09. Februar 2012 17:53 | |||||
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Wien wurde von Führungskräften zum zweiten Mal in Folge zur lebenswertesten Stadt der Welt gekürt. Kein Wunder also, dass sich die oberste Riege der Bankmanager hier zusammenfindet. Das Institude of international Finance (IIF) hält in der Hofburg seine Frühjahrssitzung ab.
Doch was ist das Ziel dieser Konferenz? Man hört viel darüber, wie wichtig der Bankensektor für die gesamte Wirtschaft ist, viel darüber, dass die Krise noch nicht ausgestanden ist und so eine Entwicklung künftig verhindert werden soll.
Der Milliarden George Soros bringt es auf den Punkt: Banken brauchen Kontrolle. Finanzbehörden müssen Blasen beobachten, Kredite und Derivate müssen reguliert und systemische Risiken beachtet werden. Ein besonderer Dorn im Auge sind für Soros die Systembanken. Wer „too big to fail“ ist, soll besonders strengen Regeln unterliegen.
Diese Worte sind wohl Wasser auf die Mühlen der europäischen Politiker, welche Banken- und Finanzmärkte härter an die Kandare nehmen wollen. Doch, was bleibt am Ende von Soros feuriger Rede? Nicht viel.
Denn die Bankvorstände sehen die Sache naturgemäß anders. Der Vorsitzende des IIF und Deutsche Bank Chef Josef Ackermann warnt vor einer zu raschen Regulierung. Timing und Abstimmung müssten sorgfältig betrachtet werden. Eine Erhöhung der Eigenkapitalvorschriften würde bis 2015 9,7 Millionen Jobs weniger bedeuten, führt Ackermann aus. Auch wenn Reformbemühungen begrüßt werden, Transaktionssteuer und Bankenabgabe lehnt der Bankenverband strikt ab.
Also weiter wie bisher? Menschen, Märkte und Politik sollen weiter an die „unsichtbare Hand“ des Moralphilosophen Adam Smith glauben. Der Markt reguliert sich schon von alleine.
Das gilt natürlich nur, solange die Banken selbst nicht betroffen sind. Wenn der Markt eine Bank von alleine in die Pleite reguliert – dann bitte, aber nur dann, soll der Staat das Finanzinstitut retten.
Vielleicht wäre es wirklich gut gewesen, wenn man nach Ausbruch der Krise dieser „unsichtbaren Hand“, den Kräften des Marktes, freies Spiel gelassen hätte. Ackermann und Co. hätten dann vermutlich schon längst ausgedient.
Roman Huber