09. Februar 2012 17:50 | |||||
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Bankstresstest – schon das Wort an sich sorgt für Verwirrung, schließlich ist Stress eher eine menschliche Emotion als ein wirtschaftliches Szenario. Genau das ist dieser Test aber eigentlich. Er simuliert einen Abschwung der Wirtschaft und die Auswirkungen desselben auf das Kernkapital der Banken. Den Test gibt es in drei Stufen: erstens die heutige wirtschaftliche Situation, zweitens eine weitere Rezession und drittens eine Staatsschuldenkrise.
Der erste Teil ist eher ein Nicht-Stress-Test. Der zweite klingt da schon besser – eine Probe, wie lange Banken einer Rezession standhalten. Allerdings hält dieses Planspiel nicht, was es verspricht. Denn für Deutschland geht der Test davon aus, dass die Wirtschaft 2010 um 0,2 Prozent wächst und 2011 um 0,6 Prozent schrumpft. Nur zum Vergleich: 2009 schrumpfte Deutschlands Wirtschaft um fünf Prozent. Die Realität war für Banken also knapp zehnmal so stressig, wie der nunmehrige Stresstest.
Wenn schon dieser zweite Teil der Prüfung leicht zu schaffen ist, sollte doch Teil Nummer drei wenigstens eine richtig harte Simulation sein. Immerhin: Es wird ein Wertverlust von bis zu 20 Prozent bei Staatsanleihen angenommen. Auf den zweiten Blick folgt auch hier eine Enttäuschung: 20 Prozent Minus wird nur bei griechischen Anleihen angenommen und auch nur wenn diese kurzfristig veranlagt sind – eine fünfjährige Staatsanleihe aus Griechenland würde im Test ihren Wert daher behalten. Weiters wird der Verlust bei Anleihen anderer Länder deutlich geringer angenommen. Bei deutschen Staatsanleihen droht überhaupt nur ein Minus von 2,3 Prozent.
Wenn man hinter die Kulissen dieses Stresstests blickt, merkt man schnell, wie zahnlos er in Wahrheit ist. Unter diesen Bedingungen wird der Großteil der Banken diese Prüfung bestehen. Allerdings ganz umsonst ist dieses Planspiel nicht: Es entlarvt jene Finanzinstitute, die eigentlich schon im Sterbebett liegen. Diese werden, wenn überhaupt, nur mit sehr viel Geld zu retten sein.