26. Mai 2012 21:29 | |||||
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Gemeint ist mit dem Begriff "Altweibersommer" aber kein Sommerwetter für ältere Frauen.![]()
Diese schönen, noch warmen Tage im September und Witterung im September welcher sich durch ein Hochdruckgebiet, stabiles Wetter und ein warmes Ausklingen des Sommers auszeichnet.
Der Ursprung dieser Bezeichnung führt bei uns weit in die Vergangenheit, in die germanische Mythologie.
Mit „weiben“ wurde im Altdeutschen das Knüpfen von Spinnweben bezeichnet.
Wegen der lautlichen Ähnlichkeit wurde dieser Begriff wohl zu Mädchen umgedeutet.
An September-Tagen mit sonnigem Wetter kühlt es sich in den klaren Nächten stark ab, so dass in den Morgenstunden durch den Tau die Spinnweben deutlich zu erkennen sind. Die seltsam glänzenden Fäden glitzern im Sonnenlicht wie lange, silbergraue Haare.
Früher glaubten die Leute, so erzählen es alte Sagen, dass alte Weiber (damals war das noch kein Schimpfwort für alte Damen) -diese "Haare" beim Kämmen verloren hätten und dass dies das Wirken der "Nornen", der alten Schicksalsgöttinnen, die, die Lebensfäden der Menschen spinnen, war.
Alten Menschen, an denen solche Spinnfäden hängen bleiben, sollten sie Glück bringen.
Spätere - im Christentum entstandene- Legenden wiederum wissen zu berichten, daß die Silberfäden des Altweibersommers aus dem Mantel Marias stammen, den sie bei ihrer Himmelfahrt trug. Im Volksmund heißen deshalb diese Spinnfäden auch "Marienfäden", "Marienseide", "Marienhaar" oder "Unserer Lieben Frauen Gespinnst".
Der Altweibersommer tritt übrigens in Amerika fast zur gleichen Zeit auf. Er nennt sich dort "Indian Summer" und ist berühmt für die prächtige Herbstfärbung der Laubbäume (die ja auch bei uns zu dieser Zeit beginnt). Der Name "Indian Summer" begründet sich auf einer alte indianische Legende, nach der das Rot der Bäume das Blut eines erlegten Bären symbolisieren soll.
In Schweden spricht man vom "Birgitta-Sommer", in Finnland von "ruska-aika" (Zeit der Braunfärbung); in diesen Ländern liegt der Altweibersommer meist Anfang bis Mitte Oktober.
In Polen nennt man dieses Phänomen "Babie Lato" (Weiber-Sommer). In den Mittelmeerländern ist eine ähnliche späte Warmperiode, dort im November, als "St.-Martins-Sommer" bekannt.
Viele Menschen bezeichnen diese Tage auch als die fünfte Jahreszeit. Die heiße Zeit des Sommers ist vorbei, die Nächte oft schon recht kühl, aber der Herbst hat noch nicht so richtig Einzug gehalten.