26. Mai 2012 20:20 | |||||
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(passende Gottesloblieder: 616;615; passende Gotteslobgebete: 5,3;6,7)
Heute feiert die Kirche den heiligen Ignatius von Loyola. Mit ihm tu ich mir schon ein wenig schwer - oder eher mit den Jesuiten? Ich war 1 Jahr auf einer Jesuitenschule (St. Georgen in Frankfurt. Da habe ich die Jesuiten ein wenig kennengelernt. Von vielen wird in Frage gestellt, ob sie überhaupt katholisch sind; aber das würde ich nicht tun. Ich schätze sie als Kämpfer für Christus und seine Kirche. Aber:
Sie wissen, dass sie gut sind, und das ist sicher ein Problem. Ich sage immer, wenn man weiß, dass man gut ist, ist es schon vorbei.
Ich muss zugeben, dass ich schon etwas schadenfroh war, als ich sah, wie schlecht die Jesuiten im Film "Via con Dios" dargestellt
werden: Mit dicken Autos an Verletzten vorbeifahrend; Maria die Füße abschleckend; mit Anzug und Stola die Sonntagsmesse feiernd. Im liebe Klischees und dieser Film ist voll davon: Klischees gegen die Jesuiten.
Andererseits wird mir Ignatius, der Gründer der Jesuiten, immer symphatischer. Ihn kann man sicher in einem Atemzug mit Franziskus und Benedikt nennen. Dies betrifft seine radikale Christusnachfolge, aber auch seine Ansicht über den Gehorsam.
In der Ordensausbildung wollen die Lehrer einem immer wieder einreden, dass Kadavergehorsam etwas schlechtes ist. Was ein Glück sieht das Onlinelexikon Wikepedia auch die positive Seite des Kadavergehorsams. Und genau in diesem Zusammehang wird auf Ignatius verwiesen.
Wir sollen uns dessen bewusst sein, dass ein jeder von denen, die im Gehorsam leben, sich von der göttlichen Vorsehung mittels des Oberen führen und leiten lassen muss, als sei er ein toter Körper, der sich wohin auch immer bringen und auf welche Weise auch immer behandeln lässt, oder wie ein Stab eines alten Mannes, der dient, wo und wozu auch immer ihn der benutzen will, der ihn in der Hand hält.“ In der lateinischen Übersetzung heißt es 'perinde ac si cadaver essent', woraus das Missverständnis eines angeblichen „Kadavergehorsams“ entstanden zu sein scheint. (vgl. Literatur: Knauer)
So will ich heute gemeinsam mit der ganzen Kirche in den Hymnus einstimmen:
Magnae cohortis principem
Ignatium laus concinat,
clarum loquelis, actibus
ducem cientem milites.