch keinen Kaffee mag, antwortet auf die Frage „Was bist du für ein Italiener“ … „ich bin ein Venezianer“. Die Renovierung der gemeinsamen Wohnung bringt sie seelisch dem Zusammenbruch sehr nahe und ihm entlockt es nur ein „pazienza“ – Geduld, jedoch ein Stuck-Blatt, das seiner Meinung leblos wirkt, stürzt ihn in tiefste Verzweiflung.
Ein Buch für kurzweilige Stunden, für Urlaub und zum Ausspannen.
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riky am: 22.10.2006, 14:47 Uhr
... kein anderer Dichter hat mich in den letzten 2 Jahren so sehr gefangen genommen, wie dieser aus Japan stammende
"Haruki MURAKAMI": 1949 in Kyoto geboren, lebte längere Zeit in den USA und in Europa und ist der gefeierte und mit den höchsten japanischen Literaturpreisen ausgezeichnete Autor zahlreicher Romane und Erzählungen.
Angefangen zum Lesen habe ich mit dem Buch "Naokos Lächeln", dann folgten "Kafka am Strand", "Gefährliche Geliebte", den Erzählband "Wie ich eines schönen Morgens im April das 100%ige Mädchen sah", "Mister Aufziehvogel" und "Tanz mit dem Schafsmann".
Am besten hat mir "Kafka am Strand" gefallen:
Murakami schreibt einfühlsam, aber auch spannend die Geschichte des jungen Kafka, der auf der Suche nach sich selbst ist. Vorallem die Grenze zwischen dem Realen und Irrealen, Wirklichkeit und Traum, beschreibt er so eindrucksvoll und ohne Schnörkel, dass man nie versucht ist, das Buch zur Seite zu legen. Bei diesem Autor hat man das Gefühl, dass seine Worte aus der Feder fließen ohne jemals zu stocken oder den Faden zu verlieren. Auch wenn ein Kapitel zu Ende ist, wird man fast gezwungen, weiter zu lesen.
... aber auch "Mister Aufziehvogel":
ein 765 seiten-starker Roman, der mich von Anfang an fasziniert hat. Trotzdem würde ich ihn nicht als 1. Roman für Neulinge des Murakami-Universums empfehlen, da sind sicher "Naokos Lächeln" oder "Kafka am Strand" besser geeignet.Murakami schafft es wieder einmal ausgezeichnet, viele Einzelschicksale mit dem des Helden zu vereinen. Viele seltsamen Dinge passieren, man weiss nie, geschehen sie in der Wirklichkeit oder nur im Unterbewusstsein seiner Hauptfigur. Am Ende laufen dann sämtliche Fäden wie von selbst zusammen und es entsteht ein Ganzes. Trotzdem gibt es für jeden Leser viel Spielraum, um seine eigenen Deutungen und Interpretationen zu stellen.Die Hauptfigur "Toru Okada" ist mit seinem Leben unzufrieden und gibt seinen Job in einer Anwaltskanzlei auf. Mit dem Verschwinden der Katze beginnt eine sehr ereignisreiche Zeit für ihn: seine Frau Kumiko verlässt ihn und verschwindet ebenso spurlos, seltsame Personen kreuzen seinen Weg, es geschehen merkwürdige Dinge, die erst viel später einen Sinn ergeben, in allem bleibt jedoch sein Warten auf die Rückkehr seiner Frau im Vordergrund, unbeirrbar setzt er seine Suche nach ihr fort.Ein wirklich hervorragendes Buch, jedoch nicht als Schmöcker für so nebenbei geeignet, manche Erzählungen (z.B. die eines Kriegsveteran) ähneln einem Stephen King, konnte diese Passage am Abend (lese doch hauptsächlich spät abends) nicht fertiglesen (gänsehautüberdenrückenlaufen), musste es am helllichten Tag nachholen.
LG Riky
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riky am: 22.10.2006, 14:47 Uhr
Mo Hayder wurde in Essex geboren und verließ mit fünfzehn ihr Zuhause, um in London das Abenteuer zu suchen. Sie hat später viele Jahre im Ausland verbracht, unter anderem in Japan. Mit ihrem Romandebüt, dem Psychothriller "Der Vogelmann" wurde sie über Nacht zur international gefeierten Bestsellerautorin. Sie hat Creative Writing studiert und unterrichtet gelegentlich auch an ihrer alten Universität, der Bath Spa University. Mo Hayder arbeitet gegenwärtig an ihrem vierten Roman.
TOKIO Ein unaussprechliches Geheimnis treibt die englische Studentin Grey nach Tokio: Hier hofft sie, den Schlüssel zu einer Tragödie zu finden, die sie seit Jahren verfolgt. Ein Filmausschnitt, der Gräueltaten japanischer Soldaten im chinesischen Nanking 1937 zeigt, soll die Lösung des Rätsels enthalten. Doch der Besitzer des Films, der chinesische Wissenschaftler Shi Chongming, weigert sich zunächst, ihr zu helfen. Um sich in der fremden Stadt über Wasser halten zu können, nimmt sie einen Job als Hostess in einem exklusiven Nachtklub an, wo sie die Bekanntschaft eines rätselhaften Mannes macht: alt, krank und an den Rollstuhl gefesselt, ist er trotz seiner Gebrechlichkeit einer der mächtigsten Männer in Tokios Unterwelt. Sein Leben und seine geheimnisvolle Aura verdankt er einem schwer bewachten Elixier, für das andere jeden Preis bezahlen würden. Auch Chongming, der Grey bittet, es für ihn zu beschaffen. Grey ahnt nicht, dass die Geschichte dieses Elixiers eng mit ihrer eigenen Tragödie verknüpft ist - und dass sich eine blutige Spur von den Ereignissen in Nanking bis in die Gegenwart zieht ...
Meine Meinung: Dieses Buch hat mich sehr beeindruckt, sowohl aufgrund der Erzählweise als auch von der Thematik. Immer wieder habe ich inne gehalten und den Text vor meinen Augen Revue passieren lassen. Vieles ist so gut beschrieben, dass ich nur meine Augen zu schließen brauchte, um mir die Szene bildlich vorstellen zu können, was nicht immer sehr angenehm war. Es hat mich sehr aufgewühlt, auch heute noch, 3 Wochen später, denke ich an die Geschichte von Shi Chongming, seine Empfindungen, seine Überzeugungen, seine späte Erkenntnis und seine Suche. Durch die Verknüpfung mit der sehr sensiblen und durch ihre eigene Tragödie mitgenommenen Studentin hat der Roman noch eine zusätzlich interessante Nuance erhalten.
Ich kann dieses Buch nur voll und ganz empfehlen, würde mich auch interessieren, ob vielleicht andere es kennen und was ihre Meinung dazu ist.
LG Riky
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riky am: 22.10.2006, 14:47 Uhr
Diesen Himmel schenke ich dir.
er ist nicht mehr neu.
Ich habe ihn öfters gebraucht, besonders das Blaue.
Du siehst die Spuren am Einband.
Vom Abendrot sind die Ränder zurückgeblieben,
und der Regen, du weißt, hat einige Seiten ausgeblichen.
Manchmal war auch die Sonne zu grell,da sind mir Blätter vergilbt,
und der Nachtsturm riss eine Seite ein,
damals, da war ich nicht bei dir.
Die Sterne haben Löcher gesengt,ich habe nicht aufgepasst,
der Mond hat die Wolken unachtsam verschoben,
das sind die Flecken im Dunkel.
Er ist nicht mehr neu, mein Himmel,
es ist nicht leicht, ihn zu lesen.
Aber die Ränder, die Risse,die Spuren gehören mir,
das verblichene Blau,
und ich schenke ihn dir, diesen Himmel.
Dieses Gedicht habe ich in einem Kalenderbuch entdeckt und hat mich nicht mehr losgelassen. Irgendwie hat es meine romantische Seite zum Klingen gebracht.
Kay Hoff: Das Werk des Dichters und Publizisten Dr. Kay Hoff umfasst eine Vielzahl von Veröffentlichungen in unterschiedlichen literarischen Formen wie Romane, Lyrik und Hörspiele, sowie journalistische Beiträge. Der mehrfach ausgezeichnete Autor lebt heute in Lübeck.
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riky am: 22.10.2006, 14:47 Uhr
Leben - es gibt nichts Selteneres auf der Welt. Die meisten Menschen existieren, weiter nichts.
Der Spruch klingt irgendwie traurig. Ich hoffe aber sehr, dass es nicht wirklich so ernst mit der Menschheit ist und die meisten von uns, nicht nur existieren, sondern das Leben mit all ihren Facetten (natürlich auch die negativen Seiten) erfahren und bewusst erleben. Diesen Satz sollte man sich eigentlich gegenüber dem Frühstücksplatz aufhängen, um ihn immer vor Augen zu haben und entsprechend seinen Tag danach gestalten. Ein paar Minuten, wenigstens, den Alltag vergessen und an die vielen kleinen Dinge - die einen besonders berühren - denken, sie spüren, trauern oder sich freuen, eben all die möglichen Gefühle zulassen, die uns Menschen eben ausmachen. Dazu fallen mir folgende Worte aus einem STS-Lied ein:
I möcht lachen, tanzen, singen und rear'nAngst und Schmerzen soll'n mi wieder würg'nUnd die Liebe möcht i bis in die Zehenspitzen spür'n. aus "Kalt und kälter" von Gert Steinbäcker
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riky am: 22.10.2006, 14:47 Uhr
Veronika beschließt zu sterben
Habe jetzt letzte Woche "Veronika beschließt zu sterben" zu Ende gelesen. Das Thema selbst hat mich schon sehr beeindruckt, da es für mich doch zum Teil die heutige Überflussgeschellschaft wiederspiegelt. Wobei Überfluss nicht unbedingt bedeuten muss, dass man alles hat oder eben sich alles kaufen kann (können ja auch Reize etc. sein). Aber das Gefühl zu haben, man weiß bereits genau, was einem das Leben bringt bzw. noch zu bieten hat und man deswegen beschließt zu sterben, macht einen schon sehr nachdenklich. Kann es denn wirklich ein Leben geben, in dem man keine neue Impulse mehr bekommt, in dem man nichts mehr findet, wofür es sich zu leben lohnt? Erschreckend. Braucht man dann wirklich, ob fiktiv oder real, den Tod vor den Augen, um wieder Lebensmut, Lebenslust zu bekommen?
Das Thema des Buches hat mich sehr berührt und beschäftigt mich noch immer, obwohl der Schreibstil mich nicht so sehr angesprochen hat. Deshalb weiss ich auch nicht, ob ich in der nächsten Zeit, ein zweites Buch von Paulo Coelho lesen werde.
Meine persönliche Bewertung lautet deshalb auch: 3,5 von 5 möglichen Sternen.
LG Riky
Graz, am 26.2.2005
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riky am 01.04.2007, 11:22Uhr
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