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von riky am: 25.10.2005, 21:51 Uhr

Morgen für Morgen erwache ich und blicke beim Hinaussehen aus dem Fenster direkt in den dichten Nebel, der aus der Unterwelt zu kommen scheint und oft erst am späten Vormittag weichen will. Meistens macht er nur einem grauen und mit schweren und dunklen Wolken verhangenem Himmel Platz. Die ganze Umwelt versinkt in einem düsteren Grau.

Da kann es natürlich schon vorkommen, dass mir manchmal trübe Gedanken und Gefühle emporsteigen. Dann erinnere ich mich an Zeiten, wo es mir sehr schwer ums Herz war, in denen ich manchmal dachte, es ginge nicht mehr weiter und meine Kraft würde nicht ausreichen, um die anstehenden Probleme oder negativen Einflüsse zu bewältigen. Ich bin in einem rabenschwarzen und endlosen Meer gefangen, das nicht bereit ist, mich wieder frei zu geben. Über mir ist der Himmel in ein dunkles Schwarz gehüllt und kein einziges Licht kann die bleischweren Wolken durchdringen. Der Versuch von diesem düsteren Ort zu fliehen, ist ein aussichtsloses Unterfangen. Ich schwimme und schwimme und komme einfach nicht von der Stelle. Die Wellen werden immer größer und Furcht einflößender und vereinigen sich plötzlich zu einem gewaltigen Strudel, der mich immer schneller in die Tiefe zieht. Am Beginn glaube ich noch, dem tiefen schwarzen Loch entkommen zu können, doch irgendwann fehlt mir die Kraft und ich lasse mich fallen. Ist es nicht wesentlich einfacher, nicht mehr gegen Windmühlen zu kämpfen und gegen den Strom zu schwimmen, sondern alles los zu lassen und auf eine gnädige Ohnmacht zu warten, die mich einhüllt und alles vergessen lässt? Fast spüre ich es körperlich, wie Wasser in meine Nase, meinen Mund und meine Ohren eindringt und mir den Atem zum Leben nimmt.

Aber in einem letzten Aufbäumen blicke ich nach oben und erhasche ein winzig kleines Licht, das sich durch die pechschwarze Nacht stiehlt. Zwar weit, weit weg, aber doch so nah, dass ich ein leichtes Gefühl der Wärme und Zuversicht verspüre und meinen Kampfgeist von Neuem erweckt. Mit einem Male spüre ich in mir Bewegung, das Bedürfnis für mein Leben, meine Liebe, meine Zuversicht, meine Zufriedenheit und mein Glück etwas zu tun. Ich greife mit beiden Händen nach diesem Strohhalm und kämpfe mich nach oben. Meter um Meter komme ich diesem wunderbaren und hoffnungsvollen Leuchten näher, es wird größer und strahlender und plötzlich bin ich frei, das Meer liegt ruhig vor mir, die Wolken haben sich verzogen und die Sonne lacht herab.

Diese Licht erscheint mir in diesen Momenten in Form meines Glaubens, der mir schon oft in schweren Zeiten geholfen und mir neue Wege gezeigt hat, meinen inneren Frieden wieder zu finden und dadurch die richtigen Entscheidungen zu treffen. Manchmal sind es auch Freunde, die zuhören können und für mich da sind, wenn ich in Not bin. Oder es ist nur eine kleine liebevolle Geste, ein herzliches Lächeln, ein freundliches Dankeschön, eine ausgestreckte Hand, ein verständnisvoller Blick, ein zärtlicher Kuss oder eine innige Umarmung, alles Dinge, die mir sagen "Du bist nicht allein". Dann bin ich froh und dankbar über mein Leben, bin bereit mich allen Anforderungen zu stellen und mein Bestes zu geben. Ist es nicht herrlich, zu leben?

November 2004

1 Kommentar   Kommentieren
http://meinekleine.kleinezeitung.at/riky/stories/85000/modTrackback
Kommentare
November
von flosi2002 am: 26.10.2005, 08:03 Uhr
Liebe Riky!

Solche schwarze Löcher kenne ich gut. Wenn ich in so eines reinfalle - meistens recht unvermutet - habe ich das Gefühl, gar nicht mehr rauszukommen. Ich finde keinen Halt mehr und habe das Gefühl ins Bodenlose zu fallen. Das Licht über mir wird immer kleiner und manchmal erscheint es mir, als würde ein "Deckel" aufs Loch gelegt werden und keiner hört meine Hilferufe. In solchen Momenten ist es mir unvorstellbar, wieder lachen zu können, oder mich über kleine Dinge zu freuen. Hin und wieder ist der Gedanke, einfach aufzugeben und die Entscheidung über mein Schicksal anderen zu überlassen, sehr verlockend.

Bisher hatte ich immer das Glück, dass in solchen Momenten ein "Engel" bei mir auftaucht und mich an der Hand nimmt und mir die Kraft gibt, aus dem Loch zu kommen. Dann spüre ich die Sonne und den Wind auf der Haut und ich atme tief ein und mein Lebenswille spült alle negativen Gedanken fort. Ich werde leicht, da der schwere Balast von meiner Seele genommen wurde. Und ich genieße jede einzelne Sekunde meines Lebens und freue mich, dass ich mein Leben selbst gestalten kann und nicht auf den guten Willen anderer angewiesen bin. Natürlich ist nicht alles nur rosig, aber ich kann mich selbst entscheiden, welchen Weg ich nehme. Wenn ich ein Stück gegangen bin, werde ich sehen, ob es der richtige war!

Und diese Engel sind oftmals meine Freunde, die es anscheinend spüren, wenn sie gebraucht werden. Dazu habe ich Gedanken von Albert Bichler gefunden, die das Gefühl sehr gut beschreiben:

Sie haben dein Herz berührt
und dich angesehen.
Menschen,
die dir auf deinem Weg
begegnet sind.
Waren es nicht Engel
für dich?

In diesem Sinne wünsche ich dir für schwere Zeiten solche Engel, die dir helfen, deine Kraft, die in dir ist, zu nutzen, damit du dich aus dem "schwarzen Meer" selbst befreien kannst!

Liebe Grüße
Flosi2002
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