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01. November 2014 04:48
Das Leben malen mit Worten, Tönen und Farben
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Album "Prosa"
von zausevogel am: 08.12.2006, 11:46 Uhr

Es riecht nach Schweiß, die Leute sitzen und stehen dichtgedrängt. Vorne läuft ein Programm. Hin und wieder hört er hin, lächelt, schaut nachdenklich, nimmt Anteil. Die Menschenmassen haben ihn in die Ecke gedrängt, immer wieder ist er einen Schritt zurückgewichen, hat Platz gemacht. Jetzt steht er unter der Treppe, den Kopf ein wenig eingezogen, damit er nicht am Holz streift.

Noch immer richt es nach Schweiß, Kinder sitzen vor ihm auf einem breiten Regal, es ist zum Lagern der Sitzkissen gedacht. Sie vergnügen sich auf ihrer Weise, spielen ihr Spiel, vielleicht nehmen sie auch etwas auf von dem was da vorne läuft, aber ihr Spiel scheint ihnen doch wichtiger. Er merkt, dass auch er von einer unsichtbaren Glocke umgeben ist, er ist da und doch nicht da. Er hört, sieht, riecht, fühlt, nimmt auf, doch ist alles soweit weg. Das andere lässt es nicht näher heran. Die Frage nach Wirklichkeit stellt sich ihm. Die Antwort bleibt diffus, er kann sie nicht beantworten, er merkt das Andere kann er nicht als unwirklich abstempeln, es ist da, auch wenn er es nur ganz allein merkt.

Der Schweiß, die stickige Luft, seine Gedanken, das da vorne, es wird ihm zuviel. Er gibt sich einen Ruck, aber noch bewegt sich nichts bei ihm. Gab es den Ruck überhaupt? Es dauert schon einige Zeit, Gedanken hin und her, bleiben oder warten, gehen oder starten. Doch dann sagt er: ?Jetzt!? Ein erster Schritt, ein Ruck und dieser Ruck durchbricht alles. Ja, er setzt sich in Bewegung, schiebt sich durch Körper hindurch, an ihnen vorbei, vorsichtig, denn vorne, das will er nicht stören.

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von zausevogel am: 08.12.2006, 11:46 Uhr

Ein bekanntes Gesicht, die Hand gereicht, freundlich gelächelt. Weiter schiebt er sich. Die Tür, frische Luft, Sonne strahlt ihm entgegen. Endlich steht er im Freien, geht ein paar Schritte, schnauft durch, lässt das was vorne ablief noch einmal durch den Kopf gehen, dazu mischen sich die Bilder die in ihm entstanden. Nachdenklich schaut er drein. Er geht noch ein paar Schritte. Es tut gut, er sieht zwar nicht klar, aber es tut einfach gut.

Zwei Welten ist er begegnet, in zwei Welten befand er sich, beide waren real und unreal zugleich, ein gewisser Zauber strahlt aus, Faszination, er möchte ihr nachgehen, festhalten.

Doch da strömen die Massen schon, sein Alltag hat begonnen, Handgriffe sind gefordert, keine Zeit mehr zum Nachdenken. Die zwei Welten entschweben ihm, jetzt ist nur die reale unreale Welt gefordert. Zwängt ihn, fordert, und er muss tun. Doch da war etwas, der Schatten bleibt, macht ihn nachdenklich. Drängt er wieder hinaus und holt er es sich wieder zurück?

Nach des Tages Last ist er müde, die Glieder schmerzen, doch hat er nicht vergessen. Der Schatten der Erinnerung bleibt, lässt ihn nicht los. Jetzt hat er keine Kraft, muss schlafen, doch er hat sich geschworen Erinnerungsschattensucher zu werden. Hindurchzudrängen, hindurchzuzwängen, ja, es gibt mehr und er will?s finden. Was kümmert ihn ob die anderen ihn verstehen, Schattensucher sind einsam. Nur dann wenn sich zwei begegnen, merken sie, dass diese Schatten in Wirklichkeit Schätze sind, von andern übersehen. Sie sind erkoren sie zu bergen! Und wenn sie dann aufgeputzt zur Schau gestellt, ja, dann auch andere etwas von dem Zauber erahnen.

Aber hineinzugehen in das Schattenland, wagen dennoch nur wenige, ist ihnen zu mühsam, das Aufgeputzte reicht ihnen. Aber hin und wieder ist es schon passiert, dass Eine oder auch Einer hinter dem Aufgeputzten seine Erinnerungsschatten sah und sich den Ruck gab: ?Jetzt!?

Hindurchdrängend und zwängend, dem Alltag zum Trotz. Nur nicht aufgeben, geduldig suchen, Schätze findet man nicht so geschwind. Doch dann, wenn der Schatten nicht mehr Schatten bleibt, die Wirklichkeit hineindrängt und einen überrumpelt, dann bleibt nur noch Staunen.

Er steht da und sagt zu sich: ?Ja, das bin ich! Kein Traum! Das mache und erlebe ich! Vor mir hat sich ein Raum geöffnet, der Horizont ist gesprengt! Wirklich, der Horizont ist gesprengt!?

In seinen Augen wird es feucht. Er fasst es kaum und doch ist es Wirklichkeit. Und diesmal ist es die wirkliche Wirklichkeit.

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von zausevogel am: 08.12.2006, 11:46 Uhr

Es ist laut um ihn herum. Viele Menschen tummeln sich, reden miteinander, laut und grell klingen die Wortfetzen die an sein Ohr dringen. Dort geben sie im Durcheinander keinen Sinn mehr.

Er lächelt um Anteilnahme zu bekunden, obwohl er schon längst nicht mehr ganz da ist. Ob sie es merken?

Keiner beachtet ihn, man nimmt ihn nicht wahr, als ob er wirklich nicht da wäre und keiner nimmt wahr, dass er nichts mehr wahr nimmt.

Er will sich nicht ausschließen, hört angestrengt aus den Wortfetzen einzelne Zusammenhänge heraus. Es ist mühsam einen Sinn zu erkennen und ihm zu folgen. Er wird müde, geht einen Schritt zurück. Die Anderen sind in ihren Worten so vertieft, dass sie es nicht merken.

Dabei hätte er auch viel zu sagen, aber diese Worte folgen einem anderen Tempo. Es sind andere Worte die nicht hierher passen, Worte aus einer anderen Welt, Worte die im lockeren Plausch dieser Welt übertönt werden. Sie haben kaum eine Chance anzukommen, denn diese Worte sind still, sanft, leise, nachdenklich und sie brauchen Zeit, Zeit um sich zu entfalten. Aber da sind schon die tausend anderen Worte, die hohl, bedeutungslos und laut das Stille übertönen.

Haben wir die Zeit zuzuhören? Haben wir die Zeit Worte wachsen und sich entfalten zu lassen?

Ja, manchmal wird es still. Dann schauen wir uns in die Augen, lassen die Welt hinter uns, öffnen unseren Seelengrund, begegnen uns.

Keine Wortfetzen, Sätze bilden sich, ergeben Sinn, werden verstanden, entführen in die andere Welt.

Von diesen Worten zehrt er. Er weiß, dass es diese Momente manchmal gibt. Manchmal brechen sie auch mitten im Tumult auf, schaffen einen besonderen Raum.

Darum öffnet er wieder seine Ohren für das Geplapper, schließt sich nicht aus, schenkt Anteilnahme, nimmt auf. Es kann ja jederzeit passieren, dass die Türe sich öffnet, er gebraucht und gefragt wird. Und dann ist er da. Für sie da.

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von zausevogel am 05.04.2007, 11:28Uhr
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Datei herunterladen Prosagedanken mit lyrischen Charakter. Ein Sommererlebnis wird mir zum Gedankenanstoß und Wegbegleiter durch das Jahr 2007 (2 A4 Seiten)
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