Im ersten Monat des Jahres gibt es nicht allzu viel Erfreuliches aus dem pädagogischen Wirken zu berichten. Die Noten werden verhandelt, die Zukunftsaussichten der jugendlichen Menschen für die nächsten Monate / Jahre werden festgelegt. In Anbetracht der Tatsache, dass die Schrecken der negativen Evaluationen bald der Vergangenheit angehören sollen, wirkt das gegenwärtige Treiben unrealistisch obsolet. Verbittert wird um jede genügende Evaluation gerungen, genauso verbittert werden die nicht so aufmunternden Beurteilungen verteidigt. In kleinen Gruppen stehen Lehrende und Lernende in den Gängen zusammen und versuchen Kompromisse zu schließen.
Die Stimmung ist gereizt, die Umgangsformen verschlechtern sich. Unglückliche junge Menschen donnern gegen Klassentüren, verzweifelnde Erziehungsberechtigte bevölkern die Korridore. Dazu kommen noch die Werbeveranstaltungen für das nächste akademische Jahr, denn die Kopfzahl muss auch für den Herbst gesichert werden. Zu all dem betrieblichen Ungemach kommen noch Hiobsbotschaften aus dem privaten Umfeld der Pädagogen, krankheits-und Todesfälle verdüstern die Stimmung weiterhin.
Der einzige Lichtblick ist die Stundenverteilung für das nächste Jahr. Wünsche dürfen geäußert, geliebte Lerngruppen verteidigt, gefürchtete abgegeben werden. Und dazu noch die geschätzten MDLs, für nicht Initiierte das Körberlgeld, das für so manchen pädagogisch Handelnden die Existenz erst lebenswert erscheinen lässt. Häuser müssen fertiggestellt, Weltreisen geplant, studierende Nachkommen unterstützt werden. Vor allem aber ist die Pflasterung des Außengeländes noch abzuschließen und die Erwärme einzuleiten. Wer kein konkretes Projekt hat, fürchtet um die Aussetzung der Binärsprünge und versuchte deshalb prophylaktisch den befürchteten Lohnausfall abzuwenden.
Im Triumpf der eroberten Stundenzahlen wird dabei vergessen, dass all die pädagogisch anvertrauten jungen Menschen h wieder evaluiert werden müssen. Aber wer weiß, vielleicht gibt es dann keine negativen Noten mehr und der Jahresbeginn wird ………….
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